Baby schreit Abends: 4 mögliche Gründe

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Das Baby schreit abends besonders viel und lässt sich nicht beruhigen. Eltern kennen solche Situationen und sind dann entweder verunsichert oder geraten an die Grenzen ihrer Möglichkeiten.

Wenn das Baby schreit am Abend…

…kann das gute Gründe haben, auch wenn sie nicht immer erkennbar sind. Temperamentvolle Babys schreien oft lautstark und anhaltend. An manchen Tagen kommen so drei oder mehr Stunden zusammen. Ein erkennbarer Grund lässt sich nicht finden. Weder ist die Windel nass oder voll, noch hat es Hunger. Doch beruhigen lässt sich das Baby auch nicht. „Schreiattacken“ dieser Art kommen oft am späten Nachmittag oder in den Abendstunden vor.

Solche “Schreiattacken” sind in der Regel harmlos und treten meist in den ersten drei bis sechs Lebensmonaten auf. Doch für die häufig bereits völlig übermüdeten Eltern können sie eine starke Belastung bedeuten. Das Baby schreit abends und das zehrt an den Kräften und Nerven. Vor allem noch unerfahrene Erstlingseltern werden hierdurch oft stark verunsichert, denn sie können sich das Schreien nicht erklären. Sie glauben, dass sie in der Babypflege Fehler machen. Viele sind enttäuscht, weil sich ihr Kind nicht beruhigen lässt. Doch die Erfahrung zeigt, dass die Ursache in der Regel nicht bei den Eltern liegt.

Mögliche Ursachen:

  • Babys haben oft Probleme in den Schlaf zu finden; tagsüber bekommen sie zu wenig Schlaf, sind dadurch überreizt und durch zu viele Eindrücke einfach überfordert.
  • Es gibt Babys, die tun sich schwer damit, ihren individuellen Schlaf-Wach-Rythmus zu finden.
  • Wieder andere neigen zur Unruhe, haben ein schwieriges Temperament und benötigen von ihren Eltern eine besondere Empathie.
  • Einige Babys haben in den ersten drei Monaten mit Koliken Probleme, weil das Verdauungssystem noch nicht ausgereift ist.

Was tun, wenn das Baby ohne ersichtlichen Grund abends schreit?

Das Baby schreit abends ohne ersichtlichen Grund und sind die Eltern durch eine Vielzahl an schlaflosen Nächten schon stark angespannt, kann das Schreien Eltern zur Verzweiflung bringen. Doch darf niemals versucht werden, ein schreiendes Baby durch Schütteln zur Ruhe zu bringen. Der Hals und der Kopf eines Babys sind extrem verletzlich. Schwere körperliche Verletzungen und sogar der Tod des Babys könnten die Folge sein!

Wenn das Baby abends schreit, bringt das Eltern oft zur Verzweiflung. Was also tun?

Wenn das Baby abends schreit, bringt das Eltern oft zur Verzweiflung. Was also tun? (#01)

Baby schreit abends: Was also tun?

  • In jedem Fall ruhig bleiben, auch wenn es noch so schwerfällt.
  • Durch leises Zureden, Vorsingen, sanften Körperkontakt oder einer sanften Massage das Baby zu beruhigen versuchen.
  • Hektik sollte vermieden werden. Das Baby wird sonst nur noch überreizter und unruhiger.
  • Sollte das Baby bereits sehr lange schreien, ist oft ein Umgebungswechsel oder ein kleiner Spaziergang an der frischen Luft gut. Das kann dem Baby helfen, sich zu entspannen und zu beruhigen.
  • Wenn die genannten Ratschläge nicht helfen und ein Elternteil mit den Nerven bereits am Ende ist, ist es hilfreich, sich mit dem anderen Elternteil abzuwechseln.
  • Alleinerziehende, die merken, dass das Schreien unerträglich für sie wird, sollten ihr Kind in sein Bettchen legen und den Raum verlassen, bevor „der Kragen platzt“ und vielleicht etwas Unüberlegtes getan wird, was man später bereut.
  • Eltern sollten sich selbst beruhigen, in dem sie einige Minuten ihre Lieblingsmusik hören, ein Glas heiße Milch mit Honig trinken oder sich anderweitig entspannen. Je nach Vorlieben kann es viele Möglichkeiten geben.
  • Vielleicht besteht auch die Möglichkeit Freunde, Bekannte oder die Großeltern anzurufen, damit diese vielleicht kurzfristig zur Seite stehen können.

Sich frühzeitig Rat und Unterstützung holen

Wenn Eltern alles zu viel wird und das Schreien die Nerven über Gebühr strapaziert, sollte Rat und Hilfe gesucht werden.

Entlastung Freunde, Familie, Großeltern
Erfahrungsaustausch Netzwerke, Selbsthilfegruppen
Beratung und Hilfe Kinderarzt,
Schreistunde, Scheiambulanzen, Beratungsstellen

 

Adressen von Schreiambulanzen können über das zuständige Jugendamt bzw. den Erziehungsberatungsstellen, Kinderkliniken, KinderärztInnen oder die Listen der GAIMH (German Speaking Association for Infant Mental Health) erfragt werden.

An den Kinderarzt sollten sich Eltern wenden, wenn:

  • auch nach den ersten Lebenswochen, das Schreien des Babys von den Eltern nicht gedeutet werden kann und es kaum zu beruhigen ist.
  • das Baby darüber hinaus auch noch Probleme mit dem Schlaf hat oder das Füttern problematisch wird;
  • das Baby auch nach dem dritten Lebensmonat häufig schreit und quengelig ist.

Mit fachlicher Hilfe und Unterstützung gelingt es, Eltern in der Regel schnell das überlange Schreien in den Griff zu bekommen. Auch Familienhebammen können bei besonderen Belastungen im ersten Lebensjahr unterstützen.

Wie kann dem Schreien vorgebeugt werden?

Es ist also individuell ganz verschieden, wie viel und wie lange ein Baby schreit. Mit einigen Verhaltensregeln können Eltern grundsätzlich viel dazu beitragen, dass ein Baby weniger oft und anhaltend schreit.

Tipps, wenn das Baby abends schreit: So können Sie vorbeugen.

Tipps, wenn das Baby abends schreit: So können Sie vorbeugen. (#02)

Empathie ist wichtig

Gerade in den ersten Lebensmonaten sollte möglichst rasch auf das Schreien des Babys reagiert werden, in dem es getröstet wird. Babys, die von Beginn an rasch beruhigt werden, schreien zukünftig weniger. Doch sollte das Kind nicht beim ersten Schreien hochgenommen werden. Dem Säugling sollte vorher Gelegenheit gegeben werden, sich durch Blickkontakt mit den Eltern, durch sanftes Zureden oder Schaukeln wieder zu beruhigen.

Bewegung und Anregung

In den ersten Lebenswochen sollte das Baby regelmäßig mehrfach am Tag herumgetragen werden und nicht nur, wenn es schreit. Dem Baby sollte nicht nur Aufmerksamkeit geschenkt werden, wenn es schreit, sondern auch in ruhigen Momenten und Situationen. Ein Säugling braucht viel Aufmerksamkeit und Zuwendung. In den Wachphasen des Babys sollte mit ihm gespielt werden. Jedes Baby sollte möglichst viel frei strampeln und nicht lange in Babywippen oder Ähnliches liegen.

Vermeidung von Überreizung

Intensive und abwechslungsreiche Reize sollten vermieden werden, besonders dann wenn das Baby sowieso schon unruhig ist und zum Schreien neigt. Ein Baby sollte niemals überfordert werden. Sollte es durch Blickabwenden signalisieren, dass es genug hat, sollten Eltern das respektieren. In den ersten Lebensmonaten kann ein Baby nur wenige Minuten aufmerksam folgen. Ein Neugeborenes kann plötzlich von Müdigkeit förmlich überrannt werden.

Struktur und Routine

Regelmäßigkeit und Struktur sollte zu einem Tagesablauf mit einem Baby gehören. Routine beim Füttern, Schlafen legen und bei der Pflege gehören dazu.

Das Baby schreit abends: Zubettgehrituale bringen Struktur und Sicherheit.

Das Baby schreit abends: Zubettgehrituale bringen Struktur und Sicherheit.(#03)

Ausreichend Schlaf

Zeigt das Baby erste Ermüdungszeichen, sollte es schlafen gelegt werden. Auch tagsüber sollte es regelmäßig schlafen. Das Baby sollte nicht immer gleich hoch genommen und angelegt werden, wenn es aufwacht. Babys können öfter einmal aufwachen, um dann nach kurzer Zeit wieder von allein einzuschlafen.

Das Baby schreit abends: Auch die Ernährung spielt eine Rolle

Laut einer britischen Studie lässt zu häufiges Füttern Babys schreien. Für alle stressgeplagten Eltern abends und nachts schreiender Säuglinge haben britische Forscher Abhilfe gefunden: Die Säuglinge dürfen nicht zu oft gefüttert werden. Wird ein Baby in der ersten Woche mehr als elf Mal binnen 24 Stunden gestillt, wacht es einer Studie zufolge drei Monate später mit einer dreimal höheren Wahrscheinlichkeit nachts auf. Die Erziehungswissenschaftler von der Londoner Universität entwickelten nach der Untersuchung von 600 Neugeborenen zugleich ein dreistufiges Gegenprogramm, mit dem Babys einen tieferen Schlaf erlernen sollen.

Das Baby muss zunächst den Unterschied zwischen Tag und Nacht deutlich erkennen lernen. Dabei helfen dunkle Zimmer und Ruhe, die den Säugling zum Schlafen animieren. Wenn der Säugling müde ist, sollte er sofort ins Bett oder in die Wiege gebracht werden. Dabei sollen Babys weder gehätschelt noch gestillt werden.

Nach drei Wochen sollen Eltern, wenn das Baby gesund ist und an Gewicht zunimmt, statt nach dem Aufwachen gleich die Brust oder Flasche zu geben, zunächst die Windeln wechseln oder mit dem Baby schmusen oder kuscheln. So bringe das Kind das Aufwachen nicht gleich mit Nahrung in Verbindung, heißt es in der Studie.

Den von dem Erziehungswissenschaftler Ian St. James-Roberts angeführten Forschern zufolge, konnten, mit diesen Verhaltenstipps auch die meisten Säuglinge, die vorher zu oft gefüttert worden waren, durchschlafen. Die Experten schätzen die Chancen ihres Programms als gut ein, weil es nicht einfach darauf abziele, schreiende Kinder weinen zu lassen. Die Studie wurde in den „Archives of Disease in Childhood“, einem Spezialblatt der Britischen Ärztevereinigung, veröffentlicht.

Sollte man Schreibabys pucken?

Experten sagen ja, denn pucken bringt Wärme und Geborgenheit. Pucken ist eine sehr alte Wickeltechnik. Sie sorgt durch ein enges Wickeln dafür, dass sich der Säugling wie im Mutterleib fühlt. Diese Enge ist gleichbedeutend mit einem Gefühl von Sicherheit, Geborgenheit und Wärme. Durch das Pucken werden dem Schreibaby diese Gefühle wieder vermittelt.
Wie kann man ein Baby pucken

Bereits von Geburt an, kann man Babys pucken. Dabei muss eine festgelegte Wickeltechnik eingehalten werden:

  • Es kann jedes quadratische Tuch genommen werden, welches groß genug ist. Im Sommer darf es ein Kopfkissenbezug sein, im Winter eine warme Decke. Die Babydecke sollte ein spezielles Kopfteil, wie eine Mütze besitzen. Das Tuch muss mindestens die Maße 80 x 80 cm haben.
  • Die Babydecke oder der Kopfkissenbezug werden diagonal ausgebreitet und das Baby darauf gelegt. Dann wird die Decke um das Baby geschlungen. Wichtig dabei ist, das Baby erst unterhalb der Schultern einzuwickeln, sodass die Arme mit gepuckt werden. Die Arme müssen dabei neben dem Körper des Babys liegen, nicht auf der Brust.
  • Die untere Ecke der Babydecke wird nach oben geschlagen und unter die rechte Schulter des Babys geschoben. Nun wird die rechte Seite der Babydecke straff um das Kind gezogen und unter der linken Körperhälfte gesteckt. Dann wird mit der linken Seite des Tuchs ebenso verfahren.
  • Um die Babydecke zu fixieren, wird ein Schal oder ein leichtes Tuch um den Körper des Babys gebunden.
    Wichtig dabei ist, dass beim Pucken mit dem Baby gesprochen wird. Eine bekannte Stimme beruhigt das Baby und so kann es sanft entschlummern. Das Baby sollte zwar fest in die Decke gepuckt werden, aber es ist darauf zu achten, dass es nicht zu fest ist.

Video: Dein Baby richtig pucken mit Puckdecke I Einschlafhilfe I Leben mit Baby


Eine genaue Erklärung dafür, warum ein Baby zu einem Schreibaby wird, hat die Medizin bis heute noch nicht gefunden. Doch die Medizin kann erschöpften Eltern helfen, die Problematik zu lösen. Das Baby schreit abends? Dann ist es vor allem wichtig, die Ruhe zu bewahren und sich Unterstützung zu holen.


Bildnachweis: ©Shutterstock – Titelbild:  Africa Studio -#01: Elnur – #02: FamVeld – #03: kryzhov

Über Rebecca Liebig

Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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