Verbrennungen behandeln: Verbrühungen & Verbrennungen bei Kindern

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Verbrennungen zügig und korrekt zu behandeln ist äußerst wichtig. Gerade bei Kleinkindern, denn für sie können Brandwunden oft Lebensgefahr bedeuten. Wir erklären, was genau zu tun ist.

Verbrennungen behandeln: Allgemeines zu Verbrennungen

Leider zählen Verbrennungen und Verbrühungen bei Kleinkindern klar zu den häufigsten Unfällen. Über 6000 Kinder müssen aufgrund dieser Verletzungen jährlich in deutschen Krankenhäusern behandelt werden. Das tückische bei Verbrennungen: sie schnell zu behandeln ist enorm wichtig, da sie zu den schmerzvollsten Verletzungen von allen gehören. Bereits wenn ein Gegenstand oder eine Flüssigkeit eine Temperatur ab 52 Grad Celsius aufweist, kann es zu erheblichen Schädigungen der Haut kommen.

Hauptsächlich ziehen sich Kinder diese Verletzungen durch Kontakt mit heißen Gegenständen, Brände, offene Flammen und Flüssigkeiten aber z.B. auch durch Strom und Säuren, zu. Und, viele Eltern können ein Lied davon singen, wie schnell ist es passiert: das Kind berührt das noch warme Bügeleisen, umklammert das heiße Teeglas, überschüttet sich versehentlich mit der Suppe oder langt nur kurz an den Griff der Pfanne auf dem Herd. Wichtig daher ist es zu wissen, wie sich Verbrennungen korrekt und zügig behandeln lassen.

Leider zählen Verbrennungen und Verbrühungen bei Kleinkindern klar zu den häufigsten Unfällen. (#01)

Leider zählen Verbrennungen und Verbrühungen bei Kleinkindern klar zu den häufigsten Unfällen. (#01)

Verbrennungen adäquat behandeln: Die Schweregrade

Verbrennungen und Verbrühungen werden in unterschiedliche Schweregrade eingeteilt. Das ist wichtig zu wissen, wenn es darum geht, diese Verletzungen zu behandeln.

  • Grad 1: leichte Rötungen der Haut, Haut schwillt an, ein ziehender Schmerz entsteht, Verletzung verheilt jedoch vollständig, ohne dass Narben zurückbleiben
  • Grad 2: starke Hautrötung sowie starke Hautschwellungen, die Haut wird bereits oberflächlich zerstört, es treten intensive Schmerzen auf und Blasen können sich bilden, wahrscheinlich bleiben deutlich sichtbare Narben zurück
  • Grad 3 : das Gewerbe stirbt ab, tiefgehende Verbrennungen auf der Haut und auch der Unterhaut, der Betroffene hat jedoch wenige bis gar keine Schmerzen (Grund: die Nervenenden sind schwer beschädigt), bleibende Schäden und deutlich sichtbare Narben sind die Folge
  • Grad 4: die Haut brennt ab bis auf den Muskel und teils auch bis auf den Knochen, das Gewebe wird unheilbar beschädigt, der Betroffene verspürt keine Schmerzen

Verbrennungen bei Kindern behandeln: Frühe Lebensgefahr

Eine korrekte Behandlung nach den Verbrennungen ist bei Kleinkindern umso wichtiger, da bereits Lebensgefahr besteht, wenn acht Prozent der Körperoberfläche durch Verbrennungen irreparabel geschädigt sind. Im Vergleich: Bei Erwachsenen tritt Lebensgefahr „erst“ bei 15 Prozent auf. Bei Kindern entsteht die Gefahr fürs eigene Leben daher viel früher. Es genügen schon – scheinbar – eher „harmlos“ aussehende Unfälle und Verletzungen.

Eine großflächige Wunde am Arm, Brandwunden im Gesicht oder Verbrennungen an anderen Körperstellen – all dies ist bei Kleinkindern noch schneller und auch ohne Fehler zu behandeln. Denn: behandelt jemand die Verletzung falsch, kann dies noch dramatischere Konsequenzen nach sich ziehen (z.B. birgt verbrannte Kleidung die große Gefahr, dass Haut mit abgezogen wird. Weiter unten mehr dazu).

Verbrennungen und Verbrühungen werden in unterschiedliche Schweregrade eingeteilt. Das ist wichtig zu wissen, wenn es darum geht, diese Verletzungen zu behandeln. (#02)

Verbrennungen und Verbrühungen werden in unterschiedliche Schweregrade eingeteilt. Das ist wichtig zu wissen, wenn es darum geht, diese Verletzungen zu behandeln. (#02)

Behandlung von Verbrennungen: Die Neunerregel

Wie stark die Oberfläche des Körpers verbrannt ist, ermittelt man allgemein mit der so genannten „Neunerregel“. Bei Kindern gelten folgende Werte:

  • Kopf und Hals: 16 % der Haut
  • Arme (2 x 9 %): 18 % der Haut
  • Rumpf (2 x 16 %): 32 % der Haut
  • Beine (2 x 17 %): 34 % der Haut

Wie bereits erwähnt wird dadurch klar, dass – im Vergleich zum Erwachsenen – bereits kleinere verbrannte Flächen am Körper des Kindes reichen, um für Lebensgefahr zu sorgen. Durch Verbrennungen entsteht oft ein Schock. Gerade bei den Jüngsten, die nicht wissen wie ihnen geschieht. Außerdem können Brandwunden starke Unterkühlungen zur Folge haben. Dass die richtigen Sofortmaßnahmen ergriffen werden, kann daher überlebenswichtig sein.

Verbrühungen und Brandwunden behandeln: Sofortmaßnahmen

Eine korrekte Behandlung von Verletzungen dieser Art beginnt bereits mit einem ersten wichtigen Schritt, der für viele Eltern sicher selbstverständlich erscheint – allerdings auch in jedem Fall durchgeführt sollte: das Kind zu beruhigen und ihm beizustehen. Wenn es sich verbrannt hat – egal, ob Verbrennungen ersten oder dritten Grades vorliegen – ist es wichtig an der Seite des Kindes zu bleiben und es warm zu halten.

Die korrekte Reihenfolge sollte immer sein: löschen, Wunde kühlen, Notarzt anrufen (Nr. 112 oder auch 110). Entscheidend bei einer Verbrühung ist, dass dem Kind die Kleider schnell vom Leib genommen werden. Je schneller die Textilien ausgezogen sind, desto besser. Notfalls muss die Schere her, mit der man die Textilien vorsichtig herunter schneiden sollte. Müssen Verbrennungen behandelt werden, gilt: Kleidung auf jeden Fall am Körper belassen. Erfolgt nämlich die Sofortmaßnahme bzw. Erst-Behandlung nach dem Unfall unsachgemäß, sprich: wird die Kleidung entfernt, könnte so auch die Haut mit abgezogen werden.

Verbrennungen behandeln: Kühlen das Wichtigste

Die wichtigste Erste-Hilfe-Maßnahme bei kleineflächigen Wunden ist, die betroffene Stelle zu kühlen – und zwar, noch bevor der Arzt gerufen wird. Die Wunde sollte so lange unter fließendes Wasser gehalten werden, bis der Schmerz abklingt. Wichtig aber hierbei ist, dass dass das Wasser nicht eiskalt, sondern wirklich nur kühl ist. Ideal sind etwa 15 Grad. Beim Kühlen ist etwas Geduld gefragt, da es durchaus bis zu 20 Minuten dauern kann, bis die Schmerzen nachlassen.

Wer richtig behandeln will, sollte unbedingt auf Eis verzichten. Denn bei der Behandlung mit Eis besteht immer die Gefahr, dass der Schmerz nach einer Weile noch weiter zunimmt – auch wenn das Eis auf der verbrannten Stelle zunächst sehr gut tut und den Schmerz fürs Erste lindert. Aber eben nur fürs Erste. Auch auf Eisspray sollte verzichtet werden.

Wenn die Wunde mit Eis oder Eisspray behandelt wird, besteht nämlich die Gefahr von Erfrierungen. Und wenn wir schon bei Mitteln sind, auf die verzichtet werden sollte: auch „sogenannte“ Haus- oder Wundermittel (z.B. Puder, Salben oder Desinfektionspasen) dürfen nicht benutzt werden. Die Behandlung von Brandwunden mit diesen Substanzen, richtet meist noch mehr Schaden an.

Die wichtigste Erste-Hilfe-Maßnahme bei kleineflächigen Wunden ist, die betroffene Stelle zu kühlen – und zwar, noch bevor der Arzt gerufen wird. (#03)

Die wichtigste Erste-Hilfe-Maßnahme bei kleineflächigen Wunden ist, die betroffene Stelle zu kühlen – und zwar, noch bevor der Arzt gerufen wird. (#03)

Großflächige Wunde behandeln

Sind größere Stellen der Haut betroffen, sollten die Bandwunden mit lauwarmem Wasser abgekühlt werden. Perfekt sind ca. 25 bis 30 Grad. Achtung: Beim Behandeln der Verletzung unbedingt darauf achten, dass das Wasser nicht zu kühl oder gar kalt ist. Denn sonst drohen auch hier wieder Unterkühlungen. Der nächste Schritt: die verbrannten Hautpartien mit einem Tuch bedecken. Das Tuch muss sauber und steril sein. Auch fusseln sollte es nicht, sonst könnten sich die Wunden durch die feinen Fussel-Härchen des Tuchs, entzünden.

Jeder Arzt würde hier ein Brandtuch empfehlen, das mit einer Metallline beschichtet ist. Diese Seite des Tuchs muss auf die verbrannten Stellen der Haut. Anschließend mit einer Mullbinde locker fixieren und fertig ist die passende, saubere Erste-Hilfe-Maßnahme, um verbrannte Hautpartien auf die Schnelle zu behandeln. Wichtig ist noch, dass Brandblasen niemals aufgekratzt oder aufgestochen werden.

Das Öffnen sorgt nämlich für eine gesteigerte Infektionsgefahr. Anschließend bleibt der Gang zum Arzt aber nicht erspart, um weiter zu behandeln. Generell gilt: haben sich Kleinkinder oder Säuglinge verbrannt, sollten diese sicherheitshalber später in jedem Fall noch ins Krankenhaus gebracht werden.

Brandverletzungen vermeiden: Vorsichtsmaßnahmen

Damit man Verbrennungen gar nicht erst behandeln muss, wäre es natürlich am allerbesten, wenn es beim Nachwuchs gar nicht erst zu diesen schlimmen Verletzungen kommen würde. Die Frage: lässt sich die Gefahr von Brandverletzungen vielleicht auf ein Minimum reduzieren? Gibt es Maßnahmen, durch die sich Verbrennungen ersten, zweiten, dritten oder vierten Grades bestmöglich vermeiden lassen? Die Antwort: Ja, es gibt eine Reihe von Vorsichtsmaßnahmen, deren Einhaltung die Gefahr zumindest stark eindämmt.

Die Wichtigsten sind:

  • bei Wasserkochern und Bügeleisen auf herunterhängende Kabel achten
  • – Tischdecken sollten am Tisch befestigt sein, sie dürfen nicht herunterhängen
  • – heiße Behälter, Töpfe, Kannen und Tassen immer in Richtung Tischmitte stellen, nie am Tischrand
  • – Griffe von Töpfen und Pfannen sollten immer nach hinten gedreht werden
  • – möglichst die hinteren Herdplatten zum Kochen benutzen; gut ist immer auch ein Gitter für den Herd
  • – in die Badewanne niemals heißes Wasser einlaufen lassen
  • – die Sprösslinge nie alleine und ohne Aufsicht am offenen Feuer lassen
  • – Essen und Trinken sollte generell nie zu heiß, sondern angenehm lauwarm sein
  • – Feuerzeuge und Streichhölzer wegsperren

Bildnachweis:©Shutterstock-Titelbild: Here-#01: Daria Chichkareva -#02: NikomMaelao Production -#03: sunyaluk

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Über Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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