Ungewollt kinderlos – Wege aus der Krise

0

© Sigrid Ro-mann / PIXELIO

Ca. 1,5 Millionen Paare in Deutschland sind ungewollt kinderlos. Nach zwei erfolgreichen Testwochen eines Behandlungsprogramms bei unerfülltem Kinderwunsch in der BurgKlinik/ Stadtlengsfeld sind bereits drei Paare schwanger.

Wenn der Traum vom eigenen Kind zum Albtraum wird, stürzen viele Paare in eine tiefe Krise. Mittlerweile gibt es zwar viele wirksame, reproduktionsmedizinische Maßnahmen, mit denen eine Schwangerschaft herbeigeführt werden kann. Was aber tun, wenn selbst diese nicht greifen? Wenn für das betroffene Paar ein Kreislauf aus Leistungsdruck, Schuldzuweisungen sowie Hoffnung und Verzweiflung entsteht? Wenn dadurch der Kinderwunsch in noch weitere Entfernung rückt? „In diesen Fällen ist eine psychosoziale Beratung von großer Wichtigkeit“, konstatiert Dr. Andreas Schmidt, Leitender Psychologe an der Burg-Klinik in Stadtlengsfeld. Denn der unerfüllte Kinderwunsch steigt oft ins Unermessliche und wird nicht selten zum Zwang. Eine lange Leidensgeschichte beginnt.

Fruchtbarkeit nimmt bereits ab dem 25. Lebensjahr ab.  Derzeit bleibt etwa jedem siebten Paar in Deutschland der Kinderwunsch zumindest zeitweise verwährt – Tendenz steigend. Der Hauptgrund hierfür ist das in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegene Durchschnittsalter der Erstgebärenden. Laut statistischem Bundesamt in Wiesbaden lag dieses im Jahr 2001 bereits bei knapp 30 Jahren. Dies lässt sich wiederum auf das gestiegene Karrierebewusstsein der Frauen zurückführen: Immer mehr Paare beginnen erst über eigenen Nachwuchs nachzudenken, wenn beruflich „alles in trockenen Tüchern“ ist. Was aber viele nicht wissen: Die Wahrscheinlichkeit schwanger zu werden, nimmt bereits bei Frauen ab 25 Jahren langsam, vom 35. Lebensjahr schon deutlich schneller ab. „In vielen Fällen ist ungewollte Kinderlosigkeit auf Sterilität oder Infertilität – also Unfruchtbarkeit zurückzuführen“, erklärt Dr. Schmidt. Für die überwiegende Zahl der von Infertilität Betroffenen sind die medizinischen Gründe bekannt. Von Infertilität spricht man, wenn regelmäßiger, ungeschützter Geschlechtsverkehr über einen Zeitraum von ein bis zwei Jahren nicht zur Schwangerschaft führt. Die Ursachen liegen zu etwa gleichen Teilen mit ca. 40 Prozent bei der Frau als auch beim Mann bzw. bei beiden. Nur in wenigen Fällen sind die genauen Ursachen nicht bekannt.

Ungesunder Lebenswandel: Auch ein Grund für Unfruchtbarkeit.  „Für eine ausbleibende Schwangerschaft gibt es die verschiedensten Ursachen“, erklärt Dr. Schmidt. Einer der Hauptgründe für die weibliche Unfruchtbarkeit ist die Endometriose. Hierbei handelt es sich um schmerzhafte Wucherungen der Gebärmutterschleimhaut.  Schätzungen zufolge leiden etwa zehn Prozent der Frauen im gebärfähigen Alter daran. Außerdem führen oft undurchlässige Eileiter, eine Undurchlässigkeit des Gebärmutterhalses oder Antikörper gegen Sperma zur Sterilität. Hormonelle Störungen, die durch ungesunden Lebenswandel wie Alkohol, Nikotin und Medikamente bedingt werden, sind ebenfalls oftmals der Grund. Beim Mann führen zu wenig Sperma oder eine ungenügende Qualität der Spermien durch Infektionen zur Kinderlosigkeit.

Auch hormonelle Störungen, falsche Ernährung, Fehlbildungen und Erkrankungen der Hoden oder auch ein Verschluss der Samenleiter können diese verursachen. „Daneben spielen psychische Faktoren wie Stress und seelische Probleme nicht selten eine bedeutende Rolle“, erklärt der Experte der Burg-Klinik. „Die Konfrontation mit dem Thema ‚Unerfüllter Kinderwunsch‘ und den damit verbundenen Entscheidungs- und Behandlungsschritten bedeutet einen enormen Druck für die Betroffenen. Dies wirkt sich oftmals negativ auf die Paarkommunikation, die gemeinsame Sexualität sowie das Selbstwertgefühl und das eigene Erleben aus.

Immer mehr Paare gehen zu einer psychosozialer Beratung. Deshalb nehmen immer mehr Paare mit unerfülltem Kinderwunsch Hilfe in Form einer psychosozialen Beratung in Anspruch. Die Burg-Klinik in der thüringischen Rhön verfügt über jahrelange Expertise in diesem Bereich und bietet nach zwei erfolgreichen Testwochen jetzt das final konzipierte PaarPlus-Programm an. Das Team aus Ärzten und Psychologen hilft den Betrof-fenen, wieder neue Impulse für die Partnerschaft zu finden und zu mehr Gelassenheit zu gelangen. Außerdem hilft der Austausch mit anderen Paaren, mit der hohen körperlichen Belastung besser fertig zu werden. „Wenn die Betroffenen dadurch eine positivere und stressfreie Einstellung gewinnen, kann sich dies letztendlich auch positiv auf den Kinderwunsch auswirken“, erklärt Dr. Schmidt. Von insgesamt zehn Paaren und zwei Einzelpersonen aus den ersten beiden Testwochen zum neuen Behandlungsprogramm sind mittlerweile drei Paare schwanger.

Die siebentägige Behandlung in der Burg-Klinik versteht sich dabei als Begleitung und Ergänzung zu reproduktionsmedizinischen Maßnahmen. Natürlich kann es aber auch ohne vorherige medizinische Behandlung in Anspruch genommen werden. So bestätigt eines der Paare, das in wenigen Tagen sein erstes Kind erwartet: „Wir würden jedem Paar, das sich zwischen einer weite-ren reproduktionsmedizinischen Maßnahme und dem PaarPlus-Programm entscheiden muss, zur Behandlung in der Burg-Klinik raten.“ „Wichtig ist vor allem, dass den Teilnehmern wieder Mut gemacht wird und dass ihnen Alternativen aufgezeigt werden, die ihre ungewollte Kinderlosigkeit kompensieren können“, erklärt Dr. Schmidt. Denn die Paare gerieten durch die Diagnose, auf natürlichem Wege keinen Nachwuchs zeugen zu können, oftmals in eine schwere Lebenskrise. Dabei wollen die Experten vor Ort den Teilnehmern des Programms ihren Kinderwunsch in keinem Fall ausreden. „Nur sofern gewünscht, klären wir die Teilnehmer auch über Alternativen wie beispielsweise eine mögliche Adoption auf“, so der Leitende Psychologe.

Die PaarPlus-Woche ist als Selbstzahler-Programm konzipiert und kostet 992 Euro pro Teilnehmer. Für die Paarbeziehung ist es zwar förderlich, aber nicht zwingend notwendig, dass sich beide Partner in die professionellen Hände des Burg-Klinik Teams begeben.

Lassen Sie eine Antwort hier