Trennungskinder

0

„Die Mama und der Papa verstehen sich nicht mehr.“ Das ist wohl so ziemlich das Schlimmste, was ein Kind zu hören kriegen kann – egal, wie schonend man es ihm beizubringen versucht.

© Felix/ PIXELIO

Für die Eltern – oder jedenfalls für einen Elternteil – wird der Schritt zur Trennung und Scheidung nicht selten geradezu Erlösung in einer unerträglich gewordenen familiären Situation bedeuten. Den davon betroffenen Kindern dagegen erscheint sie meist als Untergang ihrer Welt.

Denn selbst ein ungeliebter, weil strenger – oder sogar unbeherrschter – Elternteil ist für ein Kind zentrale Bezugsperson in seinem Leben, deren Verlust (fast) immer Trauer, seelische Leere und Orientierungslosigkeit hinterlässt. Häufig fühlt sich das Kind sogar selber „schuldig“ am Scheitern der Familie, obwohl es dafür nun wirklich keinen Grund gibt. Die größte Verantwortung der Eltern in dieser Situation besteht deshalb darin, weiterhin – gemeinsam – für die Kinder da zu sein, ungeachtet aller persönlichen Differenzen oder auch Verletzungen, die vorangegangen sein mögen.

Dazu gehört nicht allein, das Kind nicht zum Werkzeug der Auseinandersetzung um Unterhalt und Zugewinn, oder zum Instrument der verletzten persönlichen Eitelkeit zu machen. Dazu gehört genauso, weiterhin miteinander zu reden, Entscheidungen für das Kind weiterhin gemeinsam zu treffen – sich aber von Sohn oder Tochter auch nicht gegeneinander ausspielen oder gar auf der Nase herumtanzen zu lassen. Es liegt nun einmal in der Natur von Kindern, ihre Grenzen ‚auszutesten’, was die Mama nicht gestattet, könnte ja der Papa beim nächsten Umgang erlauben, wenn man ihn lieb fragt …

Erzieherische Konsequenz – liebevoll, aber mit klarer Linie – heißt das Zauberwort, und die gibt es nun einmal nicht, wenn die (Ex-)Partner für die Kinder nicht allen anderen Streit hintanstellen. Wie es im Interesse der Kinder unter gar keinen Umständen ablaufen sollte, lässt sich z.B. hier nachlesen.

zp8497586rq

Über Klaus Müller-Stern

Klaus Müller-Stern

Comments are closed.