Das Kind möcht so gerne ein Haustier: ist das möglich?

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Erst einmal sollten man sich Gedanken darüber machen, wie die äusseren Umstände sind.

© Oliver Haja / PIXELIO

Wohnt man in einem Mietverhältnis, so muß man wissen, was der Vermieter davon hält.
Unbedingt fragen, wenn nichts im Mietvertrag steht und am Besten schriftlich geben lassen. Auch wenn man laut Vertrag ein Tier halten darf, sollten man immer auch die Nachbarn über das Vorhaben unterrichten. Es wäre schade, wenn die Beziehung  unter der Anschaffung eines Tieres leiden würde.

Gibt es jemanden in der Familie der Tiere nicht mag?

Wenn ja: In diesem Fall sollten man wirklich auf ein Tier verzichten. Es wird sonst immer wieder zu Spannungen und Auseinandersetzungen kommen. Kinder verletzen solche Streitereien, Tiere spüren die Ablehnung.

Leidet jemand aus  der Familie an Allergien?

Wenn ja: Tierhaar-, Milben- und ähnliche Allergien schließen eine Tierhaltung aus.

Ist auch tagsüber ein Erwachsener daheim?
Für eine Katze, die Auslauf hat (Katzentür), genügt das; reine „Etagentiger“ kommen aber zu kurz und malträtieren deshalb schon einmal die Einrichtung. Kleinnagern reicht es, wenn jemand einen halben Tag lang da ist. Größere Tiere (Hunde, Katzen) können tagsüber nicht allein gelassen werden; Vögel nur, wenn sie zu zweit sind. Schildkröten, Meerschweinchen und andere Kleinnager halten es zwar allein aus bis zum Abend, aber etwas Zuwendung tagsüber ist ganz klar tierfreundlicher.

Wievie Zeit kann man für ein Tier aufbringen?

.. und nicht “schönreden??? … die Zeit braucht man dann JEDEN Tag.
Wenn man eigentlich gar keine Zeit übrig hat, dann sollten man sich kein Tier kaufen, auch wenn das Kind noch so bettelt. Tiere brauchen Menschen, die sich mit ihnen beschäftigen.

1/2 Stunde:
Vögel, Meerschweinchen und andere Kleintiere können den Tag in einem ausreichend großen Käfig verbringen, allerdings sollten sie dabei mindestens zu zweit sein. Eine Viertelstunde pro Tag fürs Schmusen, Füttern und Säubern des Käfigs reicht.

1 Stunde:
Eine Katze ist selbstständiger als ein Hund und beansprucht nicht so viel  Zeit. Aber eine halbe bis eine Stunde pro Tag braucht sie auch.

2 Stunden und mehr:
Bei diesem über den Tag verteilten Zeitbudget kommt auch ein Hund in Frage. Aber nur eine Rasse, die den Rest des Tages damit zufrieden ist, im Haus zu bleiben (z. B. Hütehunde). Größere Tiere brauchen einen Auslauf ums Haus. Ist man und der Partner bereit die Verantwortung für das Tier komplett zu übernehmen?

wenn Nein:
Wenn man die Verantwortung nicht ganz übernehmen kann, sollte  man auf Tiere verzichten. Kindern unter 15 Jahren kann eine solche Aufgabe nicht übertragen werden. Es ist wirklich so:  als Mutter oder Vater übernimmt man die Verantwortung (und die Hauptlast), selbst wenn  größere Kindern versuchsweise mal die eine oder andere Pflicht (füttern, ausführen, sauber machen) überträgt. Wenn es keiner macht (und das wird oft so sein), muss man es tun, denn Tiere dürfen keinen Tag vernachlässigt werden.

Stören die Tierhaare, die herumliegen oder Tapsen?

ja: Tiere mit Fell (Hund, Katze oder Nagetiere, die auch aus dem Käfig dürfen) kommen somit wohl eher nicht in Frage. Denn das ständige Hinterherzuputzen, wird die Freude am Tier verderben.

Wer geht schon gerne bei strömenden Regen spazieren?

Ehrlich sein!

bei nein:
Es hilft nichts: Wenn man einen Hund möchte, so muss man mindestens zweimal pro Tag raus – und zwar bei jedem Wetter. Dabei auf die anderen Familienmitglieder zu bauen, ist meistens pure Illusion. Hatte man  oder der Partner in der Kindheit Tiere? Es ist schwierig, Kindern den Umgang mit Tieren zu vermitteln. Wenn man selbst keinerlei Erfahrung hat sollte man sich im Bekannten- oder Freundeskreis Rat holen wie das Zusammenleben mit einem Tier aussieht. Unrealistische Vorstellungen führen ganz bestimmt zu Enttäuschungen. Alternative: eine Stunde Bücherei (oder Buchhandlung), Literatur über Haustierhaltung gibt es ausreichend. Hat das Kind evtl. schon etwas Erfahrung mit Tieren (z.B. Nagern oder Vögeln?) Herrchen oder Frauchen zu sein, kann ein Kind proben. Vielleicht darf das Kind mal über eine oder zwei Ferienwochen das Tier einer befreundeten Familie hüten. Zumindest sollte es Familien mit Haustieren kennen und dort Kontakt mit den Tieren haben.

Planen man einen Umzug?

Steht ein Umzug an, sollte man zuerst den neuen Mietvertrag prüfen (siehe Antwort 1). Und dann die künftige Wohnung daraufhin abchecken, ob diese „tiertauglich“ ist. Katzen sind an Orte, weniger an Menschen gebunden, deshalb sollte man sich vor einem Umzug keine Katze anschaffen. Auch anderen Tieren tut man damit einen Gefallen, wenn  man diese erst nach dem Umzug bei sich aufnimmt.

Man sollte auch an die Urlaubsplangung denken – könnte man sein Tier mitnehmen?

Wenn man ein künftiges Haustier nicht mit in Urlaub nehmen kann oder will, so muss man schon vor dem Kauf klären, bei wem  es in dieser Zeit untergebracht werden kann. Für Katzen und Fische muss jemand ins Haus kommen, andere Tiere können zu ihren Betreuern umziehen. Solange die Betreuungsfrage nicht geklärt ist, sollten man sich kein Tier anschaffen.

Wieviel Geld benötigt man für sein zukünkftiges Haustier?

Katzen werden im Durchschnitt zwischen zwölf und 16 Jahre alt und kosten in dieser Zeitspanne zwischen 6000 und 7000 Euro.

Hunde kosten in den acht bis 16 Jahren, die sie leben, zwischen 8000 und 9000 Euro.
Wenn man den genannten Betrag nicht aufbringen kann, scheidet zumindest Hund und Katze als Familienzuwachs von vornherein aus. Ein Tier in der Familie ist etwas sehr, sehr schönes – Kinder lernen sehr viel von diesen Familienmitglied – jedoch ist es auch eine sehr grosse Verantwortung. Denn Tiere sind immer auf uns Menschen angewiesen – und deshalb sollte man auch bedanken, dass ein Hund, den man jetzt für z.B. den 10 jährigen Sohn anschafft, immer noch lebt, wenn dieser evtl. schon ausgezogen ist.


Bildnachweis:©Shutterstock-Titelbild: Larina Marina

Über den Autor

Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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