Rund ums Ein- bzw. Durchschlafen

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Rund ums Ein- bzw. Durchschlafen

Die Schlafgewohnheiten der Säuglinge ist ganz unterschiedlich, so wie jedes einzelne Kind eben auch einzigartig ist.
Ob es Tag oder gerade Nacht ist, kann ein Neugeborenes noch nicht unterscheiden. Die wenigsten Babys haben von Anfang an einen geregelten Rhythmus. Erst mit etwa acht Wochen können die Säuglinge lernen sich an einen Rhythmus zu gewöhnen.

© ich / PIXELIO

Gerade in den ersten Wochen des Säuglings ist außer Essen, das Schlafen die Hauptbeschäftigung. In den ersten drei Monaten verschläft das Babys bis zu zwei drittel eines Tages.

In den ersten Monaten schlafen die Babys so gut wie an jedem Ort, sei es im Kinderwagen, auf dem Sofa in der Wiege usw. Aber mit einem halben Jahr in etwa nimmt das Kleine den Schlafort bewußt wahr. Ab diesem Zeitpunkt sollte man damit beginnen, das Baby in sein eigenes Kinderbett zum Schlafen zu legen. Damit verbindet das Baby automatisch den Zustand „Schlafen“, was für die Schlafgewöhnung sehr wichtig ist.  Wo nun das Babybett aufgestellt ist im Kinderzimmer oder im Elternschlafzimmer ist egal. Stillende Mütter bevorzugen das Kind in ihrer Nähe zu haben, da sie es ja nachts noch stillen müssen.
Schläft der Säugling nachts sehr unruhig, so ist der Schlaf der Eltern immer wieder gestört. Hier sollten sich die Eltern vielleicht doch überlegen, das Kleine umzuquatieren.
Im elterlichen Bett sollte ein Baby nicht schlafen, denn es besteht die Gefahr von Überhitzung und die Einengung durch den schlafenden Eltern.
Um einen plötzlichen Kindstod zu verringern, sollte man seinen Säugling nicht in der Bauchlage zum Einschlafen legen, besser ist auf jeden Fall die Rückenlage. Ein Baby sollte kein Kissen, Bettdecke oder Kuscheltier in diesem Alter in seinem Bett haben. Am geeignetsten sind Schlafsäcke in der richtigen Größe des Kindes. Somit besteht keine Erstickungsgefahr durch überdecken des Kopfes mit der Decke oder Kissen usw.

Ab wann sollte das Baby durchschlafen können? Diese Frage stellen sich viele frischgebackene Eltern. Eine Regel dafür gibt es aber nicht. Denn jedes Kind hat ein anderes Bedürfnis, einige brauchen mehr, die anderen Babys weniger Schlaf. Aber man kann anhand einer Statistik sich in etwa orientieren und zwar schlafen 38 % der Babys zwischen dem 6. und 7. Monat durch und ab einem Jahr schlafen etwa 50 % durch. Durch Wachstumsschübe, Zahnen oder einer Erkrankung des Säuglings kann es vorkommen, daß Kinder die bereits schon durchschlafen, jetzt wieder mehrmals nachts aufwachen und weinen. Diese Phasen gehen aber wieder vorbei, jedoch kann es erst einmal eine Weile dauern, bis sich das komplette Durchschlafen wieder eingependelt hat.
Damit es mit dem Durchschlafen schneller funktioniert sind Rituale am Abend sehr hilfreich. Durch diese Einschlafrituale kann sich der Säugling darauf einstellen, daß die Nachtruhe nun beginnt. Das kann ganz unterschiedlich gehandhabt werden so z.B. kann man beim letzten Wickeln das Licht dämpfen leise, beruhigende Musik dazu abspielen oder bevor das Baby ins Bett gelegt wird noch einmal so richtig intensiv mit dem Kleinen schmusen oder kuscheln. Auch ein Gute-Nacht-Lied oder eine Spieluhr kann eine entspannte Stimmung herbeizaubern. Wichtig ist es auf jeden Fall sich für eines dieser oder andere Rituale zu entscheiden und dies jeden Abend gleichermaßen durchführen. So kann sich das Baby durch die immer gleichen Abläufe darauf einstellen, daß nun die Nacht beginnt. Eine feste Schlafenszeit sollte auch nach Möglichkeit ab jetzt beginnen, so stellt sich nach und nach ein guter Schlafrhythmus beim Baby ein.
Vor dem Zubettgehen sollte man nicht noch Besuch bekommen, laute Musik hören oder einen aufregenden Fernsehfilm laufen haben, denn diese Eindrücke verarbeitet das Baby erst einmal und somit fällt es diesem schwer ruhig einzuschlafen.

Sollte der Säugling nachts doch einmal aufwachen, so sollte nur ein gedämpftes Licht eingeschaltet werden, auch sollte das Kleine nicht gleich aus dem Bett genommen werden, es kann mit leiser, ruhiger Stimme und streicheln im Bett wieder zum Einschlafen gebracht werden.
Bei Neugeborenen sollte man bevor man selbst ins Bett geht das Kleine noch einmal füttern und dabei auch nur ein gedämpftes Licht anhaben, damit es von Anfang an den Unterschied zwischen Tag und Nacht mitbekommt.

Geht es dem Säugling schlecht, wegen irgendwelchen Bauchschmerzen oder dem Zahnen usw. so sollte es ab und zu mit ins Elternbett genommen werden um Trost, Geborgenheit und Schutz zu finden. Es fühlt sich dann gleich besser, dies sollte aber nur die Ausnahme sein und nicht die Regel.

Über Klaus Müller-Stern

Klaus Müller-Stern

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