Feuer und Kinder: Aufklärung und Erziehung statt Verbote

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Kinder und Feuer, das sind zwei Dinge, die das Sprichwort „Gegensätze ziehen sich an“ perfekt darstellen. Denn die Kleinen werden von den Flammen scheinbar magisch angezogen und wissen kaum um deren Gefahren.

Kinder vor Feuer schützen

Es ist die Aufgabe der Eltern, den Nachwuchs vor Feuer zu schützen. Doch die einfache Aussage, dass mit Feuer nicht gespielt werden darf und das Verstecken sämtlicher Feuerzeuge und Streichhölzer hilft nur bedingt. Denn Kinder finden immer einen Weg und somit eben auch den zum Feuer. Klar, Feuer ist warm und knistert. Außerdem lässt es Dinge verschwinden. Ein Blatt Papier in den prasselnden Kamin geworfen und schwupps! Schon ist nur noch Asche übrig.

Sehr spannend, finden die kleinen Entdecker und experimentieren in einem unbeobachteten Augenblick ganz schnell mit den Flammen. Experten raten sogar dazu, die Kleinen im richtigen Umgang mit dem Feuer zu unterstützen und nicht auf generelle Verbote zu setzen. Denn diese bewirken nur, dass sich der Nachwuchs umso mehr angezogen fühlt!

Dennoch sollten Eltern ihre Kinder natürlich vor Feuer schützen, wobei seitens der Hersteller von Kaminen und Öfen, wie beispielsweise Kamdi24, bereits verschiedene Schutzeinrichtungen angeboten werden. So gibt es Schutzmöglichkeiten für einen sicheren Kamin: Ein Schutzgitter, das über drei Seiten verfügt, wird in ausreichendem Abstand vor die Feuerstelle gestellt. Das Gitter erwärmt sich nicht, daher brauchen Eltern keine Verbrennungen zu befürchten, wenn sich der interessierte Nachwuchs daran festhält. Die Kleinen können von hier aus die Flammen beobachten, passieren kann aber nichts.

Video: Brandschutzerziehung 2014 an der Grundschule in Freren

Feuererziehung: Dann sollten Sie starten

Natürlich können Sie Ihrem Einjährigen noch nichts über den richtigen Umgang mit Feuer beibringen. Hier hilft wirklich nur, konsequent darauf zu achten, dass Streichhölzer und Feuerzeuge sicher versteckt sind. Auf den Weihnachtsbaum gehören in einem Kinderhaushalt keine echten Kerzen, dort setzen Sie am besten auf die elektrische Lichterkette. Das gilt auch für das Adventsgesteck. Der Geburtstagskuchen darf sicherlich mit Kerzen verschönert werden, doch auch diese dürfen nicht unbeobachtet brennen. Erst den Tisch decken und dann die Gäste hereinbitten? Mit einem neugierigen Kleinkind ist das nicht möglich!

Ansonsten gilt, dass Sie mit dem Kindergartenalter mit der Feuererziehung starten sollten. Häufig übernehmen auch die Kindereinrichtungen selbst dieses Thema und veranstalten beispielsweise eine Projektwoche zum Feuer. Doch die Behandlung des Themas innerhalb der Familie ist trotzdem unverzichtbar. Ein genaues Alter kann hier nicht angegeben werden, denn es ist vom individuellen Entwicklungsstand des Kindes abhängig, ob es schon für die Feuererziehung geeignet ist oder ob es noch gar nicht in der Lage ist, wichtige Zusammenhänge zu begreifen.

Folgende Dinge brauchen Sie für die ersten „Unterrichtsstunden“:

  • Feuerzeug oder Streichhölzer
  • Kerze
  • Teller
  • ein paar Schnipsel Papie
  • Wasser
  • einige ungestörte Minuten

Der letzte Punkt mag überflüssig erscheinen, ist es aber ganz und gar nicht! Denn viele Eltern reden über die Gefahren des Feuers sprichwörtlich zwischen Tür und Angel und lassen das Kind mit seinen Fragen danach zurück. Nehmen Sie sich ausreichend Zeit, um dem Kind alles Wichtige zu erklären und auf seine Fragen einzugehen.

Die Kerze kleben Sie auf den Teller, so ist der Tisch bzw. der Untergrund vor herabtropfendem Wachs geschützt. Das Wasser brauchen Sie natürlich zum Zeigen des Löschvorgangs, das Papier soll in der Kerzenflamme brennen. Wichtig: Ihr Kind muss von Anfang an wissen, dass es solche Experimente nicht allein machen darf. Sie oder andere Erwachsene müssen immer dabei sein und es zählt auch nicht, wenn das wenige Jahre ältere Geschwisterkind als Aufpasser danebensteht. Auch hier gilt wieder, dass Sie besser aufklären als verbieten. Kinder fragen immer nach dem Warum: Erklären Sie es ihnen!

Kinder haben tausend Fragen und stellen uns so manches Mal vor ein Rätsel. Bereiten Sie sich auf das Thema Feuererziehung daher lieber ein wenig vor, damit Sie nicht plötzlich vor Fragen stehen, die Sie nicht beantworten können. (#01)

Kinder haben tausend Fragen und stellen uns so manches Mal vor ein Rätsel. Bereiten Sie sich auf das Thema Feuererziehung daher lieber ein wenig vor, damit Sie nicht plötzlich vor Fragen stehen, die Sie nicht beantworten können. (#01)

Sprechen Sie darüber

Kinder haben tausend Fragen und stellen uns so manches Mal vor ein Rätsel. Bereiten Sie sich auf das Thema Feuererziehung daher lieber ein wenig vor, damit Sie nicht plötzlich vor Fragen stehen, die Sie nicht beantworten können. Geben Sie dem Kind Beispiele für konkrete Gefahren durch Feuer, auch für solche, die im eigenen Zuhause drohen. Sie haben einen Kamin? Dann nennen Sie die Gefahren, die daraus resultieren und die bereits getroffenen Schutzmaßnahmen (siehe das oben genannte Schutzgitter). Erklären Sie auch, dass Funkenflug gefährlich sein kann und dass in einer Wohnung nahezu alles brennbar ist. Eindrucksvolle Bilder dürfen nicht fehlen, allerdings sollten Sie bei der Auswahl der Bilder auch das Alter und die seelische Belastbarkeit des Kindes berücksichtigen.

Bauen Sie das Experiment gemeinsam mit dem Kind auf und erklären Sie immer, warum Sie was machen. Klären Sie das Kind darüber auf, warum Sie so vorsichtig sind. Danach ist die Zeit zum Handeln gekommen: Hier sollten Sie das Kind zum Zuge kommen lassen. Lassen Sie es, je nach Alter und motorischen Fähigkeiten, die Streichhölzer oder das Feuerzeug benutzen und die Kerze entzünden. Teilweise sind lange Streichhölzer sinnvoller, mit diesen ist das Kind weiter von der Flamme entfernt und verbrennt sich weniger leicht. Entzünden Sie danach das Papier und zeigen Sie Ihrem Sohn oder Ihrer Tochter damit, wie gefährlich Feuer wirklich ist.

So schnell kann es gehen und alles ist verbrannt! Übertragen Sie das auf die Wohnung, auf das Zimmer des Kindes und auf sein Spielzeug. Beim unsachgemäßen Zündeln kann es so schnell gehen und ein Wohnungsbrand ist entstanden! Das Papier ist damit das Sinnbild für Gardinen und Tischdecken, die zuerst Feuer fangen würden. Geben Sie dem Kind dann das Glas mit dem Wasser, nun kann es seinen selbst verursachten Brand wieder löschen. Doch auch dabei gilt, dass Sie unbedingt Aufklärungsarbeit leisten müssen: Erklären Sie dem Kind, warum es nicht in jedem Fall zum Wassereimer greifen darf (Stichwort Elektrobrand) und dass Auspusten nicht immer funktioniert.

Schon kleine Kinder ab dem Kindergartenalter sollten wissen, dass die Feuerwehr unter einer bestimmten Nummer zu erreichen ist, die aber nur in Notfällen angerufen werden darf.(#02)

Schon kleine Kinder ab dem Kindergartenalter sollten wissen, dass die Feuerwehr unter einer bestimmten Nummer zu erreichen ist, die aber nur in Notfällen angerufen werden darf.(#02)

Auf die Feuerwehr hinweisen

Schon kleine Kinder ab dem Kindergartenalter sollten wissen, dass die Feuerwehr unter einer bestimmten Nummer zu erreichen ist, die aber nur in Notfällen angerufen werden darf. Besuchen Sie doch einmal mit dem Kind eine Veranstaltung der Feuerwehr, die sich an den Nachwuchs richtet und Kinder zu Feuer und Gefahren informieren soll. Bei vielen Veranstaltungen ist die Feuerwehr zugegen und richtet sich an Kinder verschiedenen Alters. Nutzen Sie derartige Angebote, um das Kind mit den Gefahren des Feuers vertraut zu machen.

Auch wenn Sie meinen, dass Ihr Kind nun gut gerüstet ist: Das ist es nicht! Kinder sind dennoch unvorsichtig und bedenken beim Zündeln nicht, was alles passieren kann. (#03)

Auch wenn Sie meinen, dass Ihr Kind nun gut gerüstet ist: Das ist es nicht! Kinder sind dennoch unvorsichtig und bedenken beim Zündeln nicht, was alles passieren kann. (#03)

Nicht unbeaufsichtigt lassen

Auch wenn Sie meinen, dass Ihr Kind nun gut gerüstet ist: Das ist es nicht! Kinder sind dennoch unvorsichtig und bedenken beim Zündeln nicht, was alles passieren kann. Für sie steht immer noch der Spaß im Vordergrund. Als Eltern sollten Sie daher trotz aller Aufklärung darauf achten, dass die Kleinen keinen freien Zugang zu Streichhölzern, Feuerzeugen und Kamin bekommen. Lassen Sie Ihr Kind nie unbeaufsichtigt, wenn Sie ein Feuer in der Wohnung haben, auch wenn es sich nur um das Adventsgesteck oder das kleine Teelicht handelt.

Kinder müssen den sachgemäßen Umgang mit Feuer nicht nur üben, sondern wirklich verinnerlichen. Das wiederum geht aber nur im Laufe einer längeren Zeitspanne. Erst ab dem Grundschulalter sind die Kleinen verständig genug, um die Gefahren wirklich zu begreifen. Und auch hier gilt: Ein Kind darf niemals allein in der Wohnung oder in einem Raum bleiben, wenn eine offene Flamme vorhanden ist!

Weisen Sie Ihr Kind zudem darauf hin, was es im Ernstfall unternehmen soll. Selbst dann, wenn ein Feuer selbst verschuldet entstanden ist, soll das Kind unbedingt einen Erwachsenen zur Hilfe holen und sich nicht aus Angst verstecken. Auch das Lieblingsspielzeug darf nun nicht mehr gerettet werden. Kinder neigen dazu, alles zu vergessen und schnell noch einmal in das brennende Zimmer zu rennen. Teddy oder Püppchen sind doch noch dort drin!

Brennt es, kommt es auf jede Minute an. Auch das können Sie mit dem oben genannten Papierexperiment zeigen: Das Papier brennt so schnell, dass es kurz nach dem Anzünden aus der Hand fallen muss, wenn Sie sich nicht die Finger verbrennen wollen. So schnell brennen aber auch die Gegenstände in der Wohnung, auch die geliebten Bücher oder der Teddybär. Sagen Sie dies Ihrem Kind und üben Sie eventuelle Fluchtwege aus der Wohnung.


Bildnachweis:©Shutterstock-Titelbild: _Smolina Marianna-#01: Syda Productions  _-#02: _Abd. Halim Hadi  -#03: Jan H Andersen

Über Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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