Sicherheitsmaßnahmen, die bei kleinen Kindern im Haushalt unbedingt eingehalten werden sollten

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Viele alltägliche Dinge im Haushalt sind ungefährlich, solange man weiß, wie man mit ihnen umgeht. Weil aus Sicht eines Kleinkinds alles interessant und ungefährlich ist, was im Haushalt herumliegt, muss man den Haushalt dem Kind entsprechend anpassen. Das geht darüber hinaus, keine Zigaretten am Tisch liegen zu lassen.

Informiert man sich nicht gründlich und eliminiert alle Gefahrenquellen, ist der Alltag für das eigene Kleinkind hochriskant. Natürlich kann es selbst bei besten Sicherheitsmaßnahmen zu Unfällen kommen, mit dieser Liste minimiert man allerdings das Gefahrenrisiko für das eigene Kind.

Wie man das schlafende Baby behütet

Eltern von kleinen Kindern kennen das Gefühl, ihrem Nachwuchs immer nahe sein zu wollen und bei jedem Bedürfnis bereit zu stehen. Gleichzeitig ist es nicht möglich, die ganze Zeit neben dem Bett zu wachen – zu groß ist die Ansammlung an Aufgaben, die während des Alltags liegen bleiben.

Diese werden am besten erledigt, wenn das Kleine schläft – und auch die Zeit zu Zweit oder ganz für sich alleine ist ein wichtiger Bestandteil des Alltags. Doch auch in physischer Abwesenheit hat man Möglichkeiten, nach dem Wohlergehen des Babys zu sehen. Das erfüllt etwa ein Babyphon, das in unmittelbare Nähe des Kinderbett platziert wird. Man sollte dabei aufgrund der Strahlung vermeiden, dass das Babyphon unmittelbar neben dem Kopf des Babys liegt.

Die Qualitätsunterschiede bei den verschiedenen Modellen ist dabei sehr groß. Es lohnt sich deshalb, Babyphones zu vergleichen, um das beste Preis-Leistungsverhältnis zu evaluieren. Relevant sind dabei vor allem Praxistests von unabhängigen Instituten wie der Stiftung Warentest. Sie stufen den preislichen Aspekt und die tatsächliche Qualität der Modelle nach Praxistests authentisch ein.

Video: So machen Sie das Zuhause für Kinder und Kleinkinder sicher

Kleinteile am Kühlschrank

Der Kühlschrank ist in vielen Haushalten eine Art Erinnerungs-Board, bei denen alle Arten von Souvenirs an die Oberfläche fixiert werden. Besonders Magnetteile sind dabei für Kleinkinder gefährlich. Der Grund: Es besteht akute Verschluckungsgefahr. Möchte man also die neuesten Ansichtskarten am Kühlschrank haben, nimmt man für die Befestigung besser Klebeband, als sie mit einem für Kleinkinder interessant aussehenden Magneten zu befestigen.

Scharfe Kanten: Eine unterschätzte Gefahr

Kleine Kinder verletzen sich durch Kanten und spitze Ecken besonders leicht. Circa 15 Prozent aller Kinderunfälle in den eigenen vier Wänden entstehen durch scharfe Kanten. Das liegt daran, dass viele Tische, insbesondere niedere Loungetische, auf der Höhe von Kleinkindern sind. Beim Kauf von neuen Tischen sollte unbedingt beachtet werden, dass die Kanten und Ecken abgerundet und damit ungefährlich für kleine Kinder sind.

Besitzt man Holzmöbel mit scharfen Kanten, kann man sie selbst als geübter Heimwerker abfeilen. Ansonsten können die Möbel bei einem Tischler oder Glaser abgerundet werden. Die billigere, aber weniger makellose Alternative dazu ist, Abrundungshilfen über die Kanten und Ecken zu platzieren.

Wie schützt man das eigene Haus vor den Gefahren durch Treppen? Das Risiko, dass das Kleinkind auf den Treppen rutscht und sich verletzt, kann durch Streifen reduziert werden. (#01)

Wie schützt man das eigene Haus vor den Gefahren durch Treppen? Das Risiko, dass das Kleinkind auf den Treppen rutscht und sich verletzt, kann durch Streifen reduziert werden. (#01)

Signifikante Gefahr durch Treppen

Wie schützt man das eigene Haus vor den Gefahren durch Treppen? Das Risiko, dass das Kleinkind auf den Treppen rutscht und sich verletzt, kann durch Streifen reduziert werden. Günstigen Rutschschutz für die eigenen Stiegen findet man in jedem Baumarkt. Bei Kleinkindern, die nicht in der Lage sind, selbst mit Rutschschutz die Stiegen zu bewältigen, sollte ein Treppenschutzgitter oben und unten befestigt werden.

Durch das richtige Gitter werden alle Gefahren, die von Treppen ausgehen, praktisch eliminiert – was etwa 9 Prozent aller Risikoquellen für Kleinkinder im Haushalt darstellt. Gute Treppengitter gibt es bereits für circa 30 Euro im Fachhandel und im Netz zu kaufen. Beachtet werden sollte dabei, dass die Zwischenräume bei den Stäben schmaler als der Kopf des Kindes sind.

Tischdecken: Schön aber riskant

Natürlich macht eine gepflegte Tischdecke den gesamten Raum schöner. Bei Kleinkindern im Haushalt sollte man trotzdem besser auf sie verzichten. Weil kleine Kinder gerne daran ziehen, können Gläser und Geschirr leicht zu Bruch gehen. Nach der Murphys-Theorie “Was schief gehen kann, wird schief gehen” und der ungebremsten Neugier von kleinen Kindern kann das zu gefährlichen Situationen führen.

Im schlimmsten Fall kommt es durch zerbrochenes Glas oder herunterfallende Heißgetränke zu Verbrühungen oder Schnittwunden. Tischdecken sollten deshalb besser im Schrank bleiben, bis die Kleinsten im Haushalt aus der Experimentierphase herausgewachsen sind.

Viele alltägliche Dinge werden im Haushalt mit Kleinkindern oftmals als harmlos verkannt, sind tatsächlich aber sehr riskant. (#02)

Viele alltägliche Dinge werden im Haushalt mit Kleinkindern oftmals als harmlos verkannt, sind tatsächlich aber sehr riskant. (#02)

Klettern sollte unmöglich gemacht werden

Kinder möchten von Natur aus hoch hinaus – in der Wohnung kann das angesichts des harten Boden unangenehm enden. Eltern sollten Aufstiege für ihre Kleinen unmöglich machen. Deshalb sollte man niedrige Regale oder Nachtkästchen so platzieren, dass sie nicht zur Treppe für höhere Schränke oder Ähnliches werden. Stürze aus der Höhe sind brandgefährlich und stellen etwa ein Drittel aller Gefahrenquellen bei Kleinkindern dar.

Als Stuhl am Tisch dient in der Regel ein Hochsessel, der jedoch ebenfalls mit Bedacht gekauft werden sollte. Die Streben des Stuhls sollten schmal sein, außerdem können Gurte und Rückhaltesicherung das Kleinkind vor dem Herausfallen bewahren. Nicht zuletzt ist Kippsicherheit ein Faktor, der besonders bei bewegungsfreudigen Kindern erwägt werden sollte. Kauft man einen Hochstuhl für das eigene Baby, ist ein Sicherheitszertifikat das beste Anzeichen hoher Qualität.

Zugegeben, Kinderbetten ist kein Hauptgrund für ernste Verletzungen bei Babys. Die Wahl des Gitterbetts ist allerdings maßgeblich dafür verantwortlich, wie hoch das Risiko tatsächlich ist. (#03)

Zugegeben, Kinderbetten ist kein Hauptgrund für ernste Verletzungen bei Babys. Die Wahl des Gitterbetts ist allerdings maßgeblich dafür verantwortlich, wie hoch das Risiko tatsächlich ist. (#03)

Risiken und Vorkehrungen bei Kinderbetten

Zugegeben, Kinderbetten ist kein Hauptgrund für ernste Verletzungen bei Babys. Die Wahl des Gitterbetts ist allerdings maßgeblich dafür verantwortlich, wie hoch das Risiko tatsächlich ist. Qualitätssiegel wie DIN-, GS- oder TÜV-Zeichen sprechen für die Sicherheit des Gitterbetts. Wichtig ist auch selbst zu überprüfen, ob die Stäbe des Betts schmal genug sind, dass der Kopf des Babys nicht dazwischen hineinpasst – eine Breite von maximal 6,5 Zentimetern ist empfehlenswert.

Geht es um die Textilien im Gitterbett, gilt das Motto “Weniger ist mehr”. Warum soll man auf Teddybären, Plüschtiere und dicke Bettdecken im Kinderbett verzichten? Das Baby kann sich die Plüschtiere bzw. die Decke über den Kopf ziehen und so zu viel CO2 einatmen oder an Überhitzung leiden. Das kann im schlimmsten Fall zum plötzlichen Kindstod führen. Eine dünne Decke oder ein Babyschlafsack kann Abhilfe schaffen und das Gesundheitsrisiko minimieren. Ein Kopfkissen für das Kind wird dabei überhaupt nicht benötigt, in der Babyzeit benötigt das Kind keine Erhöhung des Kopfs während dem Schlafen.

Video: Rund ums Thema Kindersicherung

Steckdosen: Eine hochgefährliche Risikoquelle

Unbekannte Dinge ziehen Babys und Kleinkinder enorm an. Das trifft auch auf die Steckdose zu, die mit ihrer ungewöhnlichen Form kindliche Augen in ihren Bann ziehen. Aufgrund der lebensbedrohlichen Gefahr eines Stromschlags sollten alle Steckdosen im Haus mit einer Steckdosensicherung versehen sein. So kann das Kleinkind oder Baby selbst bei größter Neugier keinen Schaden davontragen.

Messer und scharfe Gegenstände in der Küche und im Haushalt

Selbstverständlich, dass keine Messer offen an Orten liegen sollten, zu denen Kinderhände Zugriff haben. Trotzdem übersieht man leicht messerähnliche Gegenstände, die überall im Haus vorfindbar sein können. Auch Brieföffner, Taschenmesser oder Bieröffner sind eine akute Gefahr für den experimentierfreudigen Nachwuchs. Angesichts der Tatsache, dass 10 Prozent aller Kinderunfälle Schnittverletzungen sind, sollte man den Haushalt besonders bei älteren Geschwistern des Babys als verantwortungsvolle Erziehende regelmäßig auf spitze und scharfe Gegenstände überprüfen.

Selbstverständlich, dass keine Messer offen an Orten liegen sollten, zu denen Kinderhände Zugriff haben. (#04)

Selbstverständlich, dass keine Messer offen an Orten liegen sollten, zu denen Kinderhände Zugriff haben. (#04)

Plastiktüten

Plastiktüten gehören zum täglichen Leben dazu, trotz ständiger Versuche, sie aus dem öffentlichen Leben zu verbannen. In den eigenen Haushalt mit kleinen Kindern gehören sie aber richtig gelagert – unerreichbar für Babys und Kleinkinder. Der Hauptgrund ist hier die ganz offensichtliche Erstickungs- und Strangulierungsgefahr. Ratsamer ist es, generell nur Stofftüten zu verwenden, um die Gefahrenquelle Plastiktüten zu minimieren.

Fazit

Viele alltägliche Dinge werden im Haushalt mit Kleinkindern oftmals als harmlos verkannt, sind tatsächlich aber sehr riskant. Das betrifft beispielsweise Einweg-Plastiktüten, scharfe Kanten bei Tischen und Magneten beim Kühlschrank. Aus Sicht des Kindes sind all die genannten Gegenstände neu und damit hochinteressant. Obwohl die Aufzählung wohl die signifikantesten Gefahren für Babys und Kleinkinder im Haushalt abdeckt, gibt es natürlich nicht wenige andere, weniger große Risiken in den eigenen vier Wänden. Neben der Sicherung und dem Schutz des Kindes ist es aber mindestens ebenso wichtig, den Nachwuchs so früh wie möglich über Gefahren zu informieren und aufzuklären.


Bildnachweis:©Shutterstock-Titelbild: Aseph  -#01: BonNontawat -#02: B.Forenius  -#03:  Africa Studio-#04: Volodymyr Tverdokhlib

Über Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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