Schlafrhythmus: Babys finden so in den Schlaf

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Frischgebackene Eltern reden häufig über ihren Schlafrhythmus. Baby und Schlaf sind ein dabei ein Thema. Sehr wichtig dabei ist der Schlafrhythmus des Babys. Das wundert nicht, denn er unterscheidet sich gravierend von dem Schlafrhythmus eines Erwachsenen und damit der Eltern.

Das Schlafverhalten eines Babys

Ein Säugling kann noch nicht zwischen Tag und Nacht unterscheiden. Deshalb hat er auch nachts Hunger und wird wach. Das erfordert sehr viel Kraft von den Eltern und ist meist in den ersten Wochen das dominierende Thema innerhalb der Familie. Doch gerade die Eltern können sehr viel dazu tun, dass ihr Baby schneller in den eigenen Schlafrhythmus kommt. Dann wird es nämlich einfacher. Die Phasen, in denen eine Kind schlecht schläft, wird es jedoch im Laufe seiner Entwicklung immer wieder geben.

Babys schlafen oft zu den verschiedensten Zeiten ein. Mal schlafen sie lange, mal halten sie nur ein kleines Nickerchen und wenn Eltern glauben, sie hätten den Schlafrhythmus des Babys erkannt, schlafen die Kinder wieder zu anderen Uhrzeiten. Doch auch schon die ganz Kleinen haben einen festen Schlafrhythmus, auch wenn es für Erwachsene oft nicht so aussieht. Sie durchlaufen die gleichen Phasen, wie Erwachsene:

  • Müdigkeit
  • leichter Schlaf
  • Tiefschlafphase
  • Traumschlaf
  • Aufwachen

Ist der Schlafrhythmus des Babys trotzdem anders?

Mal schlafen sie lange, mal halten sie nur ein kleines Nickerchen und wenn Eltern glauben, sie hätten den Schlafrhythmus des Babys erkannt, schlafen die Kinder wieder zu anderen Uhrzeiten.

Mal schlafen sie lange, mal halten sie nur ein kleines Nickerchen und wenn Eltern glauben, sie hätten den Schlafrhythmus des Babys erkannt, schlafen die Kinder wieder zu anderen Uhrzeiten. (#01)

Der Schlafrhythmus des Babys

Neugeborene brauchen zwei Dinge ganz besonders, Nahrung und Schlaf. Deshalb sieht es so aus, als ob das Baby ständig müde ist und schlafen möchte oder schläft. Gleichzeitig wachen sie aber alle drei bis vier Stunden auf und wollen gefüttert werden. Direkt nach der Geburt schläft ein Baby zwischen 16 und 20 Stunden am Tag. Dadurch werden Eltern auch in der Nacht häufig geweckt, denn das Baby benötigt auch in der Nacht Nahrung. Eltern sind es aber gewohnt, sechs bis acht Stunden durchgehend schlafen zu können. Doch Eltern können sich damit trösten, dass sich das Schlafverhalten und der Schlafbedarf des Babys im Laufe der nächsten Lebensmonate an den Tag-Nacht-Rhythmus anpassen wird. Dann wird es leichter. Die ersten drei Lebensmonate sind die Anstrengendsten, da der Säugling alle zwei Stunden wach wird. Es gibt jedoch auch Babys, die schlafen sofort durch und kommen erst später in ihrem Schlafrhythmus durcheinander. Beides ist völlig normal und stellt keinen Grund zur Beunruhigung dar.

Warum kann ein Neugeborenes nachts nicht durchschlafen?

In den ersten Lebenswochen schläft ein Neugeborenes sehr viel. Es schläft maximal drei bis vier Stunden durch. Deshalb wird eine Vielzahl an Neugeborenen auch in der Nacht wach. Zwei- bis drei- Mal sind völlig normal. Das Baby ist im Mutterleib an eine ständige Versorgung durch die Nabelschnur gewöhnt und der noch recht kleine Magen, kann nur wenig Nahrung aufnehmen. Doch der Magen wächst in den ersten sechs bis acht Lebenswochen rasant und so hat das Baby auch erst später Hunger und schläft länger. In den ersten drei Lebensmonaten ist das Bedürfnis des Babys nach Nahrung, stärker als das Bedürfnis nach Schlaf. So wird sichergestellt, dass der kleine Körper ständig wächst und es ihm an nichts mangelt.

Das Schlafverhalten des Babys passt sich langsam an

Der Schlafrhythmus des Babys passt sich zwischen dem dritten und sechsten Lebensmonat langsam dem der Eltern an. Der Schlafbedarf wird in der Nacht länger und tagsüber reichen einige Nickerchen. Irgendwann fallen die Nickerchen ganz weg. Mit 18 Lebensmonaten hat sich der Schlafrhythmus des Babys soweit verändert, dass es nur noch einen kurzen Mittagsschlaf tagsüber benötigt und nachts durchschläft. Dann ist es wichtig, darauf zu achten, dass der Mittagsschlaf so früh wie möglich gehalten wird. Je später der Mittagsschlaf, umso munterer ist das Kind am Abend und will weder ins Bettchen noch einschlafen.

Der Schlafrhythmus des Babys braucht Unterstützung: Schlafverhalten kann antrainiert werden.

Der Schlafrhythmus des Babys braucht Unterstützung: Schlafverhalten kann antrainiert werden. (#02)

Den Schlafrhythmus des Babys unterstützen

Obwohl der Schlafrhythmus des Babys überwiegend angeboren ist, kannst es sanft dabei unterstützt werden, seinen individuellen Schlafrhythmus zu finden. Ob es nun von Beginn an wenig Schlaf benötigt oder eben sehr viel, hängt vom individuellen Schlafverhalten ab. Eltern sollten auf diese Individualität eingehen, und nicht versuchen ein bestimmtes Schlafverhalten anzutrainieren. Das endet in der Regel mit einem Schreikonzert des Babys.

Generell gilt: Ist das Baby müde, sollte es in sein Bettchen gelegt werden. Das Kind tagsüber wachzuhalten, damit es nachts schläft, bringt gar nichts. Umgekehrt bringt es großen Stress mit sich, wenn es in sein Bettchen gelegt wird, obwohl es noch gar nicht müde ist. Sinnvoll ist die individuelle Unterstützung.

Den Tag-Nacht-Rhythmus fördern

Den Unterschied zwischen Tag und Nacht sollte dem Baby deutlich gemacht werden. Dabei kann Folgendes hilfreich sein:

1. Wickeln und Füttern nachts nur bei gedämpftem Licht
2. In der Nacht sollte auf Spielchen verzichtet werden und nur leise geredet werden
3. Am Morgen und tagsüber sollte viel Licht in das Zimmer gelassen werden
4. Nach dem Aufwachen sollte das Baby frische Wäsche erhalten
5. Tagsüber darf gespielt und laut geredet werden
6. Zu festen Zeiten Spiel-, Einschlaf-, Pflege- und Fütterzeiten einplanen
7. Feste Rituale

Rituale finden

Ist das Kleine müde, sollte mit dem Einschlafritual begonnen werden. Das kann wie folgt aussehen: Das Baby wird gefüttert, dann bekommt es sein Schlafgewand und wird dann in sein Bettchen gelegt. Dabei singt man dem Baby etwas vor oder zieht eine Spieluhr auf. Mit der Zeit wird das Baby dieses Ritual mit Schlaf verbinden und müder werden, sobald das Einschlafritual beginnt. So kann der Schlafrhythmus des Babys dem der Eltern angeglichen werden.

Bringt sowohl Mama als auch Papa das Baby zu Bett muss nicht das gleiche Einschlafritual verwendet werden. Das Baby erkennt schnell, mit Mama wird die Spieluhr aufgezogen und mit Papa gesungen. Das Einschlafritual sollte jedoch nie länger als 20 Minuten dauern.

Neugeborene und kleine Babys lassen sich leicht durch Körperkontakt, nuckeln und schaukeln beruhigen. Sind die Kinder dann älter, hilft eine Gute-Nacht-Geschichte. Viele Babys macht das warme Wasser beim Baden oder Duschen schläfrig. Aber Achtung, so manches Baby drehen dadurch erst wieder richtig auf. Es gibt auch Babys, die möchten ein bereits getragenes Kleidungsstück der Eltern bei sich liegen haben. Möglichkeiten gibt es also viele.

Für einen gesunden Schlafrhythmus benötigt das Baby Rituale.

Für einen gesunden Schlafrhythmus benötigt das Baby Rituale. (#03)

Störungen im Schlafverhalten

Auch Babys kann Stress sprichwörtlich den Schlaf rauben. Stressfaktoren können sein:

  • ein unregelmäßiger Tagesablauf
  • viele unbekannte Menschen und Gesichter um sich
  • Lärm

Das Baby findet seinen Schlafrhythmus nicht und weint viel. Im schlimmsten Fall wird es viel schreien und zu einem Schreibaby werden. In den ersten Lebenswochen sollte deshalb auf viel Besuch verzichtet werden und die eigenen Auswärtsaktivitäten sollten sich in Grenzen halten.

Sobald ein Kind Anzeichen von Müdigkeit zeigt, sollte es hingelegt werden. Anzeichen von Müdigkeit sind:

  • das Augenreiben
  • kein Interesse mehr an Spielsachen oder den Eltern
  • beim geringsten Anlass zu weinen anfangen

Auch eine beginnende Erkrankung oder eine Krankheit selbst können hinter einem veränderten Schlafbedarf stecken. Ein extrem auffälliges Schlafverhalten sollte deshalb immer mit einem Kinderarzt abgeklärt werden.

Der Schlafplatz des Babys

Ganz realistisch gesehen gibt es für Eltern keinen ausreichenden Schlaf mit einem Säugling. Eine stillende Mutter wird dabei ganz besonders unter dem Schlafentzug leiden. Allein die Erkenntnis, dass das völlig normal ist, nimmt den Druck von den Eltern. So können, das Baby und die Eltern leichter zur Ruhe kommen. Es braucht einfach etwas Geduld. Für jedes Baby kommt die Zeit, wo es das Schlafen gelernt hat.

In den ersten Lebenswochen kann das Baby im Elternschlafzimmer schlafen. Die Nähe der Eltern beruhigt das Baby. Stillende Mütter haben darüber hinaus den Vorteil, dass sie nicht aufstehen müssen. So schlafen auch sie schneller wieder ein. Das Baby kann direkt neben dem Elternbett in einer Wiege oder einem Stubenwagen schlafen. Auch ein Beistellbett kann hilfreich sein.

Sogenannte Nestchen sollten komplett weggelassen werden. Nestchen, die aus dicken, bauschigen Materialien bestehen, können zu einem Wärmestau führen. Zum anderen können Babys mit dem Gesicht darin versinken und ersticken. Auch Nestchen aus dünnem Stoff werden gerade bei Neugeborenen nicht benötigt. Das Bettchen sollte einen festen Platz im elterlichen Schlafzimmer haben. Gitterbetten sind im Allgemeinen so gebaut, dass sie sich mit wenigen Handgriffen der körperlichen Entwicklung des Kindes anpassen. Der Lattenrost sollte sich in der Höhe in mehreren Stufen verstellen lassen. Gitterstäbe, die herausnehmbar sind oder sogenannte Schlupfsprossen verwandeln das Bettchen später in ein Junior-Bett. Babybetten, die qualitativ hochwertig sind, begleiten das Kleine also durchaus mehrere Jahre lang.

Video: Babys Schlaf – die wichtigsten Hebammen-Tipps (HiPP Ratgeber)

Aber egal, für welches Bett sich Eltern entscheiden, überdimensionale Kissen, dicke Decken, Schaffelle, Heizkissen, Wärmflaschen oder Kuscheltiere haben in einem Babybett nichts verloren. Es besteht die Gefahr des Erstickens und der Überhitzung. Babyschlafsäcke sind dagegen perfekt. Die Kleinen können ihn sich weder über den Kopf ziehen, noch wegstrampeln. Wichtig hierbei ist die passende Länge. Die Bewegungsfreiheit des Babys darf nicht eingeschränkt sein. Von Lagerungskissen oder zusammengerollten Handtüchern wird abgeraten.

Aus Sicherheitsgründen und zur Verhinderung des plötzlichen Kindstodes raten Mediziner heute zur Rückenlage als beste Schlafposition. Etwa 20 °C benötigt ein Baby zum Spielen. Zum Schlafen reichen zwischen 16 °C und 18 °C. Es sollte nur kurz gelüftet werden. Dauerhaft gekippte Fenster sind eher unvorteilhaft. Die Schlafumgebung im Bettchen darf nicht zu warm sein. Von dicker Kleidung ist abzuraten. Im Nacken des Babys können Eltern spüren, ob es dem Baby zu warm oder zu kalt ist. Fühlt sich der Nacken angenehm warm an, ist alles bestens.

Übermüdete Eltern sollten ihren Perfektionismus ablegen, gerade wenn das Baby in der Nacht sehr aktiv ist. Das Chaos im Haushalt darf einige Zeit ignoriert werden, damit auch übermüdete Eltern Zeit haben, sich schlafen zu legen, wenn das Baby schläft. Hilfsangebote von Freunden und Großeltern dürfen angenommen werden. Niemand ist deshalb eine schlechte Mutter oder ein schlechter Vater. Kurz nach der Geburt ist der Schlafrhythmus des Babys und der Eltern noch sehr unterschiedlich. Im Laufe der Entwicklung wird sich das Baby, von allein, dem Schlafrhythmus der Eltern immer mehr anpassen. Diese Anpassung sollte jedoch nicht erzwungen werden.


Bildnachweis: ©Shutterstock – Titelbild: Africa Studio – #01: Tomsickova Tatyana – #02: Romanova Anna – #03: Evgeny Atamanenko

Über Rebecca Liebig

Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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