Die Untersuchung der Gastfamilien-Studie 2025 greift das Engagement von etwa 1.500 freiwilligen Gastfamilien in Deutschland auf und analysiert die vielfältigen Motivationen sowie strukturellen Hindernisse. Mit mehr als 1.100 Befragten bietet die Erhebung belastbare Informationen zu ideellen Beweggründen wie Toleranz und Perspektivwechsel. Gefördert durch das BMBFSFJ entwickelt sie praxisnahe, umfangreiche Empfehlungen für Austauschorganisationen. Die gewonnenen Erkenntnisse stärken wissenschaftliche, strategische Debatten, unterstützen effektive Programmanbieter und fördern gesellschaftlichen Zusammenhalt im internationalen Schüleraustausch nachhaltig.
Inhaltsverzeichnis: Das erwartet Sie in diesem Artikel
Viele deutsche Gastfamilien ermöglichen Schülern internationale Begegnungen im Alltag
Die Basis globaler Schüleraustausche ist die Gastfreundschaft privater Familien, die ehrenamtlich Schülerinnen und Schüler aufnehmen. Pro Jahr stellen circa 1.500 deutsche Haushalte ein freies Zimmer bereit und bieten Jugendlichen aus verschiedenen Ländern ein Zuhause auf Zeit. Eltern und deren Kinder übernehmen ohne finanzielle Gegenleistung die Organisation von Freizeitprogrammen und schulischen Abläufen. Ihr Beitrag bleibt häufig unsichtbar, bildet jedoch die unverzichtbare Voraussetzung für interkulturelle Begegnungen, Toleranzbildung, nachhaltige Völkerverständigung und kulturelle Brücken.
Experiment-ev und Uni Köln veröffentlichen Gastfamilien-Studie 2025: 1.100 Teilnehmer
In einer bundesweiten Untersuchung analysierte Experiment-ev zusammen mit Dr. Markus Gamper von der Universität zu Köln Gastfamilien-Engagement. Über 1.100 aktive und potenzielle Familien nahmen an der Studie teil, die vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert wurde. Ziel ist es, objektive Daten zu Motiven, Hemmnissen und Erwartungen von Gasteltern zu erfassen. Die vollständigen Ergebnisse sind ab sofort und repräsentativ kostenfrei auf experiment-ev.de abrufbar und als PDF downloadbar.
Ideelle Motive dominieren: Perspektivwechsel, Toleranz und Frieden aktiv fördern
Die Untersuchung zeigt, dass ideelle Aspekte den Hauptantrieb für das Engagement als Gastfamilie ausmachen. Etwa 96 Prozent der Teilnehmer bevorzugen die Möglichkeit, andere Kulturen kennenzulernen und den eigenen Blick zu erweitern. Mehr als 92 Prozent interessieren sich maßgeblich für die Förderung von Toleranz, während über 90 Prozent die friedliche Koexistenz betonen. Finanzielle Zuwendungen oder die Steigerung des gesellschaftlichen Ansehens haben demgegenüber nur eine sehr untergeordnete Bedeutung. Die Ergebnisse sind belegt.
Große Hürde: fehlender Wohnraum senkt Gastfamiliewerden um 81 % Wahrscheinlichkeit
Der Mangel an geeignetem Wohnraum erweist sich laut Studie als primärer Hemmschuh für potenzielle Gastfamilien. Haushalte mit einem zusätzlich frei verfügbaren Zimmer weisen demnach eine um achtzig Prozent höhere Chance auf Teilnahme am Austauschprogramm auf. Darüber hinaus sind Familien, in denen bereits Kinder leben, fast fünfzig Prozent häufiger bereit, Schüler aufzunehmen. Diese Befunde machen deutlich, wie stark räumliche und strukturelle Rahmenbedingungen die Bereitschaft für ehrenamtliches Gastelternengagement beeinflussen, insbesondere in Ballungsräumen.
Zwölf Austauschschüler USA Mexiko Italien Slowakei Tschechien suchen Gastfamilien
Für zwölf Austauschschüler zwischen 14 und 18 Jahren, die im September nach Deutschland kommen, sucht Experiment-ev aktuell Gastfamilien. Besonders dringend werden Gastgeber für Teilnehmer des Parlamentarischen Patenschafts-Programms aus den USA benötigt. Die Jugendlichen stammen aus Mexiko, Italien, der Slowakei und Tschechien. Auf www.experiment-ev.de/aktuelle-gesuche sind die Steckbriefe der Jugendlichen verfügbar. Interessierte Familien können sich online registrieren und im Vorfeld unverbindlich per E-Mail oder Telefon beraten lassen, kostenfrei und unkompliziert jederzeit.
Gastfamilien-Studie 2025 jetzt downloaden und Informationen zum Gastfamilie-Werden abrufen
Interessierte können die vollständige Auswertung der Gastfamilien-Studie 2025 im PDF-Format kostenfrei unter https://www.experiment-ev.de/gastfamilienstudie-2025 herunterladen. Alle Informationen zum Ablauf und zu den Voraussetzungen für potenzielle Gastfamilien finden sich auf https://www.experiment-ev.de/gastfamilie-werden/. Bei allen Fragen steht Programm-Managerin Katrin Pohl telefonisch unter 0228 95722-41 oder per E-Mail an pohl@experiment-ev.de gerne beratend zur Verfügung. Kostenlose Online-Infoveranstaltungen ergänzen das Angebot. Zur Teilnahme an Events ist eine Anmeldung unter www.experiment-ev.de/events erforderlich. Termine und Details werden kontinuierlich aktualisiert.
Basierend auf umfangreicher Datenerhebung liefert die Studie aussagekräftige Einblicke in die Beweggründe und Hindernisse freiwilliger Gastfamilien, die Jugendliche aus dem Ausland aufnehmen. Sie dokumentiert die zentrale Rolle dieser Haushalte für interkulturelle Begegnungen und schafft eine solide Basis für gezielte politische sowie organisatorische Unterstützungsmaßnahmen. Zugleich macht sie den akuten Wohnraummangel transparent und regt zu praxisorientierten Lösungsansätzen an. So werden Austauschprogramme nachhaltig optimiert, Brücken zwischen Kulturen gefestigt und langfristiger interkultureller Austausch ermöglicht.

