Mit RSV-Virus im Krankenhaus
Posted by Birgit on April 25th, 2008 at 10:39am
Am nächsten Tag morgen gegen 5 Uhr wurde Lenas Atmung ganz flach - der Puls raste. Ich wusste nicht mehr, was das sein konnte. Selbst die Krankenschwester sah ratlos auf das Messgerät. Eine Pulsschlag von über 200 - und das im Schlaf. Gegen 7 Uhr fiel mir nichts anderes mehr ein, als Fieber zu messen. Und siehe da: 39,5 Grad … Lena hatte Fieber. Ich klingelte nach der Kinderkrankenschwester. Erklärte ihr, dass mein Baby Fieber hätte und der Pulsschlag so hoch wäre… da meinte die Krankenschwester, dass sei wohl normal bei Fieber. Ganz toll - wußte das die andere von heute nacht nicht?
Lena bekam ein Fieberzäpfchen … ihr ging es wieder schlecht. Meine Freude von gestern war verfrüht. Bei Lena hatte nur das Cortison geholfen…. schade. Bei der Visite gab die Ärztin ihr noch einmal Cortison. Eventuell müsste sie morgen nochmal etwas bekommen. Meine Hoffnung sank - langsam wollte ich hier raus.
Unsere erste Mama durfte am Sonntag heim. Lena ging es da immer noch sehr schlecht. Keine Chance auf heimgehen bei uns. Max, der Junge, der am Abend nach uns kam, machte dagegen gute Fortschritte. Allerdings hatte es ihn auch nicht so schlimm erwischt, wie meine kleine Maus.
Am Montagmorgen (die Nacht davor ging wieder nur mit Sauerstoff) wollte der Chefarzt Max schon entlassen. Das war dann der Mama doch etwas zu schnell. Irgendwie hat man da ja doch etwas Angst, was ist, wenn der Kleine einen Rückschlag bekommt? Deswegen blieb sie vorsichtshalber noch einen Tag länger im Krankenhaus. Natürlich ging nichts schief - und Max und Mama durften am Dienstag morgen die Klinik verlassen.
Jetzt waren wir ganz alleine im Zimmer.
Plötzlich war das Zimmer so groß …. ich konnte bald tanzen darin. Es hallte und schallte alles so.
An diesem Tag hätte ich das erste Mal gerne etwas Fernseh gesehen. Die ganzen anderen Tage hatte ich den Fernseher gar nicht vermisst. Entweder waren wir mit unseren Babys beschäftigt, müde - oder wir haben uns unterhalten. Als ich den Fernseher anschaltete, tat sich nichts. Ich versuchte alles mögliche: der Fernseher war tot.
Als wieder mal eine Krankenschwester vorbeischaute, fragte ich nach: der Fernseher würde erst am 16 Uhr gehen. Boah - toll, was sollte ich bitte den ganzen Tag machen? Eingesperrt, ganz alleine… und nicht mal die Kiste ging.
Lena ging es jetzt schon um einiges besser. Sie aß schon fast ihre normale Flasche - und die jetzt wirklich wieder im 4-Stunden-Rytmus. Selbst in der Nacht (vorher hat sie ja durchgeschlafen). Also trank sie jetzt um einiges mehr, als vorher.
Ihre Stimme wurde wieder zu einem leisen Krächzen und am nächsten Tag zu einem Quitschen… es ging aufwärts. Mit großen Schritten… am Mittwoch bei der Visite dann endlich die erlöseneden Worte: morgen dürfen wir heim! Hurra! Endlich wird meine Lena wieder gesund sein. Ich konnte die Nacht kaum mehr abwarten…. und die Visite am nächsten Morgen auch nicht.
In dieser Nacht brauchte Lena keinen Sauerstoff mehr - 100 % Sättigung und das ganz ohne Sauerstoffgabe. Ich hätte mein Mädchen knutschen können. Wie man sich plötzlich über so etwas “normales” wie ein gesundes Kind freuen kann.
Am Donnerstag - genau eine Woche nach der Einweisung - durften wir heim. Endlich wieder raus aus dem Zimmer, raus aus dem Krankenhaus.
So im Nachhinein war es gar nicht so schlimm. Das Personal (wirklich alle) waren super freundlich und nett. Das Essen war gut. Nur dieses Eingesperrt sein machte mir am Schluß zu schaffen.
Nun sind wir schon wieder eine Woche daheim. Lenas Stimme ist wieder normal laut … und heute nacht hat sie das erste Mal wieder durchgeschlafen. Endlich habe ich meine gesunde, fröhliche, liebe Lena wieder :-).
Tags: Fieber, Krankenhaus, RSV, Virus
Under 3. Lebensmonat
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