Sonnenschutz + Kinder: Die Studien, 5 Tipps für Drinnen & Draußen und die Checkliste für den Urlaub

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Kinder lieben die Sonne, Eltern sollten ihren Nachwuchs dennoch vor den Auswirkungen der Sonne schützen. Denn die UV-Strahlung ist laut Studien verantwortlich dafür, dass Kinder schneller Hautkrebs entwickeln.

Warum fehlender Sonnenschutz Kinder gefährdet (Video)

Die Hautschäden, die bei Erwachsenen häufig festzustellen sind, haben ihren Ursprung in den meisten Fällen in der Kindheit. Sonnenbrände haben die empfindliche Kinderhaut geschädigt und dafür gesorgt, dass der Grundstein für die Entstehung von weißem oder schwarzem Hautkrebs gelegt wurde.

Experten gehen mittlerweile davon aus, dass rund 80 Prozent aller Sonnenschäden durch die Sonne verursacht wurden. Es gilt daher, Kinder drinnen und draußen vor der Sonne zu schützen, wobei sich gerade im Innenbereich wunderbare Möglichkeiten auftun, um den gewünschten Schutz zu ermöglichen.

Kinder lieben es in der Sonne zu spielen aber Vorsicht Sonnenbrand kann die Folge sein. ( Foto: Shutterstock-ravnikovStudio )

Kinder lieben es in der Sonne zu spielen aber Vorsicht Sonnenbrand kann die Folge sein. ( Foto: Shutterstock-ravnikovStudio )

Zum einen bieten tolle Plissees fürs Kinderzimmer Eltern die Chance, bei Bedarf die Sonne einfach aussperren zu können und dennoch im Gegensatz zu geschlossenen und sehr dichten Jalousien noch Licht in den Raum zu lassen.

Zum anderen eignen sich diese Plissees mit Muster wunderbar dazu, den Raum individuell zu gestalten.

Prinzessinnenzimmer oder Piratenkajüte: Wenn Eltern dann noch das Kinderzimmer individuell streichen, lassen sich Schutz und Design wunderbar vereinbaren.

Doch zurück von dem gestalterischen Exkurs, hin zu den Gründen für die Sonnenschäden, die Kinder erleiden.

Video: Sonnenschutz: Warum man Babys und Kinder unbedingt eincremen sollte

Hier kommen diese drei Ursachen in Betracht:

  1. Empfindliche Haut

    Kinderhaut ist um einiges dünner als die Haut von Erwachsenen, sie kann auch nur wenig Melanin bilden, was zum Schutz beitragen würde. Erst ab dem zweiten Lebensjahr wird der körpereigenen Sonnenschutz zumindest teilweise aufgebaut. Kinderhaut kann zudem Schäden, die durch die Sonne entstanden sind, nur unzureichend reparieren.

  2. Kinder sind häufiger draußen

    Kinder wollen sich draußen austoben, sie verbringen deutlich mehr Zeit im Freien als Erwachsene. Folglich sind sie auch einer deutlich höheren UV-Strahlung ausgesetzt. Dazu kommt, dass die Kleinen häufig sehr kurze Kleidung tragen, die Körperoberfläche, die der Sonne ausgesetzt ist, ist entsprechend groß.

  3. Kinder sehen die Gefahr nicht

    Kinder bemerken ein Unwohlsein meist dann erst, wenn es schon zu spät ist und Schäden bereits vorhanden sind. Erwachsene spüren dies vorher und ziehen sich aus der Sonne zurück, damit lässt sich mancher Sonnenbrand vermeiden.

Kinderhaut ist um einiges dünner als die Haut von Erwachsenen, sie kann auch nur wenig Melanin bilden, was zum Schutz beitragen würde. ( Foto: Shutterstock-RimDream )

Kinderhaut ist um einiges dünner als die Haut von Erwachsenen, sie kann auch nur wenig Melanin bilden, was zum Schutz beitragen würde. ( Foto: Shutterstock-RimDream )

Studien beweisen: Sonnenschutz ist unverzichtbarer Begleiter im Sommer(Video)

Diverse Studien zur Sonnenschädigung belegen mittlerweile die schädliche Wirkung der Sonneneinstrahlung bei Kindern. Hier sind einige Beispiele für derartige Untersuchungen, die allesamt mit dem Ergebnis schließen, Kinderhaut besser vor der UV-Strahlung schützen zu müssen.

  • Studie: Sonnenschutz bislang nicht ausreichend

    Die Wissenschaftler des King’s College in London haben die Ergebnisse ihrer Studie im „British Journal of Dermatology“ veröffentlicht und dabei dargestellt, dass Kinderhaut schon bei geringerer UV-Strahlung größere Schäden aufweist als die Haut von Erwachsenen. Dabei steht die hohe Belastung mit UV-Strahlen in Verbindung mit der Bildung von Vitamin D.

    Doch von diesem lebenswichtigen Vitamin bilden die Kleinen bereits genug, wenn die Sonne rund fünf Minuten pro Tag auf die Handrücken scheint. Sie brauchen nicht stundenlang der Sonne ausgesetzt zu sein, um genügend Vitamin D zu bilden. Auch Nina Goad von der British Association of Dermatologists ist der Meinung, dass Eltern einen besseren Sonnenschutz als bisher gewährleisten müssten. Kopfbedeckungen, Sonnenbrillen, Sonnencremes und das Meiden der Sonne in der Mittagszeit von 11 – 15:00 Uhr wird empfohlen.

  • Studie: Sonnenbrände steigern das Hautkrebsrisiko

    Die Studie der Warren Alpert Medical School der Brown University belegt, dass schon fünf Sonnenbrände bei Kindern und Jugendlichen unter 20 Jahren ausreichend sind, um das Hautkrebsrisiko um bis zu 80 Prozent zu steigern. Junge Frauen tragen dabei ein besonders hohes Risiko, wenn sie zwischen 15 und 20 Jahren einen Sonnenbrand erlitten haben.

    Jeder Sonnenbrand steigert das Hautkrebsrisiko( Foto: Shutterstock-unamarina)

    Jeder Sonnenbrand steigert das Hautkrebsrisiko( Foto: Shutterstock-unamarina)

  • Studie: Schlechterer Sonnenschutz durch Sonnenschirme

    In der Studie von Ou-Yang H und weiteren Wissenschaftlern wurde nachgewiesen, dass Sonnenschirme einen schlechteren Sonnenschutz als Sonnencreme ermöglichen. Die Probanden wurden hier in zwei Gruppen geteilt. Eine Gruppe lag für dreieinhalb Stunden unter dem Sonnenschirm, eine andere trug Sonnenschutzcreme mit LSF 100 auf. Nach zwei Stunden wurde erneut gecremt.

    Nach 24 Stunden wurde die Haut auf Sonnenbrände untersucht. Rund 78 Prozent der Probanden unter dem Sonnenschirm wies Hautschäden auf, bei den Probanden mit der Sonnenschutzcreme waren es nur rund 25 Prozent. Am Gesicht traten am häufigsten Sonnenbrände auf, die Vermutung der Forscher wies auf das vermehrte Schwitzen im Gesicht als Ursache hin

    (Studie: Ou-Yang H, et al.: Sun protection by beach umbrella vs sunscreen with a high sun protection factor. A randomized clinical trial).

  • Studie: Vermehrte Sonneneinstrahlung führt zu stärkeren Leberflecken

    Auch zahlreiche Studien der DGUV beschäftigen sich mit den Auswirkungen der Sonneneinstrahlung und Hautschäden bei Kindern.

    Sie kommen ebenfalls zu dem Ergebnis, dass die Kleinen besser zu schützen seien und dass der bisherige Sonnenschutz in vielen Fällen intensiviert werden muss. Unter anderem wurden Kinder aus Europa zwischen sechs und sieben Jahren untersucht. Gegenstand der Untersuchungen war der Zusammenhang zwischen der Benutzung von Sonnenschutzcreme und der Neubildung von Pigmentstörungen bzw. Leberflecken auf der Haut.

    Interessant dabei: Kinder, die Sonnenschutzmittel verwendeten, bildeten deutlich mehr Leberflecke als die Kleinen, die keine Sonnenschutzmittel verwendeten. Die Erklärung für dieses Phänomen lag allerdings nicht in der Verwendung des Sonnenschutzmittels an sich und der Wirkung der jeweiligen Inhaltsstoffe, sondern es gibt vielmehr darum, dass die Kinder, die einen Sonnenschutz durch die Creme erhielten, deutlich länger draußen und somit der UV-Strahlung ausgesetzt waren.

    (Studie: Autier, P.; Dore, J. F.; Cattaruzza, M. S. et al.: Sunscreen use, wearing clothes, and number of nevi in 6- to 7-year-old European children)

Video: Sonnencreme für Kinder im Test

5 Tipps zum Sonnenschutz für drinnen und draußen(Video)

Um Kindern den Sonnenspaß zu gönnen und dennoch für eine ausreichende Sicherheit zu sorgen, ist die Einhaltung der folgenden Tipps zum Sonnenschutz wichtig.

Dabei gilt, dass auch im Innenbereich ein gewisser Schutz nötig ist!

  • Tipp #1: Keine direkte Sonne

    Kinder unter zwei Jahren sollten nicht in die direkte Sonne dürfen. Besser ist es, die Kleinen im Schatten spielen zu lassen und überdies die Mittagszeit zu meiden. Denn in der Zeit zwischen 11:00 und 15:00 Uhr ist die Sonnenstrahlung am intensivsten und es ist dementsprechend ratsam, diese Zeit drinnen zu verbringen. Die Südeuropäer machen es vor und halten in dieser Zeit ihre Siesta.

  • Tipp #2: Sonnenschutz im Zimmer

    Wer das perfekte Kinderzimmer einrichten will, achtet auf eine möglichst große Lichtzufuhr. Doch es sollte die Möglichkeit geben, das Kind vor der direkten Sonneneinstrahlung zu schützen. Plissees, Rollos und Jalousien sind eine gute Variante, um die Sonneneinstrahlung im Raum zu steuern.

  • Tipp #3: Angezogen bleiben

    Auch wenn es draußen warm ist: Kinder sind am besten mit Kleidung vor der Sonne zu schützen. Dabei gilt, dass dunkle Kleidung das UV-Licht besser filtert als weiße Shirts oder Kleider. Wichtig ist zusätzlich eine Kopfbedeckung, die möglichst Stirn und Nacken schützen sollte. Auch die Ohren sollten bedeckt sein, denn viele Kinder reagieren hier mit Juckreiz (Sonnenallergie) oder einem frühzeitigen Sonnenbrand.

    Kinder unter zwei Jahren sollten nicht in die direkte Sonne dürfen.( Foto: Shutterstock-RimDream)

    Kinder unter zwei Jahren sollten nicht in die direkte Sonne dürfen.( Foto: Shutterstock-RimDream)

  • Tipp #4: Keine Sonnencreme für Babys

    Wie genau ein chemischer Filter im Körper des Babys wirkt, ist bislang noch nicht geklärt. Kinder unter einem Jahr sollten daher nicht mit Sonnencreme eingecremt werden. Mineralische Filter sind gut verträglich, allerdings ist ihre Wirksamkeit umstritten. Experten gehen davon aus, dass sie weniger wirksam als chemische Filter sind.

  • Tipp #5: Sonnenbrille nicht vergessen

    Die Sonnenbrille ist nicht nur ein modisches Accessoire, sondern für Kinder und den Schutz der Augen unverzichtbar! Schon die Kleinsten sollten eine Sonnenbrille bekommen, diese ist bestenfalls mit einem Band hinter dem Kopf zu befestigen. Eine normale Brille zum Aufsetzen lassen die Kleinen meist noch nicht vor den Augen, außerdem drücken die Bügel die kleinen Ohren oft zu stark zur Seite. Die Gläser sollten mit dem Kürzel „UV 400“ gekennzeichnet sein.

Video: Sonnenschutz für Neugeborene, Babys und Kleinkinder | Was muss ich wissen und beachten?

Die Checkliste für den Urlaub

Endlich steht der Familienurlaub in der Auvergne, am Strand von Kroatien, an der Mittelmeerküste oder auf der schwedischen Seite der Ostsee an.

Im Sommer besteht hier aber die Gefahr des Sonnenbrands und angesichts dessen, dass Kinder so empfindlich auf die Sonne reagieren, gilt es, diese zu schützen. Dabei ist eines besonders wichtig: Eltern sollten immer ein gutes Vorbild im Umgang mit der Sonne sein!

Zudem hilft diese Checkliste, um die Kleinen im Urlaub vor der Sonne zu schützen:

  • An- und Abreise

    Auch wenn spezielle Folien verhindern sollen, dass UV-Licht durch die Autofenster dringt, sollten die Kleinen mit Sonnenmilch geschützt werden. Dies gilt auch bei kurzen Fahrten, sofern diese nicht gerade in der Nacht stattfinden.

  • Bedeckter Himmel

    Auch dann, wenn Wolken am Himmel hängen, ist die UV-Belastung für Kinderhaut noch sehr groß. Die Kleinen sollten vor allem am Strand und in den Bergen immer eingecremt werden.

  • Wasserfestigkeit

    Sonnencremes werden oft als wasserfest bezeichnet, ihr Schutz lässt nach dem Baden aber deutlich nach. Bitte nachcremen!

  • Richtiger Filter

    Sonnencremes mit physikalischem Filter bedecken die Haut mit einem weißen Film, Varianten mit chemischem Filter dringen in die Haut ein. Für empfindliche Haut unbedingt auf physikalische Filter setzen!

    Sonnencremes mit physikalischem Filter bedecken die Haut mit einem weißen Film, Varianten mit chemischem Filter dringen in die Haut ein. ( Foto: Shutterstock-Victoria 1)

    Sonnencremes mit physikalischem Filter bedecken die Haut mit einem weißen Film, Varianten mit chemischem Filter dringen in die Haut ein. ( Foto: Shutterstock-Victoria 1)

  • Zeitpunkt

    Sonnencremes mit physikalischem Filter wirken direkt nach dem Auftragen, Cremes mit chemischem Filter müssen erst einziehen. Sie beginnen, nach etwa einer halben Stunde zu wirken.

  • Lichtschutzfaktor

    Sonnencremes sollten mindestens den Lichtschutzfaktor 25 aufweisen, besser auf LSF 50 setzen.

  • Menge

    Sonnencreme großzügig verteilen! Für Zweijährige sollte mindestens ein Esslöffel voll auf dem Gesicht verteilt werden.

  • Wiederholung

    Nicht nur, wenn das Kind aus dem Wasser kommt, sollte erneut Sonnenschutz aufgetragen werden. Auch bei starkem Schwitzen ist das Nachcremen nötig.

  • Nur morgens oder abends

    Für Eltern von Kleinkindern gilt, dass es nur früh morgens oder am späten Nachmittag bzw. abends an den Strand gehen sollte. In der Mittagszeit ist die UV-Strahlung viel zu intensiv.

  • Kleider tragen

    Auch am Strand sollten Kinder weite, dunkle Kleidung tragen, bestenfalls mit UV-Schutz.

  • Sonnenbrille und Hut

    Bitte beides nicht vergessen, in den Urlaub mitzunehmen! Beim Hut an den Nackenschutz denken.

  • Schwimmen

    Beim Planschen und Schwimmen sind viele Kinder nackt. Das ist gefährlich, daher sollten sie auch hier zumindest ein dünnes T-Shirt tragen.

Über Rebecca Liebig

Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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