Piercing für schwangere Frauen: Reizvoll oder Riskant ?

0

Auf ein individuelles Piercing möchten auch schwangere Frauen nicht verzichten. Allerdings gibt es bestimmte Risiken zu beachten, die nachfolgend näher erläutert werden.

Piercing in der Schwangerschaft: Die körperlichen Veränderungen berücksichtigen

Vom Bauchnabelpiercing zum Intimpiercing gibt es viele Möglichkeiten, seinen Körper zu schmücken. Grundsätzlich sollten kleine Piercings kein Problem sein, doch gerade die Leisten- und Intimregion sind während der Schwangerschaft mit besonderer Vorsicht zu behandeln. Außerdem kommt es in den neun Monaten zu großen Veränderungen im Körper. Diese führen dazu, dass auch das Bauchnabelpiercing zumindest für einige Zeit herausgenommen wird.

Abhängig von der Art des Piercings darf es aber auch bleiben – oder die Frauen tauschen es durch ein spezielles Schwangerschaftspiercing aus. Sie müssen also nicht die gesamte Schwangerschaft lang auf ihren bevorzugten Körperschmuck verzichten. Die optimale Vorgehensweise richtet sich danach, an welcher Stelle sich das Piercing befindet und wie es beschaffen ist.

Was Piercing bedeutet

Die attraktiven Schmuckstücke für den Körper sorgen für viel Individualität und erhöhen damit das Selbstbewusstsein. Gerade wenn eine Frau schwanger wird und sich ihr Bauch rundet, möchte sie daher ungern auf ihre persönlichen Lieblingsstücke verzichten. Die Piercings geben ihr gewissermaßen ein Gefühl von mehr Sicherheit. Außerdem fällt die Vorbereitung auf das Leben als Mutter leichter, wenn sich nicht alles komplett ändert: In diesem Zusammenhang kann ein Piercing auch die Beständigkeit symbolisieren.

Kreativität und Originalität sind wichtige Aspekte bei den Piercings. Oft steht der Körperschmuck auch für eine besondere Beziehung. Das kann die Liebe zum Partner sein oder die Zuneigung zu einer speziellen Gruppe. Mit der Schwangerschaft möchte eine Frau nicht den Kontakt zu den bisherigen Freunden verlieren: Sie will sich selbst treu bleiben. Genau darum hat das individuelle Piercing auch bei schwangeren Frauen eine spezielle Bedeutung und einen großen Reiz.

Video: Bauchnabelpiercing-Update (23. SSW)

Muss das Piercing während der Schwangerschaft raus?

Piercings sind grundsätzlich Geschmackssache, doch abhängig von den Umständen geht es auch um gesundheitliche Aspekte. Wenn eine Frau schwanger wird, sollte sie deshalb vorsichtig sein.

Wenn der Bauch langsam größer wird, ist es Zeit, die Piercings herauszunehmen:

  • Piercings an den Brüsten,
  • Körperschmuck am Bauch und
  • Metallpiercings im Intimbereich

sind nun eher eine Gefahr als ein individueller Schmuck. Schon bei den Untersuchungen im Rahmen der Vorsorge stören die Intimpiercings im Bereich der Schamlippen. Das erfahren die schwangeren Frauen spätestens beim Besuch ihres Gynäkologen.

Während der Schwangerschaft macht der Körper eine drastische Veränderung mit: Der Bauch und die Brüste wachsen an. Wenn hier ein Piercing weiter getragen wird, reißt womöglich die Haut ein. Zudem verändert sich auch der Hormonhaushalt, was dazu führt, dass es schneller zu Entzündungen kommen kann.

Das gilt nicht nur für die neuen Piercings, sondern auch für ältere, die schon seit längerer Zeit verheilt sind. Zudem kann es vermehrt zu Allergien kommen, die durch das Metall des Piercingschmucks ausgelöst werden. Ein neues Piercing in der Schwangerschaft sollte man daher unbedingt vermeiden.

Das spezielle Schwangerschaftspiercing

Diejenigen Frauen, die unbedingt auch in der Schwangerschaft ein Piercing tragen möchten, entscheiden sich mittlerweile oft für ein sicheres Schwangerschaftspiercing. Hierbei handelt es sich um Stäbe aus PFTF, einem Kunststoff, der biegsam und antiallergisch ist. Mit einem solchen Kunststoffpiercing lässt sich der runde Babybauch stolz präsentieren: Die schönen Glitzersteine werten ihn regelrecht auf.

Durch die Flexibilität wachsen die Schwangerschaftspiercings gewissermaßen mit, sodass keine Probleme auftauchen. Anstelle des Metallpiercings, das womöglich zu Verletzungen der gedehnten Haut führt, erweisen sich die Kunststoffpiercings als deutlich angenehmer. Zudem sind durch das spezielle Material Entzündungen ausgeschlossen.

Durch den Austausch der Metallteile schützt die Frau ihren Körper und auch das ungeborene Kind. Meistens empfehlen die Frauenärzte, spätestens im vierten Monat die klassischen Piercings durch Schwangerschaftspiercings zu ersetzen. (#01)

Durch den Austausch der Metallteile schützt die Frau ihren Körper und auch das ungeborene Kind. Meistens empfehlen die Frauenärzte, spätestens im vierten Monat die klassischen Piercings durch Schwangerschaftspiercings zu ersetzen. (#01)

Ab wann ist Schwangerschaftspiercing empfehlenswert?

Durch den Austausch der Metallteile schützt die Frau ihren Körper und auch das ungeborene Kind. Meistens empfehlen die Frauenärzte, spätestens im vierten Monat die klassischen Piercings durch Schwangerschaftspiercings zu ersetzen. Ab diesem Zeitpunkt wächst der Bauch immer mehr an und auch die größeren Brüste sind ein deutliches Zeichen der Schwangerschaft.

Die Piercingstudios und auch die Internet-Shops präsentieren vielfältige Schwangerschaftspiercings, sodass die schwangeren Frauen eine große Auswahl haben. Hier sind auch Klebe-Piercings erhältlich. Diese sind zwar eher eine optische Spielerei und gelten nicht als echtes Piercing, dennoch können sie für eine Zeit das Metallpiercing ersetzen.

Wenn eine Frau vom vierten Monat bis zur Geburt des Kindes kein Piercing einsetzt, so bedeutet das nicht unbedingt, dass das Loch während dieser Zeit zuwächst. Falls es sich jedoch etwas verkleinern sollte, lässt es sich später behutsam dehnen. Die Piercer kennen sich damit aus und gehen entsprechend vorsichtig vor, um ein Einreißen zu vermeiden.

Was die Ärzte zum Piercing sagen

Die Gynäkologen bitten ihre Patientinnen meistens darum, ihr Piercing für die Untersuchung herauszunehmen. Auch wenn es sich um ein Schwangerschaftspiercing aus Kunststoff handelt, kann dieses bei der Ultraschalluntersuchung etwas stören. Im Anschluss daran ist es jedoch kein Problem für die Frauen, das Piercing wieder einzusetzen.

Hautärzte sowie Frauenärzte raten im Allgemeinen von Metallpiercings ab, und zwar nicht nur von denen, die im Intimbereich und im Bauchnabel befestigt werden. Das Metall führt möglicherweise zu allergischen Reaktionen, die womöglich dem ungeborenen Kind schaden.

Die folgenden Aspekte werden von den Medizinern erwähnt:

  • Metallpiercings in der Schwangerschaft erhöhen das Risiko von Hautreizungen,
  • durch den veränderten Hormonhaushalt kommt es eventuell zu Allergien,
  • nicht biegsame Piercings können Schmerzen verursachen, wenn sich die Haut durch den wachsenden Bauch dehnt,
  • die Vorsorgeuntersuchungen werden durch Piercings beeinträchtigt.
Grundsätzlich sollte es für eine Frau, die früher ein Brustpiercing hatte, ohne große Probleme möglich sein, ihr Kind zu stillen. Allerdings kommt es auf die Art des Piercings an, ob besondere Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden müssen. (#02)

Grundsätzlich sollte es für eine Frau, die früher ein Brustpiercing hatte, ohne große Probleme möglich sein, ihr Kind zu stillen. Allerdings kommt es auf die Art des Piercings an, ob besondere Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden müssen. (#02)

Das Timing bei Piercings

Wenn das Kind erst auf der Welt ist, sollten die Frauen ihr Piercing nicht gleich wieder einsetzen, sondern sich zuerst an die neue Situation gewöhnen. Der Körper braucht eine Weile für die Umstellung und sollte nicht gleich wieder mit Metallpiercings bestückt werden. Trotzdem möchten die Frauen bald wieder ihren früheren Körperschmuck tragen. Sie stellen sich die Frage, ob sie ihr Baby überhaupt mit einem Piercing in der Brust stillen können.

Grundsätzlich sollte es für eine Frau, die früher ein Brustpiercing hatte, ohne große Probleme möglich sein, ihr Kind zu stillen. Allerdings kommt es auf die Art des Piercings an, ob besondere Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden müssen.

Wenn eine Frau schwanger wird, sollte sie keine frischen Piercings haben. Erst wenn der Stichkanal richtig verheilen konnte, was manchmal ein Jahr oder sogar eineinhalb Jahre dauert, kann man sicher sein, dass es beim späteren Stillen keine Schwierigkeiten gibt. Zudem muss das Piercing beim Stillen abgenommen werden, denn es würde beim Baby gewisse Irritationen auslösen.

Wichtige Grundregeln beim Brustpiercing in der Schwangerschaft

In der Schwangerschaft darf auf keinen Fall ein Piercing vorgenommen werden.

Dafür sprechen gleich mehrere Gründe:

  • Die Brustwarzen sind schon in der ersten Phase der Schwangerschaft sehr schmerzempfindlich,
  • das Infektionsrisiko ist deutlich höher,
  • das Ungeborene kann durch Allergien und andere körperliche Reaktionen gefährdet werden.

Schon das Tragen der klassischen Piercings wird von vielen schwangeren Frauen als unangenehm empfunden, sodass sie den Körperschmuck entweder durch die speziellen Schwangerschaftspiercings ersetzen oder komplett darauf verzichten. Damit der Stichkanal nicht zuwächst, kann gegebenenfalls jeden Tag ein Dehnungsstab eingesetzt werden.

Wenn das Metallpiercing weiter getragen wird, so lohnt es sich, die Größe anzupassen. Wenn der Ring weit genug ist, so kann nichts einreißen und auch Entzündungen werden dadurch verhindert. Direkt bei der Geburt und auch in den ersten Wochen des Stillens ist ein Brustpiercing tabu. Es könnte den Mund des Babys verletzen oder Bakterien übertragen. Zudem handelt es sich um einen Fremdkörper, der das Kind irritiert und die Stillbeziehung sowie das natürliche Saugen beeinträchtigt.

Video: SCHWANGERSCHAFTSUPDATE WOCHE 17+18 ♡ Piercing, Bauch, Umstandsmode,…

Die richtige Art, mit Piercings in der Schwangerschaft umzugehen

Die meisten Frauen kennen ihren Körper recht gut und spüren selbst, wann es Zeit ist, das Bauchnabelpiercing und eventuell weiteren Piercingschmuck herauszunehmen. Schließlich möchten sich die Schwangeren wohl fühlen und kein ständiges Spannen oder Kneifen spüren.

Der komplette Verzicht auf ein Piercing während der Schwangerschaft kann dazu führen, dass das Loch etwas zuwächst. Später lässt es sich jedoch durch den Piercer wieder erweitern, sodass die früheren Piercings wieder eingesetzt werden können. Das ist besser, als sich ein neues Piercing stechen zu lassen, denn hier ist mit einem längeren Heilprozess zu rechnen.

Die Schwangerschaftspiercings aus antiallergischem Kunststoff erweisen sich als nützliche Alternative: Sie passen sich flexibel an die Veränderungen des Körpers an und sorgen dafür, dass die Stichkanäle erhalten bleiben. Es ist also kein Problem, den runden Babybauch mit einem solchen Kunststoffpiercing zu präsentieren. Bei den Untersuchungen und natürlich bei der Geburt kommen natürlich auch diese Piercings raus.


Bildnachweis:©Shutterstock-Titelbild:

Share.

Über Sabrina Müller

Sabrina Müller, geboren 1982 in Berlin, ist inzwischen Mutter von drei Kindern. Eigentlich wollte sie gar nicht so viele Kinder. Nachdem ihre erste Tochter jedoch wirklich pflegeleicht war, haben sich Sabrina und ihr Mann für weitere Kinder entschieden. Konnte ja keiner wissen, dass auf pflegeleicht nicht immer auch wieder pflegeleicht folgt. Nach der ersten Tochter folgten noch ein Mädchen und ein Junge. Ihre Rasselbande füllt Sabrinas Leben derzeit aus. Neben der Betreuung der Kinder engagiert sich Sabrina auch im Kindergarten und näht und bastelt gerne.

Comments are closed.