Schnuller Ratgeber: Alles rund um den Nuckel

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Selten sind die Meinungen so gespalten wie beim Schnuller: Während Eltern den Nuckel als beruhigendes Must-have für ihren Nachwuchs sehen, verzichten andere ganz darauf. Die wichtigsten Infos rund um den Schnuller finden Sie hier.

Das natürliche Bedürfnis nach dem Saugen

Sobald ein Baby auf der Welt ist und an die Brust gelegt wird, beginnt es instinktiv zu saugen. Dieser Reflex ist etwas ganz Natürliches, mit dem die Natur vorgesorgt hat: Durch den angeborenen Saugereflex findet ein Säugling direkt nach der Geburt Nahrung und kann aus diesem Grund besser überleben. Doch mit dem Saugen beginnt der Säugling nicht erst unmittelbar nach der Geburt, sondern schon davor, nämlich im Mutterleib.

Das richtige Nuckeln will gelernt sein und genau aus diesem Grund ‚üben‘ die Kleinen direkt im Bauch der Mutter: Nicht selten werden Ultraschallfotos von einem am Daumen saugenden Baby aufgenommen.

Der natürliche Saugreflex wird also bereits im Bauch der werdenden Mutti geschult. Dennoch dient das Saugen eines Babys nicht nur zur Nahrungsaufnahme. Vielmehr werden durch das Nuckeln – an Brust, Daumen oder Schnuller – spezielle Hormone produziert, die eine besondere Wirkung auf das Wohlbefinden des Babys haben.

Durch das Nuckeln und die davon hervorgerufenen Hormone wird der Säugling beruhigt, gleichzeitig wird auch die Verdauung angeregt. Dies hat wiederum praktische, natürliche Gründe: In den meisten Fällen hängt das Saugen mit dem Trinken an der Brust zusammen, wodurch Milch in den Magen der Kleinen gelangt. Die Verdauung muss nun in Aktion treten und die Nahrung entsprechend verarbeiten.

 Das Saugen am Nuckel hat dann, nicht zuletzt aufgrund der Hormone, eine beruhigende Wirkung auf die Babys. (#01)

Das Saugen am Nuckel hat dann, nicht zuletzt aufgrund der Hormone, eine beruhigende Wirkung auf die Babys. (#01)

Die Stärken von Schnullern

Ein Schnuller macht sich genau diesen natürlichen Saugereflex zunutze: Der Nuckel kann dann dem Nachwuchs dann gegeben werden, wenn die lieben Kleinen unruhig werden, müde sind oder Angst haben. Das Saugen am Nuckel hat dann, nicht zuletzt aufgrund der Hormone, eine beruhigende Wirkung auf die Babys. Haben die Kinder keinen Schnuller zur Hand, wird dennoch die Mutter Natur siegen und die Kids fangen an, am Daumen zu lutschen, um dem Saugereflex nachgehen zu können.

Ein Nuckel verlagert den Drang zum Daumenlutschen also auf den Schnuller. Generell ist der Einsatz eines Schnullers nicht verwerflich, solange einige wichtige Dinge beachtet werden. Insgesamt sollte darauf geschaut werden, dass die Säuglinge und Kleinkinder einen ihrer Größe angemessenen Schnuller im Mund haben. Nur, wenn diese passen, können körperliche Verformungen etc. ausgeschlossen werden.

Des Weiteren ist es ratsam, einen Schnuller nicht direkt von der Geburt an zu geben.
Während beim Saugen am Schnuller der Mund nur ein kleines Stück weit geöffnet werden muss, ist dies bei der Brust anders. Trinkt ein Säugling an der Brust, dann muss er den Mund weit öffnen, um so den ganzen Warzenhof umschließen zu können.

Gleichzeitig werden beim Stillen auch die Kiefer des Babys beansprucht: Sie müssen rhythmisch arbeiten, damit ausreichend Milch aus der Brust der Mutter kommt. Diese Aktivität der Kiefer ist beim Nuckeln am Schnuller nicht gefragt. Eine sogenannte Saugverwirrung könnte das negative Ergebnis sein, wenn einem Kind zu früh der Schnuller angeboten wird.

Eine sogenannte Saugverwirrung könnte das negative Ergebnis sein, wenn einem Kind zu früh der Schnuller angeboten wird. (#02)

Eine sogenannte Saugverwirrung könnte das negative Ergebnis sein, wenn einem Kind zu früh der Schnuller angeboten wird. (#02)

Ein Nuckel hat auch Schwächen

Neben den genannten Problemen kann es bei der Nutzung eines Nuckels auch zu negativen Auswirkungen kommen. Wenn die Kinder den Schnuller zu lange im Mund behalten dürfen, dann kann es zu Verformungen des Kiefers kommen.

Hat sich einmal eine Fehlstellung etabliert, dann sind nicht selten Sprachdefizite das unschöne Resultat. Aus diesem Grund sollte stets darauf geachtet werden, dass die Kids die Schnuller nicht zu lange im Mund behalten. Gerade, wenn Ihr Nachwuchs den Nuckel zum Einschlafen ‚braucht‘, ist es sinnvoll, dass der Schnuller, wenn das Kind schläft, sachte aus dem Mund gezogen wird.

Auf diese Weise wird vermieden, dass die lieben Kleinen den Schnuller zu lange im Mund behalten und zu lange Saugbewegungen machen, die im Schlaf ohnehin nicht von Relevanz sind. Oftmals ist ein Schnuller der Retter in der Not: Beginnt das Baby zu weinen oder fühlt sich unwohl, dann wird häufig zum Schnuller gegriffen, um die Kids zu beruhigen.

Dieser Einsatz des Schnullers ist eine gute Möglichkeit, um die Kids zu beruhigen, dennoch sollte es keine Dauerlösung sein. Vielmehr gilt es zu ergründen, wieso sich die Kids weinen und diesen zu beseitigen. Wird der Schnuller nur in Maßen eingesetzt, dann stellt er in aller Regel kein Problem für die lieben Kleinen und ihre Gesundheit dar.

Ab einem Alter von etwa einem Jahr sollten in jedem Fall strapazierfähige und beißfeste Nuckel zum Einsatz kommen.(#03)

Ab einem Alter von etwa einem Jahr sollten in jedem Fall strapazierfähige und beißfeste Nuckel zum Einsatz kommen.(#03)

Welche Arten von Schnullern gibt es?

Schnuller für Neugeborene bzw. kleine Babys unterscheiden sich von den Nuckeln für Kleinkinder: In der Regel sind die Schnuller für kleinere Kinder kleiner als die für ältere Kids. Ein wichtiger Punkt egal in welchem Alter ist es auch, dass die Nuckel geschmacksneutral sind. Werden die Kinder größer, gilt es auf andere Schnuller umzustellen.

Ab einem Alter von etwa einem Jahr sollten in jedem Fall strapazierfähige und beißfeste Nuckel zum Einsatz kommen. Diese zeigen sich robust und halten den wachsenden Kiefern der lieben Kleinen problemlos stand. Ebenso wichtig ist es, dass die Schnuller über eine kiefergerechte Form verfügen. Mehr Infos zu den verschiedenen Arten von Schnullern finden Sie übrigens hier.

Generell ist es ratsam, nur auf qualitativ hochwertige Produkte zurückzugreifen. Alles, was mit Säuglingen und Kindern in Kontakt kommt, sollte frei von Schadstoffen und anderen schädlichen Elementen sein. Namenhafte Hersteller achten darauf, dass lediglich unbedenkliche Inhaltsstoffe für die Produktion von Schnullern ausgewählt werden.

Gehen Sie beim Schnullerkauf mit allen Sinnen vor: Riecht ein Produkt seltsam oder intensiv nach Plastik, ist dies kein gutes Zeichen. Solche Nuckel sollten nicht in die Hände Ihrer Kids und schon gar nicht in den Mund der Kleinen gelangen. Unbedenkliche Produkte, die höchste Standards einhalten, verfügen über entsprechende Zertifizierungen. Es gilt aus diesem Grund, die Packung zu studieren.

Wird Kindern der Schnuller weggenommen, entwickeln die lieben Kleinen eine wahre Obsession nach dem Nuckel.(#04)

Wird Kindern der Schnuller weggenommen, entwickeln die lieben Kleinen eine wahre Obsession nach dem Nuckel.(#04)

Nuckel zur Beruhigung und danach?

Ab einem Alter von etwa drei Jahren lässt der natürliche Saugreflex nach, dennoch ist es nicht ganz einfach, die lieben Kleinen zu überzeugen, den Schnuller nicht mehr zu brauchen. Es gibt jedoch einige Methoden, mithilfe derer die Kleinen ganz bequem vom Schnuller entwöhnt werden können. Besonders praktisch ist der Kontakt im Kindergarten oder in der Kita mit Kindern, die bereits keinen Schnuller mehr brauchen.

Diese sind in der Regel sehr stolz darauf und kommunizieren das Erfolgserlebnis offen nach außen. Der Trittbrettfahrereffekt macht es möglich, dass auch die eigenen Kids von nun an auf einen Schnuller verzichten möchten – und das von ganz alleine. Kinder, die so nicht überzeugt werden können, brauchen kreative Eltern.

Ein Schnullerfest beispielsweise ist eine tolle Möglichkeit, um mit den Kleinen gemeinsam zu feiern, dass sie ihren Schnuller los sind. Generell sollten die Kids nicht dazu gezwungen werden, den Schnuller loszulassen. Sind Druck und Drang im Spiel, ist nicht selten ein Ausschlag in die Gegenrichtung das Resultat: Wird Kindern der Schnuller weggenommen, entwickeln die lieben Kleinen eine wahre Obsession nach dem Nuckel.

Aus diesem Grund sollte die Entwöhnung vom Schnuller schrittweise stattfinden. Wie bei allen Dingen der Erziehung erfordert auch dies viel Geduld, Verständnis und Liebe. Insgesamt kann der Einsatz eines Schnullers als durchaus nützliche Hilfe wahrgenommen werden, die sowohl Eltern als auch das Kind beruhigt. Dabei sollte stets im Auge behalten werden, dass die Nutzung eines Nuckels keine Dauerlösung darstellen sollte. Ist dies der Fall steht dem Schnuller nichts mehr im Wege.


Bildnachweis:© Fotolia-Titelbild: Manuel Tennert-#01:st-fotograf-#02: runzelkorn-#03:st-fotograf-#04: lagom Subscription

Über den Autor

Sabrina Müller

Sabrina Müller, geboren 1982 in Berlin, ist inzwischen Mutter von drei Kindern. Eigentlich wollte sie gar nicht so viele Kinder. Nachdem ihre erste Tochter jedoch wirklich pflegeleicht war, haben sich Sabrina und ihr Mann für weitere Kinder entschieden. Konnte ja keiner wissen, dass auf pflegeleicht nicht immer auch wieder pflegeleicht folgt. Nach der ersten Tochter folgten noch ein Mädchen und ein Junge. Ihre Rasselbande füllt Sabrinas Leben derzeit aus. Neben der Betreuung der Kinder engagiert sich Sabrina auch im Kindergarten und näht und bastelt gerne.

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