Umstandshosen: Die Latzhose – ein Klassiker

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Latzhosen sind in der Männerwelt oder bei Kindern gang und gäbe – sie sind praktisch, bieten ein hohes Maß an Bequemlichkeit und engen nicht ein. Das können sich auch Schwangere zunutze machen, zumal sie davon profitieren, dass diese Art der Hosen wieder stark in Mode gekommen ist. Latzhosen als Umstandshosen sind meist als Jeans konzipiert und können zu verschiedenen Anlässen und auf unterschiedliche Art und Weise getragen werden.

Warum eine Latzhose in der Schwangerschaft?

Anfangs freuen sich viele Frauen noch, dass sie in ihre alten Sachen passen. Da wird der Knopf der Jeans einfach offengelassen – kaschiert natürlich mit einem längeren Pullover. An den Beinen passt die Hose doch noch und der Bauch hat so auch noch Platz! Doch irgendwann hält der Reißverschluss nicht mehr und spätestens ab der 20. Schwangerschaftswoche wächst der Bauch enorm, außerdem ist die Gewichtszunahme nun nicht mehr zu leugnen. Die heiß geliebten Jeans müssen erst einmal zur Seite gelegt werden und bequemeren Hosen weichen. Nun ist der Markt an Schwangerschaftsmode mehr als überfüllt und hier gilt in besonderem Maße: Wer die Wahl hat, hat die Qual. Leider erweisen sich in der Praxis viele Schwangerschaftshosen als völlig ungeeignet. Sie haben zwar ein verlängertes Bauchteil, welches sogar bis über den Bauch gezogen werden kann, schließen dann aber mit einem Gummi ab. Vielen Schwangeren wird regelrecht übel, wenn etwas auf den Bauch drückt und sei es nur ein dünnes Gummiband. Andere Hosen wiederum werden unter dem Bauch getragen, was allerdings immer ein Gefühl der Unsicherheit hinterlässt. Ob diese Hosen wirklich so sicher sitzen? Ein Gürtel kann kaum getragen werden, weil dieser zu stark einengt, ein elastischer Gürtel wiederum bietet nicht den ausreichenden Halt. Die Auswahl an Hosen für Schwangere scheint erschöpft …

Infografik: Umstandkleidung + Konfektionsgrößen (Umrechnungstabelle)

Infografik: Umstandkleidung + Konfektionsgrößen (Umrechnungstabelle)

Doch Moment! Da waren doch noch die Latzhosen, die schon die eigene Mama in der Schwangerschaft getragen hat – auf Fotos sahen diese Hosen immer so bequem aus! Und das sind sie auch tatsächlich. Sie engen nicht ein und bieten alle Vorteile, die bei anderen Hosen nicht zu finden sind.

Latzhosen: Das Plus an Bequemlichkeit

Latzhosen sind – vor allem, wenn sie aus einer stofflichen Kombination aus Baumwolle und Elasthan gefertigt wurden – das Bequemste, was sich eine Schwangere vorstellen kann. Dabei sind diese Hosen sogar bis zum Ende der Schwangerschaft tragbar, da sie sich weiten- und bauchmäßig regulieren lassen. An den Seiten befinden sich in der Regel zwei Reihen von Knöpfen, damit passt sich die Hose dem wachsenden Umfang des Bauches an. Die Träger sind verstellbar, sodass auch der Latz ein Stück weit herunterrutschen kann. Wächst also das Bäuchlein, kann die Hose in jeder Richtung angepasst werden.

Wichtig ist, dass die Beinlänge passend gewählt wird, denn diese ändert sich schließlich auch in der Schwangerschaft nicht. Die Träger können bis auf die kürzeste Variante gestellt werden, wenn der Bauch der Frau noch nicht sehr groß ist. Bis zum Ende der Schwangerschaft werden die Träger oftmals bis zum Ende erweitert, damit das Baby im Bauch den nötigen Platz hat. Zudem finden es viele Schwangere unangenehm, wenn der Latz zu eng ist, daher tragen sie ihn lieber etwas lockerer. So passt er sich jeder Bewegung an und die Hose ist im Büro und in der Freizeit gleichermaßen bequem.

Welche Größe muss ich kaufen?

Damit die zwanzig Kilogramm Gewichtszunahme Platz haben, muss doch auch eine größere Hose gekauft werden – oder? Diesem Irrtum unterliegen viele Frauen beim Kauf der ersten Umstandsmode und besitzen plötzlich zeltähnliche Teile, in die sie beim besten Willen auch in den letzten Tagen der Schwangerschaft nicht hineinpassen würden. Wichtig zu wissen: Die Umstandsmode orientiert sich an den üblichen Kleidergrößen. Das heißt, wenn Sie im normalen Zustand Größe 38 oder 40 tragen, kaufen Sie diese Größen auch bei der Umstandskleidung. Die Latzhosen werden oftmals in normalen Kleidergrößen angegeben, seltener in den typischen Jeansgrößen. Sollte das jedoch der Fall sein, wählen Sie die übliche Länge der Hosenbeine, zum Beispiel die Größe 30. Nun ergeben sich allerdings Schwierigkeiten bei der Wahl der Bundweite. Sollten Sie üblicherweise die Bundweite 29 oder 30 tragen, kann dies nun natürlich nicht mehr passen. Doch die Umstandsmodehersteller haben sich hier angepasst und bieten damit auch Hosen in dieser Bundweite – nur, dass die Größe 29 dann im Normalzustand nicht mehr passen würde. Immer noch sind es aber nur wenige Hersteller, die bei Schwangerschaftshosen auf diese Größenangaben setzen und vor allem bei Latzhosen finden sich eher die deutschen Normgrößen.

Wie kann ich Latzhosen kombinieren?

Latzhosen sehen immer ein wenig leger aus, in der entsprechenden Jeans-Waschung sogar ein wenig ländlich-bäuerlich. Damit Sie sich nicht nur in der Freizeit wohl in der Hose fühlen, sondern sich auch im Büro damit blicken lassen können, kommt es auf die richtige Wahl und Kombination der Hose mit anderen Kleidungsstücken an. Sie können zum Beispiel eine eher dunkle Farbe der Latzhose wählen, dies wirkt eleganter als das typische Jeansblau. Achten Sie darauf, dass die Schnallen der Träger sehr flach sind oder dass die Latzhose mit Knöpfen zu verschließen ist. Dies hat den Vorteil, dass Sie einen Pullover über der Hose tragen können. So sieht niemand, dass es sich um eine Latzhose handelt und Sie können sich trotzdem wohlfühlen. Viele dieser Hosen verfügen über einen vergleichsweise engen Schnitt bis zum Bauchbereich, sodass sie noch figurbetonend sind. Immerhin können sich viele schwangere Frauen über schmale Beine erfreuen, warum sollten sie diese in weiten Hosen verstecken? Ist die Latzhose im unteren Beinbereich noch leicht ausgestellt oder wenigstens gerade geschnitten, betont dies die Beine zusätzlich. In der ersten Hälfte der Schwangerschaft können solche Hosen sogar noch gemeinsam mit Absatzschuhen getragen werden, wenn auf ein passendes Oberteil gesetzt wird. Später gehen viele Schwangere zu flachen Schuhen über, weil das Hohlkreuz, welches sozusagen das Gegenstück zum dicken Bauch darstellt, ansonsten unnötig betont und belastet wird. Rückenschmerzen sind nicht unbedingt das, was sich Schwangere am Ende des Tages wünschen und sie müssen diese Probleme schließlich nicht durch falsches Schuhwerk provozieren.

Materialien für Latzhosen

Die meisten Latzhosen für Schwangere sind aus robustem Jeansstoff gefertigt und überdauern daher auch die gesamte Schwangerschaft im Härteeinsatz – immerhin nutzen viele werdende Mütter die letzten Wochen der Schwangerschaft zur Renovierung des Babyzimmers und beanspruchen die Kleidung entsprechend beim Knien auf dem Fußboden. Wichtig ist, dass ein gewisser Stretch-Anteil vorhanden ist, damit ist die dauerhafte Bequemlichkeit der Hose gewährleistet. Des Weiteren sind Latzhosen als Umstandshosen auch aus anderen Materialien auf dem Markt zu finden. So gibt es unter anderem Leinenhosen, die besonders in den warmen Sommermonaten angenehm zu tragen sind. Sie lassen sich zudem leichter mit anderer Kleidung kombinieren, weil der Stoff weniger robust und freizeitmäßig wirkt als normaler Jeansstoff.

Wichtig ist zudem, dass die geliebte Latzhose möglichst schnell trocknet, daher sind 100 Prozent Baumwolle weniger zu empfehlen. Schließlich versorgen sich die meisten Schwangeren für diese begrenzte Zeit nicht mit allzu vielen Hosenmodellen und sind bei Verschmutzung der Latzhose darauf angewiesen, dass diese am nächsten Tag wieder zur Verfügung steht. Ist die Hose trocknergeeignet, stellt sich das Problem natürlich nicht und das Lieblingsteil kann schon bald wieder angezogen werden.

Übrigens: Nicht wenige Frauen entdecken in der Schwangerschaft, wie bequem Latzhosen sein können und nutzen diese auch später im Freizeitbereich. Ihr Image als Hose für Kinder bzw. Jugendliche unter 20 haben diese Hosen längst abgelegt und sind in jüngster Zeit sogar wieder richtig modern geworden.


Bildnachweis: © Mutter: Fotolia – pololia, Blume: freeimages.com – liana S

Über Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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