Wo möchte man entbinden?

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Man sollte sich denEntbindungsort genau überlegen. Für diese Entscheidung sollte man sich Zeit nehmen und versuchen,
sich rechtzeitig über die Möglichkeiten in der Nähe zu informieren. Zu Rate kann man auf jeden Fall den Partner und die Hebamme ziehen.

Die Klinikgeburt

Wenn man sich mit der Notfall-Medizin im Hintergrund sicherer fühlt,  so ist man in einem
Krankenhaus gut aufgehoben.

©Erysipel / PIXELIO

Denn hier kann innerhalb von Minuten ein Kaiserschnitt
gemacht werden. Meistens haben große Klinikzentren auch eine Neugeborenen-
Intensivstation, so dass das Baby notfalls schnell verlegt werden kann.
Risiken, bei denen auf jeden Fall in einer Klinik entbunden werden sollte:

– Die Wehen kommen lange vor dem Termin
– Das Baby liegt in der Steiß- oder Querlage
– es werden Zwillinge (oder gar noch mehr)
– die Plazenta sitzt zum Termin nahe oder direkt vor dem Muttermund.
– Man selbst hat Diabetes
– Man  leidet an einer Herz- oder Nierenkrankheit
– Man  leidet unter einer Schwangerschaftsvergiftung

In einer Klinik tragen meist Ärzte die Verantwortung für die Geburt. Die Hebammen
übernehmen nur selten die Leitung und arbeiten im Schichtdienst. Deshalb kann es
unter Umständen zu einen Wechsel der Hebammen während der Geburt kommen. Dafür
können heute Frauen in einigen wenigenKliniken ihre Hebammen mitbringen. (einfach
mal bei der Klinik deiner Wahl nachfragen). Deshalb sollte man sich frühzeitig im Krankenhaus
zur Geburt anmelden.

Die Hausgeburt

Ärzte haben immer noch große Vorbehalte gegen Hausgeburten, obwohl so manche Studie
das Gegenteil beweist. Deshalb kommen nur etwa zwei Prozent der Babys in Deutschland
außerhalb einer Klinik zur Welt. Wenn man eine Hausgeburt wünschst – vorausgesetzt
mit der werdenenden Mutter und dem Baby ist alles in Ordnung – braucht man viel Selbstbewusstsein
(zur Not wechselt man den Arzt… denn  es ist die Geburt des eigenen Kindes) Klar ist
die Sicherheit im Krankenhaus immer noch am höchsten, aber auch Hausgeburts-Hebammen
haben inzwischen aufgerüstet. Die meisten von ihnen verfügen über moderne Geräte, mit
denen sie das Baby überwachen und notfalls mit Sauerstoff versorgen können. Bei
Hausgeburts-Hebammen ist man gut aufgehoben, denn – sie vermeiden jedes Risiko.
Schwangere mit Vorerkrankungen wie Bluthochdruck oder Diabetes – auch Frauen mit
einem früheren Kaiserschnitt – schicken sie zur Entbindung in die Klinik. Selbst
wenn die Schwangerschaft ohne Komplikationen verlief, bestehen sie darauf, dass man
eine Klinik für den „Ernstfall“ aussucht und sich dort auch anmeldet. Denn
niemand kann voraussagen, wie die Geburt verlaufen wird. Meist lernt man seine
Hebamme schon während der Schwangerschaft kennen und man wirt auch im Wochenbett
von ihr betreut. So kann man  die ersten Tage mit dem Baby richtig genießen!

Das Geburtshaus

Geburtshäuser und -praxen werden meist von mehreren Hebammen geführt, manchmal
sind auch Ärzte mit im Team. Sie befinden sich oft in Kliniknähe, so dass auf
medizinische Technik weitgehend verzichtet werden kann. Die wohnlich eingerichteten
Geburtszimmer sind mit Überwachungsgeräten und einem Notfallset für sein Baby
ausgestattet. Im Geburtshaus zu entbinden, hat Vorteile:
– Man bestimmt selbst den Geburtsablauf – wie bei einer Hausgeburt.
– Man braucht keinen Schichtwechsel der Hebammen zu fürchten. Die Hebamme die
Schicht hat bleibenbis zum Ende der Geburt.
– Man kann ca. 3 Stunden nach der Entbindung nach Hause gehen, wenn alles
gut gelaufen ist. Zu Hause wirt man dann von den Hebammen des Geburtshauses betreut.

Die ambulante Geburt

Wenn man den Service des Klinik-Kreißsaals nutzen will und trotzdem die Tage danach in
der gewohnten Umgebung verbringen möchte, dann sollte man ambulant entbinden.
Vorausgesetzt, dass die Schwangerschaft ohne Komplikationen verlief.
Denn:
– Wochenbettdepression – so zeigen Studien – bleiben aus, wenn Frauen zu Hause sind
– der Milcheinschuss ist sanfter, weil das Baby häufiger angelegt wird
– die Kinder leiden seltener an Neugeborenen-Gelbsucht, (da sie von Anfang an gestillt
werden)

Sobald man sich entschieden hat:

Man sollte so  früh wie möglich einen Kontakt zu einer erfahrenen Hebamme aufsuchen, damit man gemeinsam
die Geburt planen und auch Wochenbettbetreuung bespricht.
Damit das Wochenbett zu Hause eine entspannte Zeit wird, sollte auch der Mann/
Lebensgefährte ganz hinter dem Plan stehen. Wichtig ist, dass er rechtzeitig in
die Planung miteinbezogen wird.

Die U1 (Erstuntersuchung für das Baby) wird noch in der Klinik gemacht, für die
U2 (3. bis 10. Lebenstag) mußt man dann selbst sorgen.

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