Baby schläft unruhig: 5 Tipps, die bestimmt helfen

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Wenn das Baby unruhig schläft, ist das zunächst nicht ungewöhnlich, denn insbesondere Neugeborene schlafen zwar relativ viel, dafür aber nicht unbedingt tief. Wie man mehr Ruhe und Routine in die Schlafgewohnheiten bringen kann, verraten unsere Tipps.

Wie lange schläft ein Baby eigentlich?

Das Schlafbedürfnis von Menschen variiert je nach Lebensalter. Beim Baby ändert sich innerhalb der ersten drei bis fünf Jahre besonders viel. So schlafen Neugeborene fast den gesamten Tag, während ein Schulkind im Durchschnitt noch 10 Stunden Schlaf benötigt.

Wie lange schläft ein Baby?

  • 16 – 19 Stunden (Neugeborene)
  • 13 – 14 Stunden (bis 3 Monate)
  • 12 – 14 Stunden (6 bis 12 Monate)
  • 11 – 12 Stunden (zwischen 1 und 3 Jahren)
  • 10 – 12 Stunden (zwischen 3 und 6 Jahren)
  • 10 Stunden (ab 6 Jahre bzw. Einschulung)
Viele Menschen wissen gar nicht, dass Babys bereits im Mutterleib einen Schlafrhythmus entwickeln.

Viele Menschen wissen gar nicht, dass Babys bereits im Mutterleib einen Schlafrhythmus entwickeln.(#02)

Schon im Bauch schläft das Baby nach einem eigenen Rhythmus

Viele Menschen wissen gar nicht, dass Babys bereits im Mutterleib einen Schlafrhythmus entwickeln. Direkt nach der Geburt wird dieser zunächst beibehalten und erst langsam dem Tag-Nacht-Rhythmus angepasst. Hinzu kommen natürlich die Essenszeiten, die im Mutterleib noch keine Rolle spielten. Im Ergebnis schläft ein Säugling bis zu 19 Stunden täglich.

Diese Schlafphasen sind aber nicht durchgehend, sondern werden etwa alle zwei bis drei Stunden unterbrochen. Finden diese Unterbrechungen zu Beginn des Lebens noch recht regelmäßig statt, ändert sich die Verteilung über den Tag (bzw. die Nacht) hinweg innerhalb des ersten Lebensjahres. Die Wachphasen werden dann immer länger und die Schlafphasen verlegen sich mehr und mehr auf die Nachtstunden. Das läuft aber natürlich nicht nach einem punktgenauen Schema ab und kann je nach Einzelfall sehr unterschiedlich ausfallen.

Schläft ein Baby also besonders unruhig, fällt durch viel Schreien auf oder weicht in sonst einer Weise vom Durchschnitt ab, ist das zunächst kein Grund zur Panik. Solange die Kindesentwicklung ansonsten normal verläuft (z. B. hinsichtlich altersgemäßer Gewichtszunahme und sonstigen Aktivitäten), ist ein Eingreifen in der Regel nicht erforderlich. Erst dann, wenn sich tatsächliche Schlafprobleme ergeben, sollte man sich von Arzt oder Hebamme beraten lassen.

Früher schliefen viele Babys auf dem Bauch, doch seit man in den 90er Jahren die Empfehlung für die Rückenlage zum Standard gemacht hat, haben sich die Fallzahlen drastisch reduziert.

Früher schliefen viele Babys auf dem Bauch, doch seit man in den 90er Jahren die Empfehlung für die Rückenlage zum Standard gemacht hat, haben sich die Fallzahlen drastisch reduziert. (#03)

Wenn das Baby für immer schläft: Angstfaktor SIDS

Es ist wohl die größte Angst für Eltern, das SIDS (Sudden Infant Death Syndrome), in Deutschland als plötzlicher Kindstod bekannt. Obwohl die Ursachen für diese Todesfälle immer noch zum Großteil ungeklärt sind, ist seit Jahrzehnten bekannt, dass es einen Zusammenhang zwischen den Todesfällen und der Art und Weise gibt, wie ein Baby schläft. Dabei sind diese Kinder vorher in der Regel völlig unauffällig und schlafen nicht mehr und nicht weniger unruhig als andere.

Der unruhige Schlaf oder das Schreien sind also keine Anzeichen für eine besondere Gefährdung. Tatsächlich gibt es aber eine wirksame Maßnahme, das Risiko für SIDS (zumindest statistisch) zu senken: Die Rückenlage. Früher schliefen viele Babys auf dem Bauch, doch seit man in den 90er Jahren die Empfehlung für die Rückenlage zum Standard gemacht hat, haben sich die Fallzahlen drastisch reduziert.

So ging in den USA zwischen 1994 und 1995 die Zahl der SIDS-Fälle um 43 Prozent zurück, nachdem die Quote bei der Bauchlage von 70 auf 24 Prozent reduziert wurde. In anderen Ländern sind ähnliche Werte nachzuweisen. In Deutschland gingen zwischen 1991 und 1996 die SIDS-Fälle um 44 Prozent zurück, die Quote bei der Bauchlage um 76 Prozent. Ein Zusammenhang scheint also durchaus nachgewiesen. Mehr zum Thema SIDS und Prävention erfahren Sie hier.

Dabei muss man echte Schlafstörungen bzw. Anzeichen für Gesundheitsprobleme von den Umgebungseinflüssen trennen.

Dabei muss man echte Schlafstörungen bzw. Anzeichen für Gesundheitsprobleme von den Umgebungseinflüssen trennen.(#01)

Die wichtigsten Ursachen, wenn das Baby unruhig schläft

Wer nun feststellt, dass sein Kind einen besonders unruhigen Schlaf hat und nicht wirklich zur Ruhe kommt, möchte in der Regel etwas dagegen unternehmen, denn es beeinflusst natürlich auch die Eltern und den Rest der Familie, wenn Neugeborene schreien oder insgesamt schlecht schlafen. Zuerst gilt es aber, die Ursachen zu identifizieren. Dabei muss man echte Schlafstörungen bzw. Anzeichen für Gesundheitsprobleme von den Umgebungseinflüssen trennen.

Häufige Ursachen für Schlafstörungen sind:

  • Der aufregende Tag lässt das Baby nicht zur Ruhe kommen
  • Die ersten Zähne machen sich bemerkbar
  • Bauchschmerzen
  • Fieber
  • starker Mororeflex
  • Eltern stören ungewollt den Schlaf, weil sie das Kind ständig überwachen
Insbesondere die Schmerzen durch Zähne oder Bauchkoliken sind für Babys ein echtes Problem.

Insbesondere die Schmerzen durch Zähne oder Bauchkoliken sind für Babys ein echtes Problem.(#04)

Tipp 1: Nach Anzeichen für gesundheitliche Probleme suchen

Insbesondere die Schmerzen durch Zähne oder Bauchkoliken sind für Babys ein echtes Problem. Sie können sich nicht artikulieren und den Schmerz (insbesondere bei den Zähnen) nicht wirklich lokalisieren. Wenn ein Kind unter Schmerzen doch einschläft, dann meist nur aus Erschöpfung. Die entsprechenden Maßnahmen für das Zahnen oder bei Koliken bzw. Bauchkrämpfen sind also in diesen Fällen einzuleiten.

Gleiches gilt für Fieber, das manchmal auch ohne Infektion oder besonderen Anlass auftreten kann. Es sorgt dafür, dass ein Baby besonders unruhig schläft und sollte natürlich besonders im Auge behalten werden. Wirken die üblichen Anti-Fieber-Maßnahmen für Babys nicht oder steigt die Temperatur schnell stark an, sollte unbedingt baldmöglichst ein Arzt aufgesucht werden. Ein weiteres Problem kann der verstärkte Mororeflex sein.

Dabei handelt es sich um eine Klammer- oder Festhaltebewegung, die man besonders beim raschen Hochheben eines Babys beobachten kann. Bei manchen Kindern ist dieser Reflex so stark ausgeprägt, dass sie auch im Schlaf dazu neigen, die Bewegungen auszuführen und somit unruhig schlafen. Häufig wird als Abhilfe das sogenannte Pucken empfohlen, eine besonders enge Wickeltechnik, bei der eine Decke um das Kind geschlungen und der Bewegungsdrang gebremst wird. Falsches und/oder zu langes Pucken kann aber durch Überhitzung oder Erhöhung des Risikos für SIDS auch zu Gefahren führen, weswegen es in Fachkreisen nicht unumstritten ist.

Ein Baby sollte auch nicht übermüdet sein, denn das befördert letztlich einen unruhigen Schlaf und stört bei der Entwicklung eines normalen Schlafrhythmus.

Ein Baby sollte auch nicht übermüdet sein, denn das befördert letztlich einen unruhigen Schlaf und stört bei der Entwicklung eines normalen Schlafrhythmus.(#05)

Tipp 2: Die Stimmung des Babys beobachten

Ein Baby schläft zwangsläufig unruhig, wenn es nicht wirklich müde ist. Da besonders Säuglinge ihren Schlafrhythmus erst noch entwickeln, sollte man genau beobachten, wie die Stimmungen und Emotionen des Kindes aktuell verlaufen. So erkennt man am besten, ob es auch tatsächlich müde ist.

Aber Vorsicht: Ein Baby sollte auch nicht übermüdet sein, denn das befördert letztlich einen unruhigen Schlaf und stört bei der Entwicklung eines normalen Schlafrhythmus. Den richtigen Moment zu erwischen, ist nicht ganz einfach, kann aber sehr hilfreich sein.

Helligkeit regulieren bzw. Raum abdunkeln (aber nicht völlig verdunkeln!), um Schlafenszeit zu suggerierenv

Helligkeit regulieren bzw. Raum abdunkeln (aber nicht völlig verdunkeln!), um Schlafenszeit zu suggerieren. (#06)

Tipp 3: Die richtige Umgebung schaffen

Für alle Menschen ist die Schlafumgebung entscheidend für einen erholsamen und gesunden Schlaf. Das gilt umso mehr für das Baby. Auf die folgenden Faktoren sollten Sie achten:

  • genügend Platz beim Schlafen
  • Helligkeit regulieren bzw. Raum abdunkeln (aber nicht völlig verdunkeln!), um Schlafenszeit zu suggerieren
  • richtige Temperatur ermitteln – Kinder reagieren sehr sensibel auf Temperaturunterschiede. Viele Babys werden viel zu warm eingepackt vor dem Schlafengehen. Empfohlene Raumtemperatur: zwischen 16°C und 18°C
  • für gute Luft sorgen: Regelmäßig lüften – und natürlich nicht rauchen!
Reduzieren Sie es auf ein Lieblingskuscheltier, das nicht so groß ist, dass es die Schlafposition behindern könnte oder zu viel Raum beansprucht.

Reduzieren Sie es auf ein Lieblingskuscheltier, das nicht so groß ist, dass es die Schlafposition behindern könnte oder zu viel Raum beansprucht.(#07)

Tipp 4: Babybett nicht mit Spielzeug überfrachten

In manchen Babybetten sieht es aus wie in der Kinderabteilung des Spielwarenladens. Der Gedanke dahinter ist, dass das Kind zu jedem Zeitpunkt etwas zum Spielen im Bett finden sollte. Aber weder Spielzeug noch Stofftiere gehören im Übermaß ins Kinderbett. Befindet sich zu viel davon in der nächsten Umgebung, schläft das Baby beinahe zwangsläufig unruhig. Reduzieren Sie es auf ein Lieblingskuscheltier, das nicht so groß ist, dass es die Schlafposition behindern könnte oder zu viel Raum beansprucht.

Ein besonders guter Tipp ist übrigens die Babyhängematte. Sie unterscheidet sich von der normalen Hängematte durch die auf Babys abgestimmte Größe. Ein besonders guter Tipp ist übrigens die Babyhängematte. Sie unterscheidet sich von der normalen Hängematte durch die auf Babys abgestimmte Größe.

Ein besonders guter Tipp ist übrigens die Babyhängematte. Sie unterscheidet sich von der normalen Hängematte durch die auf Babys abgestimmte Größe.(#08)

Tipp 5: Geborgenheit und Nähe schaffen

Das Baby spürt instinktiv körperliche Nähe. Dazu muss man es nicht ständig berühren. Vertraute Umgebungsgeräusche, wie die Stimmen der Eltern (insbesondere der Mutter), die auch schon im Mutterleib vorhanden waren, können helfen, diese Nähe aufzubauen. Ein besonders guter Tipp ist übrigens die Babyhängematte. Sie unterscheidet sich von der normalen Hängematte durch die auf Babys abgestimmte Größe. Die Babyhängematte unterstützt zudem im ersten Lebensjahr die natürliche Wirbelsäulenkrümmung, die aus dem Embryonalstadium beibehalten wird, bis das Kind zu Laufen beginnt. Erst danach sollte keine Hängematte mehr verwendet werden.

Bis dahin kann die frei schwingende Babyhängematte aber ein besonders vertrautes Gefühl der Geborgenheit schaffen. Verwendet man ein Modell mit mobilem Ständer, kann man das Baby nahezu überall in seiner vertrauten Umgebung einschlafen lassen und kann ohne großen Aufwand körperliche Nähe gewährleisten. Bleibt das Kind unruhig, hilft es häufig, es zu streicheln, auf den Arm zu nehmen und mit ruhiger Stimme zu reden, um ein Gefühl der Sicherheit zu erzeugen. Hektik, Lärm oder Aufgeregtheit bei den Eltern sind absolut kontraproduktiv.

Gerade im ersten Lebensjahr ist es völlig normal, dass ein Baby unruhig schläft. Der Schlafrhythmus passt sich in den ersten Monaten nur langsam den neuen Verhältnissen außerhalb des Mutterleibs an.

Gerade im ersten Lebensjahr ist es völlig normal, dass ein Baby unruhig schläft. Der Schlafrhythmus passt sich in den ersten Monaten nur langsam den neuen Verhältnissen außerhalb des Mutterleibs an. (#09)

Fazit: Schläft das Baby unruhig, ist das nicht immer ein Problem

Gerade im ersten Lebensjahr ist es völlig normal, dass ein Baby unruhig schläft. Der Schlafrhythmus passt sich in den ersten Monaten nur langsam den neuen Verhältnissen außerhalb des Mutterleibs an. Aufmerksam sollte man dennoch sein, denn auch Krankheiten oder Schmerzen können sich hinter der Unruhe verbergen. Durch das Schaffen einer Wohlfühlumgebung kann man viel dazu beitragen, dem Kind ein Gefühl der Geborgenheit zu geben.


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Über Rebecca Liebig

Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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