Warze beim Kind: Ansteckungsorte und Behandlungsweisen

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Wer an eine Warze denkt, dem fällt wohl zunächst die böse Hexe im Märchen von Hänsel und Gretel ein. Doch Warzen finden sich nicht nur bei Hexen, sondern auch schon bei einem Kind und Warzen bei einem Kind können unangenehm werden. Über Ansteckungsorte und Behandlungweisen klärt dieser Artikel auf.

Worum handelt es sich bei einer Warze?

Eine Warze ist eine gutartige Wucherung, die bevorzugt an der Schleimhaut oder Haut auftritt. Ursächlich für die Entstehung von Warzen sind Viren, die sich in die Haut einnisten. Besonders betroffen sind Kinder- und Jugendliche.

Wie häufig treten Warzen auf?

Bei Kinder treten Warzen häufiger auf als bei Erwachsenen. Ist das Kind unter drei Jahren, treten Warzen eher selten auf.

Alter Betroffene in %
4 – 6 Jahre 5 – 10%
16 – 18 jahre 30%
Erwachsene 3%

 

Wie entsteht eine Warze?

Eine Warze entsteht, wie bereits eingangs erwähnt, durch eine Virusinfektion der Schleimhaut bzw. der Haut. Bereits kleine Verletzungen können dazu führen, dass die Viren in die Haut eindringen, sich dort vermehren und zu einer Warze werden. Das kann Wochen dauern, manchmal allerdings auch Monate. Die meisten Warzen werden durch das humane Papilloma-Virus (kurz HPV) verursacht. Nur die Dellwarze wird vom Molluscum contagiasum Virus (Pockenvirus) verursacht.

Doch nicht jede Berührung mit einem Virus, welches Warzen auslöst, muss automatisch zu einer Warze führen. Dazu ist es nötig, dass die Haut beschädigt ist, das Virus in die Haut eindringen kann und das Immunsystem geschwächt ist und deshalb kaum oder gar nicht reagiert. Nur dann hat das Virus eine Chance.

Die Vulgäre Warze (Verruca vulgaris) Sie ist die häufigste Form. Sie ist daran zu erkennen, dass sie hautfarben, rund und hart ist. (Foto: Shutterstock- pramot )

Die Vulgäre Warze (Verruca vulgaris) Sie ist die häufigste Form. Sie ist daran zu erkennen, dass sie hautfarben, rund und hart ist. (Foto: Shutterstock- pramot )

Welche Arten von Warzen gibt es?

Die Vulgäre Warze (Verruca vulgaris)

Sie ist die häufigste Form. Sie ist daran zu erkennen, dass sie hautfarben, rund und hart ist. Später wird sie größer, rissig, rau und hat eine zerklüftete Oberfläche, wie ein Blumenkohl. Sie treten oft in größerer Anzahl auf. Meist sind sie an den Fingern anzutreffen oder auf dem Handrücken. Ganz selten im Gesicht. Die vulgäre Warze kann aber praktisch an jeder Stelle am Körper auftreten.

Zwischen den Zehen eine Warze zu haben. ist extrem unangenehm. (Foto: Shutterstock- laksena)

Zwischen den Zehen eine Warze zu haben. ist extrem unangenehm. (Foto: Shutterstock- laksena)

Die Plantarwarzen (Verrucae plantares)

Die Plantarwarzen sind an der Fußsohle zu finden. Sie ist eine spezielle Form der vulgären Warze. Doch sieht sie anders aus. Aufgrund der Belastung durch das körpereigene Gewicht kann die Warze nicht nach außen wachsen. Deshalb sind sie flach und in die Haut gedrückt. Am Rand sind sie hart und in der Mitte sehr weich. Schaut man etwas genauer hin, entdeckt man kleine schwarze Punkte. Wachsen die Plantarwarzen weiter in die Haut hinein, werden sie als Dornwarzen bezeichnet. Diese sind sehr unangenehm und können einen stechenden Schmerz beim Gehen und Stehen verursachen.

Die Flachwarze

Vor allem bei Kindern und Jugendlichen treten die Flachwarzen auf. Die Flachwarze ist oval oder rund, hat einen Durchmesser zwischen ein und vier Millimeter und ist sehr weich. In der Regel tritt sie nur in großen Gruppen auf. Sie können am ganzen Körper vorkommen. Meist sind sie aber im Gesicht und auf den Händen zu finden.

Die Dellwarzen (Molluscum contagiosum)

Bei der Dellwarze handelt es sich um eine stecknadelkopf- bis erbsengroße, halbkugelige Erhebung. In der Mitte befindet sich eine Delle, die, mit hochansteckenden Viren gefüllt ist. Sie tritt überwiegend bei Kindern auf und ist eine harmlose Hauterkrankung.

Übertragen werden die Viren durch Schmier- oder Kontaktinfektion und über Kleidungsstücke. Von der Ansteckung bis zum Ausbruch vergehen zwischen zwei Wochen bis hin zu mehreren Monaten. Betroffen sind Menschen, deren Hautbarriere gestört ist, wie bei Neurodermitis und/oder die ein schwaches Immunsystem haben. Die Erkrankung kann Jahre andauern, aber auch nur wenige Wochen.

Bei einem guten Immunsystem heilen Dellwarzen meist auch ohne Therapie nach einigen Monaten von selbst ab. Ein Arztbesuch wird jedoch empfohlen, da sie hochansteckend sind und durch eine Behandlung die weitere Ausbreitung verhindert werden kann.

Auf eine ausreichende Körperhygiene sollte geachtet werden. Dellwarzen können zum Beispiel gut mit Pflaster abgedeckt werden, um die Gefahr der Eigenansteckung zu verringern. Wer mit Dellwarzen in Kontakt kommt, muss sich gründlich die Hände waschen und sie desinfizieren. Für den betroffenen Menschen sind eigene Handtücher zu verwenden, welche täglich gewechselt werden sollten und welche nur bei hohen Temperaturen gewaschen werden dürfen. (Kochwäsche) Die Handtücher müssen so aufgehangen werden, dass sie andere Handtücher nicht berühren. In der Zeit der Erkrankung sollten die Kleidungsstücke nicht getauscht werden.

Die Dornwarze

Dornwarzen treten nur an den Fußsohlen auf. Sie sind weiß und haben oft einen schwarzen Punkt. Durch die Belastung des Fußes durch das eigene Körpergewicht kann die Warzenart sehr schmerzhaft werden.

Die Dornwarze wird häufig durch Schmierinfektion in Schwimmbädern, Gemeinschaftsduschen, Umkleidekabinen, Fitnesscentern oder anderen feuchtwarmen Orten ausgelöst. Auch hier ist es wichtig, sich regelmäßig und gründlich die Hände zu waschen.

Die Füße müssen abgetrocknet und auch trocken gehalten werden. Socken müssen täglich gewechselt werden. Vermutet man, dass man mit HPV in Berührung gekommen ist, sollten die Füße mit desinfizierender Seife gründlich gewaschen werden.

Video: Warzen Behandlung bei Kindern

Ansteckungsgefahr Hautwarze

Warzen enthalten viele Viren und sind deshalb ansteckend. Schon bei kleinen Verletzungen können sie in die Haut eindringen und neue Warze verursachen. Meist erfolgt die Infektion an den eher schlecht durchbluteten Hautstellen, wie Finger, Handrücken oder Fußsohle. Doch generell können sie am ganzen Körper auftreten. Durch das Blut werden jedoch keine Warzenviren übertragen. Beim Kratzen oder Nägel kauen jedoch schon.

Indirekt kann die Übertragung erfolgen in:

  • Turnsälen
  • Schwimmbädern
  • Duschräumen
  • Fitnesscentern oder Sportvereine

Ein Fuß, der mit Warzen behaftet ist, hinterlässt virenhaltige Zellen auf dem Fußboden. Ein Fuß, der nass ist und/oder eine Haut, die für Warzen empfänglich ist, ist so ansteckungsgefährdet. Weist die Fußsohle kleine, feine Risse auf, erhöht sich die Gefahr noch.

Warum einige Menschen empfänglicher sind für Warzen, als andere ist nicht bekannt.

Video: Feigwarzen: Winzig klein und hoch ansteckend

Die Behandlung von Warzen

Da jedes Immunsystem lernen kann, Viren zu bekämpfen, muss auch nicht jede Warze behandelt werden. Viele Warzen, gerade bei Kindern, heilen nach einigen Monaten von selbst ab.

Eine Behandlung macht dann Sinn, wenn der betroffene Mensch starke Schmerzen hat oder sie sich sehr schnell am ganzen Körper ausbreiten. Gerade von jungen Mädchen kann sie als kosmetisch störend empfunden werden und eine Behandlung so notwendig machen.

Häufig verschwinden die Warzen nach einiger Zeit von selbst. Als Alternative bieten sich verschiedene Hausmittel an. Aber egal, wie man sich entscheidet, sowohl das Abwarten als auch das Behandeln mit Hausmitteln erfordert viel Geduld und kann schmerzhaft sein. Die Warzen werden jedoch nicht abgetötet beim Einsatz von Hausmitteln, sondern diese schaffen eine für die Warzen unangenehme Hautumgebung.

Video: WARZEN ENTFERNEN – Was WIRKLICH hilft! (Und Ärzte nicht verraten) Hausmittel | Schmerzfrei | Kinder


Hier nun einige Hausmittel:

  • Salizylsäure verändert die natürliche Hautumgebung. Die Warze kann in dieser Umgebung nicht überleben. Die Warze löst sich auf, weil die Hautzellen nicht mehr zusammenkleben können. Das verhornte Gewebe wird aufgeweicht und kann dann vorsichtig mit einem Bimsstein oder einer Feile abgetragen werden. Es kann jedoch einige Wochen dauern, bis erste Ergebnisse sichtbar werden. Diese Form der Behandlung sollte 12 Wochen oder länger dauern.
  • Mit Flüssigstickstoff werden die Warzen an den Füßen vereist. Rezeptfreie Medizinprodukte gibt es in der Apotheke oder in Drogerien. Diese Methode wurde klinisch als erfolgreich nachgewiesen und kann ganz bequem von zuhause durchgeführt werden. Durch das Vereisen bildet sich eine Blase und die Warze fällt nach zehn bis vierzehn Tagen ab. Danach bildet sich eine neue Hautschicht.
  • Es gibt auch Arzneimittel, die rezeptpflichtig sind und Warzen entfernen. Diese Arzneimittel enthalten Wirkstoffe wie Glutaraldehyd oder Silbernitrat, die die befallenen Hautzellen abtöten.

Sollten die Hausmittel ohne Wirkung bleiben und die Warzen lassen sich nicht entfernen, kann eine Entfernung durch Operation in Betracht gezogen werden.

Wer die Operation scheut, kann mit der Homöopathie gute Erfolge erzielen. ( Foto: Shutterstock: Sinuswelle)

Wer die Operation scheut, kann mit der Homöopathie gute Erfolge erzielen. ( Foto: Shutterstock: Sinuswelle)

Operative Behandlungsmöglichkeiten sind:

  1. Elektrochirugie und Abschabung – Die Hautstellen werden durch Elektroladungen verbrannt. Bei der Abschabung wird die Warze chirurgisch entfernt. Meist erfolgen beide Methoden gleichzeitig.
  2. Laseroperation – Bei dieser Operation wird die Warze mit einem intensiven Lichtstrahl oder Laser verbrannt.

Gleichzeitig sollte immer eine Stimulation des Immunsystems erfolgen, damit die Viren, welche Warzen auslösen besser bekämpft werden können.

Wer die Operation scheut, kann mit der Homöopathie gute Erfolge erzielen. Die Homöopathie hat den Vorteil, dass nicht nur die Warze selbst therapiert wird, sondern ihr auch die Grundlage für ein erneutes Auftauchen entzogen wird.

Vor allem bei Kindern und Jugendlichen treten die Flachwarzen auf. ( Foto: Shutterstock: Viktor Kovtun)

Vor allem bei Kindern und Jugendlichen treten die Flachwarzen auf. ( Foto: Shutterstock: Viktor Kovtun)

Es sollte jedoch ein entsprechender Facharzt zurate gezogen werden, denn es müssen einige Dinge wie:

  • die Lokalisation der Warze,
  • die Beschaffenheit und das Aussehen der Warze,
  • die Begleitsymptome,
  • besondere Gemütssymptome und
  • die Umstände, die zu einer Veränderung der Beschwerden führen berücksichtigt werden. Eine Selbstmedikation ist hier also nicht angezeigt.

Video: Welches Hausmittel wirklich gegen Warzen hilft

Bei Kindern haben sich folgende Mittel bewährt:

Dornwarzen Begleiterscheinungen:  u.a. die Neigung zu Horn- und Schwielenbildung an den Fußsohlen und Händen;  Neigung zu Hautrissen in den Augenwinkeln, Nasenlöchern und Mundwinkeln Stibium sulfuratum nigrum

Potenz: D12

Gestielte Warzen

 

Begleiterscheinungen: eine auffallend durchscheinende und schmutzige Haut an den Gelenken. dunkelhaarig Ferrum picrinicum

Potenz: D6

 

sehr große, glatte Warzen mit starker Empfindlichkeit

 

Begleiterscheinungen:  Schwitzen an den Handflächen und eiskalte Füße, meist begleitet von Gelenkschmerzen. Dulcamara

Potenz: D12

 

Video: Warzen behandeln ☆ Tipps vom Arzt

Wie können Warzen vorgebeugt werden?

Meistens werden Warzen durch humane Papilloma-Viren ausgelöst. Gegen einige Stämme dieses Virus gibt es Impfungen, die jedoch umstritten sind. Gegen die Entstehung von Warzen auf der Haut ist eine solche Impfung jedoch nicht wirksam.

Folgende Maßnahmen können der Entstehung von Warzen vorbeugen:

  • entsprechende Fußkleidung im Schwimmbad, Turnhallen oder Umkleidekabinen tragen,
  • Nagelscheren, Handtücher, Socken u.ä. nicht mit betroffenen Menschen teilen,
  • nach dem Schwimmen oder Duschen, die Haut immer gut abtrocknen,
  • rissige Haut sollte eine entsprechende Pflege erhalten,
  • Kosmetika und Arzneimittel mit Roll-On-Funktion sollten immer nur von einer Person genutzt werden. Auch sie sind potenzielle Viren-Überträger.

Warzen kann man zwar vorbeugen, doch nicht immer sind sie zu verhindern. Wenn die Geduld nicht hilft, wird es Zeit für eine punktgenaue Abwehr. Wie die aussieht, kann jeder ganz individuell für sich entscheiden. Der Möglichkeiten gibt es viele und bestimmt ist für jeden das Passende dabei. Warze ade, scheiden tut nicht weh!

Über Sabrina Müller

Sabrina Müller

Sabrina Müller, geboren 1982 in Berlin, ist inzwischen Mutter von drei Kindern. Eigentlich wollte sie gar nicht so viele Kinder. Nachdem ihre erste Tochter jedoch wirklich pflegeleicht war, haben sich Sabrina und ihr Mann für weitere Kinder entschieden. Konnte ja keiner wissen, dass auf pflegeleicht nicht immer auch wieder pflegeleicht folgt. Nach der ersten Tochter folgten noch ein Mädchen und ein Junge. Ihre Rasselbande füllt Sabrinas Leben derzeit aus. Neben der Betreuung der Kinder engagiert sich Sabrina auch im Kindergarten und näht und bastelt gerne.

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