Wie lange mindestens stillen?

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Wichtig für frisch gebackene Mamas: Wie lange stillen ist normal? Endlich klare Antworten zum beliebten und umstrittenen Thema Stillzeit.

Wie lange stillen? Streitthema unter Müttern

Kaum ein Thema ist unter jungen Müttern so umstritten: Wie lange soll ich stillen? Wann ist der richtige Zeitpunkt, um aufzuhören und dem Baby die Flasche zu geben.

  • Die optimale Stillzeit
  • Vorteile, etwas länger zu stillen
  • Die besten Positionen beim Stillen
  • Stillen vs. Flaschenfütterung
Ein besonderer Moment der Intimität mitten im Grün des Waldes. (#1)

Ein besonderer Moment der Intimität mitten im Grün des Waldes. (#1)

So lange sollte das Baby gestillt werden

Eine junge Mutter ohne gesundheitliche Probleme sollte ihr Neugeborenes mindestens fünf bis sechs Monate voll stillen.  Alternativ kann immer auch Säuglingsnahrung aus der Flasche gegeben werden. Da braucht keine Neu-Mama ein schlechtes Gewissen entwickeln.

Generell: Der Begriff des „Langzeitstillen“ ist relativ. In letzter Konsequenz entscheidet die Mutter (und manchmal auch das Baby), wie lange stillen sinnvoll ist. Wenn es beiden gefällt, kann ohne Not ein Jahr oder länger gestillt werden.

Wie lange stillen: Noch im „hohen“ Alter von 6 Jahren?

Es gibt natürlich einige schräge Beispiele, die in letzter Zeit des Öfteren in den Medien gezeigt wurden. Da werden kleine Kinder im Alter von 6 Jahren gezeigt, die noch Muttermilch aus der Brust trinken. Das sind absolute Ausnahmefälle, die von den meisten abgelehnt werden. Immerhin sollte das Abstillen schon mit sechs Monaten (!) beginnen. Allerdings sollte diese Entscheidung, wenn es der ausdrückliche Wunsch des Kindes ist, der Mutter und ihrem Kind überlassen werden, wann der endgültige Zeitpunkt gekommen ist.

Natürlich: Es bleibt höchst ungewöhnlich und man sollte mögliche psychische Folgeschäden nicht außer Acht lassen. Wenn der andere Eltern-Teil vorhanden ist, sollte auch dieser seinen Einfluss geltend machen und die Mutter zu einem Ende der Stillmahlzeit bewegen. Es ist verständlicherweise relativ schwer zu vermitteln, warum das Kind solange gestillt wird und man stellt sich mit einem solchen Verhalten ins Abseits. Aber das sollte jeder Erwachsene mit sich ausmachen. Durch die Beteiligung des Kindes müssen aber auch dessen Interessen berücksichtigt werden. Da enden unter Umständen auch die Rechte der Mutter beziehungsweise der Eltern.

Video: Stillpositionen

Es kann Vor- und Nachteile haben, lange zu stillen

Babys können profitieren, wenn das Stillen nicht abrupt beendet wird. So kann dadurch auch nach dem Wechsel zu Breikost der kleine Körper ideal mit Nährstoffen und Vitaminen versorgt werden. Kinder, die gestillt werden, bekommen zudem mehr Energie, weil Proteine oder Spurenelemente der Muttermilch besser verwertet werden.

Das Immunsystem wird in Folge besser unterstützt, so kommen Abwehrmechanismen, welche die Mutter gegen Entzündungen entwickelt, auch dem Stillkind zugute. Diese werden seltener krank und benötigen weniger häufig eine Antibiotika-Therapie. Auch sind sie durch den längeren Kontakt mit Muttermilch besser vor Magen-Darm-Infekten bedroht und leiden später seltener an Allergien. Wie lange das Stillen erforderlich ist, um diesen besseren Schutz zu erlangen? Mindestens sechs Monate als Faustregel.

Die Nachteile: Es gibt wenige konkrete Nachteile, wenn etwas länger als üblich stillt. Einschränkungen der Mobilität der Mutter können auftreten und auch wenn man wieder im Job ist, fragen sich die meisten berufstätigen Mamas, wie lange stillen eigentlich noch sinnvoll ist.

Unter Umständen kann Langzeitstillen zu einer größeren Erschöpfung der Mutter führen. Und natürlich sollten Alkohol und Zigaretten tabu während der Stillzeit sein. Ist eine kleinere Operation nötig, könnten Probleme mit Medikamenten auftreten. Aber bereits heute gibt es gut verträgliche Arzneimittel, die auch stillende Frauen nach ärztlicher Absprache nehmen können.

 

Die Kleine ist ungefähr 2 Jahre alt und wird sehr sicher nicht mehr gestillt. (#2)

Die Kleine ist ungefähr 2 Jahre alt und wird sehr sicher nicht mehr gestillt. (#2)

Wie lange stillen? Bequem soll es in jedem Fall sein!

Die Frage, wie lange stillen sinnvoll ist, hängt damit zusammen. Denn wenn Frauen es als unbequem empfinden, wird eher abgestillt. Aus diesem Grund einmal die idealen Positionen für junge Mütter beim Stillen. Es gibt in erster Linie drei übliche Stillpositionen, welche sich bei den meisten Stillenden als angenehm bewährt haben:

  • Die Wiege:
    Eine häufige Stillhaltung. Die Mutter befindet sich in aufrechter Lage. Das Baby wird im Arm gehalten. Rücken und Oberschenkel des Säuglings werden gestützt. Der kleine Kopf ruht entweder in der Ellenbeuge oder dem Unterarm. Wichtig: Schulter, Rücken und Arm der Mutter sollten sich bequem anfühlen, zur Not mit Unterstützung eines Kissens. Großer Vorteil der „Wiege“: Sie kann zu Hause wie auswärts praktiziert werden. Fürs Stillen muss aber etwas gepolstert werden, deshalb nicht immer erste Wahl der Muttis.
  • Der Football:
    Hier liegt das Baby seitlich unter dem mütterlichen Arm. Ähnlich wie ein Football-Spieler einen Ball trägt. Die Baby-Beine stemmen sich gegen den Rücken der Mutter. Gut: Das Köpfchen kann viel gezielter als bei der Wiege zur Brust geführt werden. Eine ideale Stillposition auch für Mütter mit Kaiserschnitt oder Frühgeborene bzw. krank auf die Welt gekommene Babys. Für diese schwächeren Säuglinge ist es besonders leicht, an die Muttermilch zu kommen. Eine Polsterung oder Kissen ist auch hier erforderlich.
  • Stillen im Liegen:
    In einer seitlichen Lage zu stillen dürfte für die eine oder andere Mutter ziemlich schwierig werden, da der Babymund und die Brust in dieser Position schwerer zu erkennen sind. Das Stillen im Liegen kann für erfahrene Frauen aber sehr bequem sein, ist es doch gut möglich, sich in der bequemen Position zu erholen. Tipp: Ausprobieren und ein wenig üben, damit die Neu-Mama genauso wie der Säugling sich wohlfühlen. Im Übrigen: Es ist absolut normal, beim Stillen müde und schläfrig zu werden. Auch das Kleine kann, wenn es gestillt wird, einschlafen und, das ist ein Vorteil dieser Still-Position, einfach liegen bleiben.

Welches die beste Position ist und wie lange man stillen möchte, sollten die Mütter individuell entscheiden. Die gute Nachricht: Irgendwann endet auch das manchmal etwas mühselige Stillen und der Alltag wird zumindest wieder etwas „normaler“. Das freut nicht nur die Mutter, sondern beide Eltern. Denn auch Väter freuen sich über die weiteren Entwicklungsschritte des Kindes.

Wie lange stillen? Tipps zur Umstellung auf Flaschenfütterung

Wie beschrieben, sollten Mütter wenigstens sechs Monate (gerne etwas länger) stillen, und erst dann das empfindliche Neugeborene langsam auf die Fütterung via Flasche umzustellen.

Aus diesem Grund ein paar Tipps für Neu-Mamas, wie der Wechsel auf die Flasche zum Wohle des Babys am besten funktioniert:

  • wichtig: Es gibt keine „Gebrauchsanleitung“ für das richtige Umstellen auf Flaschennahrung
  • in der Regel fürs Abstillen einen Zeitraum von sechs bis acht Wochen einplanen
  • Das Kind zuerst an die Brust anlegen und nach kurzer Zeit die Flasche als Alternative anbieten.
  • Auch mal andersherum probieren: Erst Flasche geben, dann Brust.
  • Peu a Peu die Menge an Flaschen-Nahrung erhöhen und immer weniger die Brust geben
  • ein gesunder Mix aus Brust/Flasche sollte zunächst aufrecht erhalten werden. Also nicht sofort zweimal hintereinander die Flasche geben
  • nach dem Abstillen in ungefähr 6 Monaten Pre-Milch oder Folgemilch in der Flasche verfüttern. Ab dem 1. Lebensjahr kann ohne Bedenken auch herkömmliche Kuhmilch gegeben werden.
  • Beikost, also breiige Nahrung zur Milchernährung, sollte im Rahmen eines Abstillens immer häufiger verfüttert werden. Diese Umstellung auf feste Nahrung sollte langsam erfolgen.
  • Ideale Einführung von Breikost: Im 5. bis 7. Lebensmonat mittags beginnen mit Gemüse-Brei (z.B. Karotten), in der zweiten Woche erfolgt mittags ein Gemüse-Kartoffel-Brei, in der dritten Woche folgt der Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei.

Parallel dazu immer die Milchernährung in Form von Muttermilch oder Pre-Milch aufrecht erhalten. Verträgt das Baby die Umstellung gut, ist ein idealer Zeitpunkt, endgültig mit dem Abstillen und das Ende der Stillmahlzeit einzuläuten. Ein neuer Abschnitt für Eltern (auch für den Papa ist das ein großer Moment) wie fürs Baby beginnt. Wie lange stillen genau nötig ist, können wie schon erwähnt Mutter und Kind individuell festlegen.

Diese Familie ist aus dem Gröbsten raus. Die Kinder sind immer noch klein, aber natürlich längst abgestillt. (#3)

Diese Familie ist aus dem Gröbsten raus. Die Kinder sind immer noch klein, aber natürlich längst abgestillt. (#3)

Ab dem 7. Monat: Das endgültige Abstillen des Babys sollte beginnen

Als Faustregel gilt trotzdem: Ab dem 7. Monat sollte es langsam Zeit werden, immer mehr auf feste Nahrung umzustellen. Irgendwann benötigt das Baby auch keine spezielle Milch mehr und es kann Kuhmilch verwendet werden.

Zusammenfassung: Es gibt keine Regel, wie lange stillen notwendig fürs Baby ist. Nach sechs bis sieben Monaten sollte aber Schluss sein, beziehungsweise der Prozess des Abstillens beginnen. Es wird Zeit, auf feste Nahrung umzustellen. Die Ernährung mit Milch, egal Muttermilch oder die Pre-Milch mit ähnlichen Inhalten, wird weniger wichtig. Ein neuer Lebensabschnitt des Neugeborenen beginnt. Gestillt zu werden, gehört jetzt der Vergangenheit an.

Letzter Tipp: Auch die Belange des Babys sollten beim Zeitpunkt des Abstillens Berücksichtigung finden. Es braucht eine gewisse Zeit, sich von der Brust zu entwöhnen. Wie lange stillen dann ganz genau dauert, ist weniger wichtig. Man muss dem Säugling die Zeit geben, sich auf die neue Situation einzustellen. Das geht bei dem einem ganz schnell, das andere Baby möchte aber partout nicht von der Mutterbrust getrennt werden. Langzeitstillen ist zwar nicht im Interesse von Mutter und Kind, aber es ist trotzdem ungemein wichtig, niemals abrupt die Stillzeit zu beenden. Von einem auf den anderen Tag abstillen, ist gerade für empfindliche Babys der falsche Weg.

In jedem Fall ist es ein großer Moment. Das Kind geht nicht mehr an die Brust und wird wieder ein Stück „erwachsener“. Mütter sind meist erleichtert über diesen Schritt, bedeutet er doch die notwendige Abnabelung. Eigentlich sind beide Eltern glücklich. Und wenn erstmal die Kleinen aus dem Gröbsten heraus sind, wird man sich hoffentlich in guter Erinnerung an diese Momente erinnern.


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Über Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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