Wochenbett

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Wochenbett

Ein Kind zur Welt zu bringen ist wirklich Schwerstarbeit, deshalb ist es sehr wichtig sich jetzt weitgehend zu schonen. Ruhe und Zeit zum Entspannen sollte man sich unbedingt gönnen.

In den ersten Wochen nach der Geburt wird die Mutter als Wöchnerin, früher auch als Kindbetterin bezeichnet. Abgeleitet wird der Name vom älteren Sechswöchnerin.
Innerhalb drei bis vier Tage beginnt sich die Muttermilch zu bilden.

© m.g. / PIXELIO

Etwa sieben Wochen nach der Geburt eines Kindes muss sich der Körper der Mutter von der Schwangerschaft und der Geburt erholen. Auch hormonell stellt sich der Körper um. In dieser Zeit beginnt die Schwangerschaftsrückbildung. D. h. die Gebärmutter und andere Organe verkleinern sich. Der Wochenfluss beginnt, damit ist gemeint, daß sich die Haftstelle des Mutterkuchens und die Wunden der Gebärmutter unter Absonderung durch die Scheide abheilen.
Hierbei benötigt die Mutter viel Ruhe und oft ist sie in dieser Zeit seelisch sehr labil. Man spricht vom sogenannten Babyblues. Es ist die Zeit, sich auf die neue Situation und das Baby einzustellen. Ausgelöst wird dies durch den abrupten Hormonabfall durch die Geburt. Man sollte den Gefühlen seinen Lauf lassen, wenn einem danach ist, so sollte man auch sich auch einmal so richtig ausheulen. Danach fühlt man sich besser. Ein Austausch mit Gleichgesinnten, der Hebamme, dem Partner oder der Familie tut sehr gut.

Die Rückbildung und die Heilung der Geburtswunden ist auch die Zeit des Wochenbetts.
Man unterscheidet zwischen Früh- und Spätwochenbett:

Die ersten 10 Tage nach der Geburt des Kindes bezeichnet man als Frühwochenbett.
In dieser Zeit braucht man als junge Mutter wirklich besondere Pflege und Schonung. Man sollte schon vor der Geburt gut durchorganisiert sein, wer sich um den Haushalt kümmert, einkauft oder gar für einem kocht, dies sollte schon alles geplant sein.

Mit dem 11. Tag beginnt das Spätwochenbett.
Die Rückbildung der Gebärmutter ist jetzt weitgehend abgeschlossen. Man selbst ist aber noch lange nicht wieder die „Alte“, obwohl man sich unter Umständen schon wieder ziemlich fit fühlt. Man sollte jetzt noch nicht wieder vollen Einsatz zeigen.
Der Körper als auch die Seele benötigen immer noch Ruhe, um sich von den Strapazen der Schwangerschaft und der Geburt zu erholen. Das Wichtigste ist jetzt, dass man im neuen Leben und der neuen Situation ohne jeglichen Streß ankommt. Jede Ruhepause, die man sich gönnen kann, sollte man unbedingt auch nutzen.

Viele Frauen tun sich aber oft schwer, das Wochenbett wirklich als wohlverdiente Auszeit zu verstehen. Sie wollen alles perfekt und gut und vor allem alleine bewältigen. Das tut aber in den meisten Fällen nicht lange gut, denn der Körper braucht seine Auszeit. Man muß lernen die ganze Welt links liegen zu lassen und sich auf die neue Beziehung zu konzentrieren. Die frisch gebackene Mutter und ihr Neugeborenes brauchen nun viel Zeit für sich, um sich richtig kennenzulernen.

Daß man in die alten Klamotten momentan noch nicht hineinpaßt ist ganz normal. Geduld und Nachsicht ist angesagt, denn übertriebener Ehrgeiz und Streß tut dem Kind und der Mutter nicht gut
Man sollte richtig stolz auf sich sein, denn der Körper hat etwas wundervolles und in Höchstleistung vollbracht. Die Geburt eines neuen Erdenbürgers.
Die Beziehung zwischen Kind und Mutter beginnt sich zu entwickeln. Man hat Zeit sich an das Stillen bzw. Falschen geben zu gewöhnen, der Schlaf- und Trinkrhythmus des Kindes pendelt sich so langsam ein. Allgemeine Zufriedenheit kommt auf.

Allerdings besteht ab jetzt das Risiko des Kindbettfiebers, einer bakteriellen Infektion der Gebärmutter und benachbarten Organe. Keine Angst, denn heutzutage sind die hygienischen Bedingungen ganz anders als früher und man kann diesem Risiko durch erhöhte Hygiene vorbeugen. Eine bessere Hygiene in den Krankenhäusern und häufige Desinfektion vor allem der Hände sind eigentlich ein ausreichender Schutz. Sollte doch Fieber oder ähnliche Symptome wie bei einer Blutvergiftung auftreten, so kann man sofort medizinische Hilfe anfordern, und somit ist die Gefahr eingegrenzt.

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Klaus Müller-Stern

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