Kinder kriegen: Ja oder nein?

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Beim Kinder kriegen liegt das durchschnittliche Alter der deutschen Frau bei 30 Jahren für das erste Kind. Aber wie lange können Frauen Kinder bekommen und woher wissen sie, ob sie überhaupt welche möchten?

Sollte ich Kinder kriegen?

Geht es nach der Natur, sind alle Menschen nur auf der Welt, damit sie sich vermehren können. Heute ist es jedoch eine ganz freie Entscheidung, ob jemand kinderlos bleiben oder Eltern werden möchte. Gerade diese Frage treibt jedoch Frauen und auch Männer um. Die verschiedenen Lebensabschnitte machen es nicht leicht zu entscheiden, wann man Kinder kriegen sollte und ob sie überhaupt in die eigene Lebensplanung passen.

Statistiken haben ergeben, dass Frauen in Deutschland im Durchschnitt 1,57 Kinder bekommen. Allein im Jahr 2018 sind 787.500 Kinder geboren worden. Das ist, im Vergleich zum Vorjahr, ein Zugang der Geburten um mehr als 2.000 Babys. Der Trend scheint also zum Kind zu gehen, doch werden Paare damit nicht unter Druck gesetzt?

In der heutigen Gesellschaft ist es ganz normal, dass Paaren nach einer bestimmten Zeit die Frage gestellt wird, wann denn der Nachwuchs kommt. Wer dann darauf antwortet, dass gar keine Kinder geplant sind, wird mit dieser Entscheidung häufig schief angesehen. Es wird noch immer davon ausgegangen, dass alle Paare gerne Eltern werden möchten.

Das ist jedoch nicht immer der Fall und manchmal stellt sich die Frage nach dem Kinderkriegen selbst auch häufiger im Leben. Die Familienplanung ist für einige Menschen bereits in der Jugend fest. Sie möchten in einem bestimmten Alter eine bestimmte Anzahl an Kindern bekommen. Andere Frauen und auch Männer planen gar keinen Nachwuchs oder lassen sich die Frage offen. Immer mehr Möglichkeiten stehen den Frauen in Bezug auf ihre Karriere offen. Die Planung, erst das Studium zu beenden und Karriere zu machen, bevor ein Kind geboren wird, ist nicht selten.

Geht es nach der Natur, sind alle Menschen nur auf der Welt, damit sie sich vermehren können.(Fotolizenz-shutterstock: Roman Samborskyi)

Geht es nach der Natur, sind alle Menschen nur auf der Welt, damit sie sich vermehren können.(Fotolizenz-shutterstock: Roman Samborskyi)

Mehr Spätgebährende in Deutschland

Genau dieser Aspekt zeigt sich auch in der Statistik. Im Jahr 2018 war die Zahl der Frauen, die mit 40 Jahren oder älter entbunden haben, zunehmend.

Warum das der Fall ist, kann mehrere Gründe haben:

  • Spätes Liebesglück: Einige Paare finden erst etwas später im Leben zueinander und möchten sich erst einmal kennenlernen, bevor sie ein Kind bekommen. Die Jahre gehen ins Land und das Alter nimmt zu.
  • Medizinischer Fortschritt: Heute gibt es sehr viele Möglichkeiten, dem Elternglück auf die Sprünge zu helfen. Dank der modernen Reproduktionsmedizin ist es auch für ältere Frauen noch möglich, schwanger zu werden.
  • Karriere: Wird die Karriere in den Vordergrund gestellt, geben Frauen dafür oft die besten Jahre ihres Lebens her und entscheiden sich dann erst in einem Alter ab Ende 30 dafür, Mutter zu werden.

Es handelt sich also um eine ganz individuelle Entscheidung, die oft ein Prozess ist und teilweise auch dadurch beeinflusst wird, dass sich der Kinderwunsch vielleicht nicht ganz so einfach erfüllen lässt.

Wie lange kann eine Frau eigentlich Kinder bekommen?

Bei der Familienplanung kommt natürlich auch die Frage auf, wie lange Frauen Kinder kriegen können. Die Fruchtbarkeit hängt von der Frau selbst ab. Dennoch gibt es natürlich Erkenntnisse darüber, wann die Qualität und auch Menge der Eizellen nachlässt und damit von einer tickenden biologischen Uhr gesprochen werden kann.

Wer nicht kinderlos bleiben möchte, sollte daher die folgenden Zahlen kennen:

  • Mit einem Alter von Mitte 20 hat eine Frau statistisch gesehen die besten Chancen für eine Schwangerschaft.
  • Ab einem Alter von 30 Jahren nimmt die Fruchtbarkeit bereits ab.
  • Ab einem Alter von 35 Jahren werden Frauen als Risikoschwangere eingestuft.
  • Mit 40 Jahren ist die Fruchtbarkeit bereits rapide gesunken.
  • Ab 45 Jahren geht die Wahrscheinlichkeit für eine natürliche Schwangerschaft gegen Null.
 Grundsätzlich sind Frauen in der Lage, bis zu einem Alter von Ende 40 auf natürlichem Weg schwanger zu werden.(Fotolizenz- shutterstock_Elnur.)

Grundsätzlich sind Frauen in der Lage, bis zu einem Alter von Ende 40 auf natürlichem Weg schwanger zu werden.(Fotolizenz- shutterstock_Elnur.)

Bis zu welchem Alter ist eine natürliche Schwangerschaft möglich?

Jede Frau hat einen eigenen Zeitpunkt, ab dem die Menopause einsetzt. Kinder kriegen ist nach einer abgeschlossenen Menopause faktisch nicht mehr möglich. Grundsätzlich sind Frauen in der Lage, bis zu einem Alter von Ende 40 auf natürlichem Weg schwanger zu werden. Experten weisen jedoch darauf hin, dass eine Schwangerschaft mit 45 Jahren oder älter sehr unwahrscheinlich ist. Zudem steigen die Risiken für die Schwangere an.

Mögliche Komplikationen sind:

  • Schwangerschaftsdiabetes
  • Frühgeburt
  • Fehlgeburt
  • Erkrankungen des Fötus
  • Entstehung von Schwangerschaftsvergiftungen

Warum nimmt die Fruchtbarkeit bei Frauen eigentlich ab?

Männer können ihr ganzes Leben lang Kinder zeugen, Frauen aber nur ihr halbes Leben Kinder kriegen? Immer wieder kommt dieser Gedanke auf und dahinter steht die Frage, warum die Fruchtbarkeit bei Frauen mit dem Alter eigentlich überhaupt nachlässt. Abhängig ist die Fruchtbarkeit der Frau von ihren Eizellen. Wird ein Mädchen geboren, ist es bereits von Natur aus mit rund einer Million an kleinen Eizellen versehen. Diese verbleiben jedoch nicht im Körper.

Mit zunehmendem Alter baut der Körper diese ab. Hat ein Mädchen seine Fruchtbarkeit erreicht, verfügt es noch über rund 100.000 Eizellen. Je älter eine Frau wird, desto mehr nehmen also Quantität und auch Qualität der Eizellen ab. Sobald sich im Körper keine funktionierenden Eizellen mehr befinden, werden die Wechseljahre eingeläutet. Dies dient auch dem Schutz der Frau.

Da eine Schwangerschaft immer eine Belastung für den Organismus darstellt und dieser mit zunehmendem Alter diesen Belastungen nicht mehr komplett standhalten kann, zieht der Körper die Notbremse in Form von Wechseljahren.

Video 60°: Die Befruchtung – Spermium trifft Eizelle | WDR

Späte Schwangerschaft: Diese Möglichkeiten gibt es

Späte Schwangerschaft mit jungen Eizellen

Wie bereits kurz erwähnt, sind die medizinischen Möglichkeiten im Rahmen der Reproduktion heute sehr weit fortgeschritten. Daher gibt es verschiedene Optionen, die Fruchtbarkeit theoretisch zu verlängern:

Option Beschreibung
Eizellen einfrieren lassen Stellt eine Frau fest, dass in den nächsten Jahren erst einmal keine Zeit ist, um ein Kind zu bekommen, kann sie ihre Eizellen einfrieren lassen. Es wird über Medikamente das Wachstum der Eizellen in einem Zyklus gefördert. Diese werden dann entnommen und fachgerecht eingefroren. Später können sie bei Bedarf aufgetaut und befruchtet werden. Die befruchteten Eizellen werden der Frau dann wieder eingesetzt. Das Interessante dabei ist, dass Frauen so mit 45 Kinder kriegen können mit Eizellen, die vielleicht nur 30 Jahre alt sind.
Befruchtete Eizellen einsetzen lassen Möchte ein Paar seinen Kinderwusch noch ein wenig nach hinten schieben, kann das Einfrieren der Eizellen auch mit befruchteten Zellen durchgeführt werden. In diesem Fall wird das Paar, das später Kinder kriegen möchte, in einer Klinik betreut. Der Frau werden nach der Stimulation die Eizellen entnommen. Der Mann gibt Sperma ab. Es erfolgt eine Befruchtung der Eizellen im Labor und die Zellen, die sich weiterentwickeln, werden eingefroren. Hier wird gerne von „Eisbärchen“ gesprochen.
Eizellenspende In Deutschland ist sie bisher verboten, in anderen Ländern kann sie jedoch in Anspruch genommen werden: Die Eizellenspende. Frauen, die selbst keine oder keine guten Eizellen bilden, erhalten von anderen Frauen eine Eizellenspende. Es handelt sich im rechtlichen Sinne dann nicht um das leibliche Kind der Mutter. Die Befruchtung kann jedoch mit den Samen des gewünschten Vaters durchgeführt werden.

Die genannten Methoden stehen mit Kosten in Verbindung. Eine Beratung in einer Kinderwunschklinik kann Aufschluss darüber geben, in welchem Rahmen sich die Kosten bewegen.

Video: Samenzellen einfrieren: Die wichtigsten Fakten zur Kryokonservierung

Kinder kriegen: Kryokonservierung als Möglichkeit

Für das Einfrieren von Eizellen haben Frauen ganz unterschiedliche Gründe: Zum Beispiel die Fruchtbarkeit verlängern, bis der richtige Partner gefunden wurde oder bevor sie aufgrund einer Krebsbehandlung unfruchtbar werden.

Eine Kryokonservierung (Tiefgefrieren von Körperzellen mit Stickstoff) wird bei Spermien, (befruchteten Eizellen) oder Hodengewebe eingesetzt. Während kryokonservierte Spermien nach nach jahrelanger Aufbewahrung befruchtungsfähig bleiben, sieht es bei den Eizellen anders aus. Die Schwangerschaftsraten nach Kryokonservierung von Eizellen niedriger als bei frischen Eizellen.

Die Kryokonservierung findet oft im Rahmen einer Fruchtbarkeitsbehandlung Anwendung. Der große Vorteil für die Frauen besteht darin, dass auf eine erneute Punktion und hormonelle Stimulation verzichtet werden kann.

Hinweise zur Fruchtbarkeit

Wer Kinder kriegen möchte, der will natürlich auch gerne wissen, ob er noch fruchtbar ist. Paare, die über einen Zeitraum von mehr als 12 Monaten versuchen, ein Kind zu bekommen, werden normalerweise zu weiterführenden Untersuchungen überwiesen. Im Rahmen einer Fruchtbarkeitsbestimmung wird bei Frauen normalerweise der AMH-Wert geprüft.

Es handelt sich hierbei um einen Blick auf das Anti-Müller-Hormon. Dieser Wert kann Aufschluss darüber geben, wie hoch die Eizellenreserve bei einer Frau ist. Ist der Wert sehr gering gehalten, raten Ärzte normalerweise zu einer künstlichen Befruchtung oder dem Einfrieren von Eizellen, wenn Paare erst später Kinder kriegen möchten.

Die Fruchtbarkeit wird jedoch nicht nur durch die Eizellen geprägt. Auch die Eileiter müssen durchgängig sein. In einer Bauchspiegelung kann die Prüfung der Eileiter vorgenommen werden. Teilweise erfolgt die Kostenübernahme durch die Krankenkasse.

Kinder kriegen ist eigentlich die natürlichste Sache auf der Welt und dennoch sind sich viele Menschen nicht darüber im Klaren, ob sie überhaupt Kinder möchten und wann sie Kinder wollen.(Fotolizenz- shutterstock:_A. and I. Kruk )

Kinder kriegen ist eigentlich die natürlichste Sache auf der Welt und dennoch sind sich viele Menschen nicht darüber im Klaren, ob sie überhaupt Kinder möchten und wann sie Kinder wollen.(Fotolizenz- shutterstock:_A. and I. Kruk )

Erhöht eine gesunde Ernährung die Fruchtbarkeit?

Klappt es nicht mit der gewünschten Schwangerschaft, sind Frauen oft bereit, viel für eine erhöhte Fruchtbarkeit zu tun. Dabei kommt auch die Frage auf, ob eine gesunde Ernährung die Fruchtbarkeit möglicherweise erhöhen kann. Fakt ist, dass ein ungesunder Lebensstil und eine unausgewogene Ernährung die Fruchtbarkeit der Frau und auch des Mannes negativ beeinflussen kann.

Ein Blick auf die eigene Ernährung sowie ungesunde Verhaltensweisen, wie beispielsweise das Rauchen, kann hilfreich sein. Werden diese Gewohnheiten geändert oder ganz abgelegt, kann dies die Wahrscheinlichkeit für eine Schwangerschaft durchaus positiv beeinflussen.

Fazit: Kinder kriegen will gut geplant sein

Kinder kriegen ist eigentlich die natürlichste Sache auf der Welt und dennoch sind sich viele Menschen nicht darüber im Klaren, ob sie überhaupt Kinder möchten und wann sie Kinder wollen. Da die Fruchtbarkeit der Frau jedoch zeitlich begrenzt ist, sollten sich Paare zu diesem Thema rechtzeitig Gedanken machen.

Mit zunehmendem Alter steigt nicht nur die Gefahr an, nicht mehr auf natürlichem Weg schwanger werden zu können. Auch Komplikationen sind keine Seltenheit. Wer möchte, der kann sich in einer Kinderwunschklinik zu der Frage beraten lassen, wie junge Eizellen optimal aufbewahrt und später eingesetzt werden können.

Über Rebecca Liebig

Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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